Robert Reed – Sanctuary III

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(42:02 , CD, Tiger Moth Records, 2018)
Seit einigen Jahren lebt Magenta Mastermind Robert Reed in seinem ganz eigenen Mike Oldfield-Mikrokosmos. Mit “Sanctuary III” fügt der walisische Multi-Instrumentalist, ganz wie seine Inspirationsquelle auf dessen Frühwerken, wiederum zwei weitere, jeweils knapp 21-minütige Kapitel der ganz eigenen Geschichte hinzu.

Dabei versucht sich Reed offensichtlich an mehr persönlicher Eigenständigkeit, um auch den gewissen A-ha Effekt der beiden Vorgängeralben nicht weiter zu überspannen. So kommt ein wesentlich folkloristischer Unterton hinzu (u.a. durch Troy Donockley an Uilleann Pipes und Flöte, wie wiederum Les Penning an der Blockflöte), wie auch die vokalen Parts einen wesentlich größeren Raum einnehmen.

Zusammen mit u.a. Simon Phillips am Schlagzeug, sowie dem mehrstimmigen Synergy Vocals Gesangsensemble geht es wieder in eine Welt grob irgendwo zwischen “Ommadawn”, “Hergest Ridge” und “Platinum” gelegen. Trotzdem erkennt man den gereiften Ansatz von Reed, der wesentlich sinfonischer, in den Ideen aber auch eine Spur einfacher, weitaus melodischer und akustisch durchaus sparsamer ausfällt. Dennoch ist auf “Sanctuary III” vieles von den Arrangements, dem typischen Gitarrensound, sowie den verwendeten Instrumenten (natürlich auch die unvermeidlichen Tubular Bells) und dem lautmalerischen Gesang in jenem Terrain angesiedelt, welches man von den Vorgängeralben kennt.

Damit ist zweifelsohne immer noch eine deutliche Verbeugung vor dem musikalischen Idol erkennbar. Doch auf diesem Album gelingt es nicht ganz, die kompositorische Magie und die Atmosphäre der Vorgänger hinauf zu beschwören. Qualitativ und von der spieltechnischen Umsetzung gibt es hier absolut nichts zu meckern, doch ist “Sanctuary III” eben nicht vor gewissen Wiederholungen gefeit und überzeugt nicht in seiner Gesamtheit.

Auf der limitierten Ausgabe bekommt man auf einer zweiten CD u.a. einen Remix von Tom Newman, der bereits 1973 das legendäre “Tubular Bells” Album von Mike Oldfield produzierte. Eine zusätzliche DVD erlaubt u.a. einen tieferen Einblick in die thematischen Zusammenhänge und Songaufbau der beiden Longsongs, sowie überaus sympathische Erläuterungen von Robert Reed zum Multitracking-Verfahren und dem Einsatz der diversen Instrumente, wie es weiterhin einen 5.1 Surround Mix bietet.
Bewertung: 10/15 Punkten (WE 11, GH 10, JM 11, KR 11, KS 10)

Robert Reed (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Robert Reed – Sanctuary III

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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