Kellerkind Berlin – Colourful Thoughts

0

(54:48, CD, Kissing Sounds, 2017)
Hinter dem Namen Kellerkind Berlin steckt der Musiker Christian Gorsky, der seit einigen Jahren elektronische Musik aller Art macht. Für sein neues Album “Colourful Thoughts” hat er sich Verstärkung geholt: Fünf Stücke umfasst das Album, bei dreien spielt Gitarrist und “iPadist” Martin Neuhold mit.

Das Album beginnt recht locker und überraschend poppig mit ‘New Steps’, einem schnelleren Electro-Stück im Stil von Tangerine Dream in den 80er-Jahren. Treibende Sequenzen über einem einfachen Schlagzeugrhythmus machen das Stück aus. Martin Neuholds’ Gitarrenarbeit ist dabei zurückhaltend, gibt dem Stück aber schöne Akzente. Der Titel des nächsten Stücks – ‘My Cat Sat Down And Listened’ – mag zwar etwas flapsig klingen, dahinter steckt jedoch ein langsamer, atmosphärisch dichter Track, der von Drum-Computer-Beats getragen wird. Über die fast 16 Minuten des Stücks entwickeln sich Piano- und Flötenmelodien, die stellenweise an New Age erinnern, sich aber schichten und verdichten, um zum Ende hin leiser abzuebben und – natürlich – mit dem Schnurren einer Katze auszuklingen.

Mit ‘Electric Blue’ folgt eine von Sequenzen getragene Ballade, die erneut im 80er-Stil daherkommt. Durch die sich eher langsam entwickelnden Töne fühlt man sich fast an einen Filmsoundtrack erinnert, aber der Rhythmus hält die Spannung aufrecht. Martin Neuhold spielt hier diesmal Akkustikgitarre – wie im ersten Stück zurückhaltend, aber sehr passend. ‘Two Souls In Me’ hingegen erinnert sehr an die Musik der von Vangelis aus den späten 70er- und frühen 80er-Jahren. Hier entwickelt Gorsky eine Akkordfolge auf einem Synthesizer Takt für Takt immer weiter. Sie mündet in einen dramatischen und dunklen Teil, bei dem Martin Neuhold diesmal mithilfe seiner E-Gitarre Druck machen kann. Zum Ende des Stücks hin wandelt sich alles wieder in die Akkordfolge des Anfangs und klingt aus. Ein schönes, kontrastreiches Stück!

Mit genau 14 Minuten Dauer findet das Album in ‘It’s Not A Spacetrack’ seinen Abschluss. Ein Spacetrack ist das Stück tatsächlich nicht; vielmehr wird man erneut an Tangerine Dream aus den 80er-Jahren erinnert. Bis auf ein kleines und schnelles Intermezzo in der zweiten Hälfte brodelt die Atmosphäre in diesem Stück immer weiter vor sich hin: langsame Sequenzen, eine Drum-Machine und Sounds, die an Streicher und Lauten erinnern. Das ist gewissermaßen Ambient Electro: sehr angenehm anzuhören, nicht aufdringlich, aber in keiner Weise langatmig.

Das Album “Colourful Thoughts” von Kellerkind Berlin ist letztendlich eine runde Sache, wie man so sagt. Wer vor allem elektronische Musik der 80er-Jahre mag, wird an diesem Album viel Freude haben.
Bewertung: 10/15 Punkte

Surftipps zu Kellerkind Berlin:
Homepage
Bandcamp
Facebook
Youtube
Spotify
last.fm

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Wolfgang Merx

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Kellerkind Berlin – Colourful Thoughts

von Wolfgang Merx Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0