Melted Space – Darkening Light

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(47:40, CD, Sensory/Alive, 2018)
Oper trifft Metal, da hat der klassisch ausgebildete Pianist und Komponist Pierre Le Pape wohl zwei Leidenschaften unter einen Hut bringen wollen. Das Genre, das dabei herauskam nennt sich Metal Opera und diese Beschreibung trifft vollends zu. Gefühlt ist alles, was man sich unter diesen beiden Begriffen vorstellen kann, vertreten.

Was 2007 als rein instrumentales Solo-Projekt begonnen hat, hat sich mittlerweile, mit dem dritten Album und zahlreichen Gastmusikern, zu einem wirklichen Bandgefüge entwickelt. Um dieses dritte Album geht es nun, nennt sich “Darkening Light” und erzählt, orientiert an klassischer Oper, aber auch an zahlreichen Metal-Projekten, eine Geschichte – gar nicht so abwegig also. Auch thematisch in beiden Genres zuhause, es geht wohl um die Erschaffung der Welt und wie die Menschen sich irgendwann von den Gottheiten abwandten – “the story of our lives”, so to say…

Wie auch bei den vorherigen Alben sind die Prager Philharmoniker für den klassischen Teil verantwortlich, die Gesangs- und vor allem erzählerischen Parts werden von einer Vielzahl durchaus bekannter Musiker realisiert. Und das ist – hier ganz klassische Oper – recht interessant gemacht. Jedem Interpreten wurde eine Rolle zugeteilt, vertreten sind da alle vier Elemente, außerdem Zu- oder Umstände wie Leben, Tod, Chaos oder die Lüge; zusätzlich gibt es, natürlich, den Menschen (vollständige Liste s.u.) Das wurde auch ganz treffend besetzt, so finden wir zum Beispiel Ailyn Gimenénez als Erde, Silje Wergeland als das Leben, Jeff Scott Soto vertritt den Menschen und Mikael Stanne verleiht der Lüge seine Stimme.

Das Ganze ist, wie zu erwarten bei solch Projekten, wahnsinnig abwechslungsreich. Genau hier steckt aber auch der Teufel im Detail. Durchaus wird man seine absoluten Hochmomente finden, ebenso kann manch einer an die Grenzen seiner Toleranz stoßen; diese Symbiose von Oper und Metal ist anspruchsvoll, Geschmackssache und im Ganzen etwas für offene Geister – oder eben absolute Fans beider Genres.

Der Einstieg mit ‘The Void Before’ erzählt schon eine Menge über das Genre und die damit verbundene, und auch zu erwartende Dramatik. Die folgenden Songs sind mal eher Symphonie, mal mehr Metal, mal sanft und ruhig, mal wild und laut, wie schon gesagt, besonders reich an Variation. Persönliches Highlight der Betreuerin, wohl aber auch da ziemlich metal-lastig, ist ‘Trust in Me’.

[bandcamp width=100% height=42 album=3252642308 size=small bgcol=ffffff linkcol=7137dc track=2404138066]Insgesamt ein wirklich interessantes Album, gespickt mit vielfältigen, gewaltigen Stücken und tollen Künstlern. Reinhören lohnt sich wirklich.
Bewertung: 10/15 Punkten (JD 10, KR 9)

Vocalists:
Catherine Trottmann – Chaos
Clémentine Delauny (Visions of Atlantis, Exit Eden) – Harmony
Sakis Tolis (Rotting Christ) – Time
Pierre Le Pape – Space
Ailyn Giménez Garcia (Sirenia) – Earth
Lucie Blatrier – Water
Guillaume Bideau (Mnemic, Scarve) – Air
Black Messiah – Fire
Øyvind Hægeland (Arcturus) – Death
Silje Wergeland (The Gathering) – Life
Jeff Scott Soto – Man
Mikael Stanne (Dark Tranquillity) – Lie.

Pierre Le Pape (Foto: Olivier Gobert)

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Melted Space – Darkening Light

von Joan Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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