Magma – Ẁurdah Ïtah (Remastered)

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(64:40, CD, Seventh Records, 1974/2017)
Auch wenn „Ẁurdah Ïtah“ zusammen mit „Theusz Hamtaahk“ und „Mekanïk Destruktïw Kommandöh“ den zweiten Teil der epochalen „Theusz Hamtaahk“-Trilogie bildet, so nimmt dieses Album in der Magma-Diskografie eine eher untergeordnete Rolle ein. Das hat mehrere Gründe: zum einen erschien das Album ursprünglich nur unter dem Namen von Magma-Bandleader Christian Vander, diente als Soundtrack des von Yvan Lagrange 1972 umgesetzten Films „Tristan et Iseult“. Zum anderen bietet die Studioversion eine musikalisch vor allem gesangsgetriebene und instrumental eher schlicht gehaltene Ausprägung aus dem Zeuhl Mikrokosmos.

Ganz im Gegensatzsatz zu den späteren Live-Umsetzungen, in der das Original nur knapp 40-minütige, in 12 Titel aufgeteilte Epos, auf volle Bandbesetzung „magmaisiert“ wurde, wesentlich aufwändigere Vokalarrangements verpasst bekam und man zudem auch Spiellänge und instrumentale Vielfalt um einiges ausgiebiger ausgestaltete, entstanden die 74er Originalaufnahmen lediglich in einer recht schlichten Quartettbesetzung. Neben Christian Vander (Piano, Schlagzeug, Gesang) waren Klaus Blasquiz (Gesang, Percussion), Stella Vander (Gesang) und Jannick Top (Bass) an den Aufnahmen beteiligten. Da es sich damit eigentlioch um den zentralen Kern des damaligen Magma Line-Ups handelte, erschienen die verschiedenen Ausgaben des Albums deswegen auch später unter dem Magma-Logo.

„Ẁurdah Ïtah“ wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach mit unterschiedlichen Artworks aufgelegt, zuletzt erschien es vor knapp 10 Jahren als Teil der großen Magma Box „Studio Zünd“. Die jetzige Neuauflage wurde letztes Jahr remastert und klingt nun etwas luftiger, aber auch prägnanter beim Heraushören der einzelnen Instrumente und Stimmen. Ansonsten verfügt diese eher kammermusikalische Zeuhl Interpration – mit Anleihen aus dem Jazz Rock, Avantgarde, moderner Klassik, sowie den typischen stampfenden Rhythmen – nicht ganz über die bedrohliche Kraft und Wirkungskraft anderer zentraler Magma Klassiker. Für den ungeübten „Normalhörer“ sind Magma jedoch selbst in dieser schlichteren Ausprägung immer noch eine gehörige Herausforderung.

Diese Neuausgabe vor allem für den Fan und dem hier zum ersten mal präsentieren Bonusmaterial von Interesse. Denn neben dem remasterten Originalalbum bekommt man eine knapp 26-minütige, am 3.1. 1972 an einem Tag im Studio aufgenommene Frühversion von „Ẁurdah Ïtah“ geboten. Diese Version ist noch rudimentärer gestaltet, wesentlich roher, intensiver, wirkt vom Höreindruck trotz nicht in allen Details komplett ausgefeilten Passagen bedrohlicher. Zudem setzte man vermehrt diverse Percussionsinstrumente ein und setzte stimmlich ausschließlich auf männlichen Gesang.

Weiterhin sind im Booklet die kompletten Texte in der bei Magma verwendeten Kunstsprache Kobaïanisch abgedruckt, wie auch eine kurzer Linernote von Christian Vander die Geschehnisse abrundet. Eine gelungene, wenn auch nicht essentielle Abrundung des Magma-Katalogs.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Magma – Ẁurdah Ïtah (Remastered)

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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