PinioL – Bran Coucou

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(67:46, CD, Dur et Doux, 2018)
Das bunte, schicke Cover des schmalen Digipaks macht schon neugierig, wobei angesichts dieser Covergestaltung die Vermutung aufkommen könnte, dass es sich hier um Psychedelic/Space Rock handeln könnte und dass dies möglicherweise kein leichter Stoff sein dürfte. Zumindest mit dem Letzteren würde man durchaus richtig liegen!

7 Köpfe, 7 Songs. Das Septett besteht aus:

Antoine Arnera – keyboards / vocals
Boris Cassone – bass / vocals
Guilhem Meier – drums / vocals
Anthony Beard – guitar / vocals
Francois Mignot – guitar / vocals
Benoit Lecomte – bass / vocals
Jean Joly – drums.

Die Formation ist als Zusammenschluss zweier französischer Bands entstanden, nämlich Ni und PoiL. In der Avant-Szene haben sich diese schon einen Namen gemacht, gerade was ihre Live Auftritte betrifft. Auf der Bühne sieht das dann bei PinioL so aus, dass der Keyboarder eine zentrale Position einnimmt und rechts und links von jeweils einem Gitarre/Bass/Schlagzeug-Trio umrahmt wird.

Kann es denn gutgehen, einfach zwei Bands zusammenzuwerfen? Kocht da jeder Teil eventuell sein eigenes Süppchen? Nun, in diesem Fall ist trotz aller Komplexität kein wildes Durcheinander zu erwarten, sondern durchstrukturierte Musik eines exzellent eingespielten Teams. Die Tasten spielen gar nicht mal die zentrale Rolle, wie der Bühnenaufbau suggeriert. Stattdessen steht das Gitarrenspiel im Vordergrund, das von der höchst kompetenten Rhythmusgruppe unterstützt wird. Gerade das enorm wuchtige Schlagzeugspiel von Meyer und Joly bleibt gleich nach dem ersten Hördurchgang haften.

Die Gesänge muten gelegentlich etwas seltsam an, die Sprache ist kaum zu identifizieren, es handelt sich wohl um eine eigene Form von Kunstsprache.

Die mehr als 60 Minuten erinnern an einen “Body Pump”-Fitnesskurs, wo Kraft und Ausdauer angesagt ist und an dessen Ende die Entspannungsphase steht – so auch hier. Es geht fast die ganze Zeit in die Vollen, bis im letzten Titel endlich Ruhe einkehrt, auf ‚Orbite‘ geht es fast schon meditativ zu. Doch bevor man sanft ins Land der Träume abgleitet, legen die Franzosen zum Abschluss dann doch noch mal in ihrer typischen Art los.

“Bran Coucou” bietet eine interessante Mischung aus Math-Rock, Zeuhl und Avantgarde, bei der es viel zu entdecken gibt. Das mag zwar auf Dauer etwas anstrengend sein, aber eines ist gewiss: die Band ist eine Wucht!
Bewertung: 11/15 Punkten (GH 12, JM 11, KR 11)

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PinioL – Bran Coucou

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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