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    Du bist hier:Home»Reviews»Yes - Topographic Drama: Live Across America

    Yes - Topographic Drama: Live Across America

    0
    By Daaty on 17. Dezember 2017 Reviews

    (63:47, 73:01, 2CD, Rhino/Warner, 2017)
    Nicht wenige langjährige Bewunderer von Yes würden den Herren um Steve Howe wegen Beschädigung ihres eigenen Erbes gerne die Denkmalschutzbehörde auf den Hals hetzen. Und fürwahr haben es die Prog-Urgesteine ihren Fans in den vergangenen Jahren nicht gerade leicht gemacht. Schon das von Trevor Horn produzierte "Fly From Here" konnte die hohen Erwartungen vielerorts nicht erfüllen und mit dem nachfolgenden "Heaven & Earth" löste man gar auch noch "Open Your Eyes" als unbeliebtestes Yes-Album aller Zeiten ab. Auf Tour spielten diese Werke sowieso kaum eine Rolle. Dazu kommen die Diskussionen um die Besetzung der Band, inbesondere um Anderson-Ersatz Jon Davison und Keyboarder Geoff Downes. Der Tod von Chris Squire als trauriger Höhepunkt war für viele Fans schließlich das Ereignis, an dem man einen Schlussstrich hätte ziehen sollen.

    Heute wissen wir aber, dass inzwischen sogar zwei Yes-Versionen die Bühnen der Welt bereisen. Neben der offiziellen Formation um Steve Howe und Alan White firmieren die zunächst als ARW gestarteten Jon Anderson, Rick Wakeman und Trevor Rabin als Yes feat. Jon Anderson. An derartige Entwicklungen muss man sich wohl in Zukunft gewöhnen und sich von dem Gedanken verabschieden, dass ein Bandname an eine ganz klar definierte Gruppe von Personen gebunden ist. Yes ist ein Markenname und die dazugehörige Musik das Produkt, für das nach wie vor Nachfrage besteht.

    Nun liegt mit "Topographic Drama: Live Across America" ein neues Live-Album der "offiziellen" Yes mit Howe, White, Davison, Downes und Squire-Erbe Billy Sherwood vor. Mit Jay Schellen als zweitem Schlagzeuger tritt gar ein ganz neues Gesicht auf das Parkett.
    Der Amerikaner, der u.a. schon für Asia am Schlagzeug saß, hat Alan White im vergangenen Jahr aufgrund einer Rückenverletzung vertreten. Wer nun bei welchem Stück auf "Topographic Drama" hinter dem Schlagzeug saß, wird nicht weiter erwähnt. Dank Google lässt sich aber die Vermutung verdichten, dass es überwiegend Jay Schellens Einsatz auf das Album geschafft hat.

    Diese den bereits erwähnten Umständen geschuldete Verjüngungskur der Rhythmusgruppe tut dem Live-Sound hörbar gut. Verglichen mit etlichen auf You-Tube befindlichen Shows der letzten Jahre, welche nicht selten einen traurig schleppenden Eindruck hinterließen, klingt "Topographic Drama" erstaunlich vital. Mit der Entscheidung, "Drama" in Gänze aufzuführen, setzt man den Fokus auf weitestgehend unverbrauchtes Material, da das Album nicht zuletzt aufgrund Jon Andersons Weigerung, Titel davon zu singen, bislang eher selten in der Setlist der Band berücksichtigt wurde. Zudem steht auf "Drama" Jon Davisons Gesang den Songs fast besser als der von Trevor Horn , der auf dem Studioalbum nicht selten an seinem stimmlichen Limit war. Dass nicht jeder Ton der Band hundertprozentig sitzt, tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Die Stücke 'The Revealing Science Of Gods', 'Fields Of Green' und 'Ritual' von "Tales From Topographic Oceans" als zweiter Schwerpunkt werden ebenfalls mit hörbarer Spielfreude aufgeführt. Einzig Geoff Downes ist hie und da nicht ganz auf dem gewünschten Niveau. Der in letzter Zeit von bestimmten Rezensenten häufig und in respektloser Art gescholtene Steve Howe muss - wen wundert das eigentlich? - an der einen oder anderen Stelle seinem Alter Tribut zollen, wenn seine Läufe nicht mehr ganz so geschmeidig erklingen wollen. Dass er damit sein Lebenswerk beschädigt, wie immer wieder behauptet wird, ist mit Verlaub gesagt ziemlicher "Bullshit". Howes Gitarrenspiel ist und bleibt einigermaßen unverwechselbar.

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    Geht man also unvoreingenommen an "Topographic Drama" heran, dann lautet das Fazit: Das Album macht Spaß. Mit der Attitüde "No Yes without [Lieblings-Yes-Aluminus einsetzen]" kann man sich das Album jedoch sparen. Die Tatsache, dass die aktuelle Inkarnation den Stücken nichts wesentlich Neues abgewinnt, dürfte kaum jemanden wundern. So gesehen ist dieses Live-Album sicherlich nicht essentiell. Allerdings setzt es sich durch seine Titelauswahl doch einigermaßen von früheren offiziellen Live-Alben der Band ab.
    Bewertung: 11/15 Punkten (WE 10, DH 11, GH 6, JM 9, KR 7, KS 9)

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    ARW Alan White Billy Sherwood CD Chris Squire England Geoff Downes Jay Schellen Jon Anderson Jon Davison Live-Aufnahme Progressive Rock Rhino Rick Wakeman Steve Howe Trevor Horn Trevor Rabin Warner Music Yes YouTube live
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    Daaty

    Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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