Kaipa Da Capo – Live

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(70:45, CD, Foxtrot Records, 2017)
Erst kürzlich erschien mit „Children Of The Sounds“ ein neues Kaipa Album, nun legt fast zeitgleich die zweite Reinkarnation der Band unter dem Banner Kaipa Da Capo ihr erstes Livealbum vor. Kaipa Da Capo, bestehend aus ehemaligen Kaipa Mitgliedern ohne Keyboarder und Mitbegründer Hans Lundin, waren dieses Frühjahr auf kurzer Europatour, wobei deren Auftritt im Februar 2017 im heimatlichen Stockholm hier als Livealbum vorliegt.

Da sich Keyboarder Max Lorentz leider eine kurzfristige Verletzung zuzog und somit krankheitsbedingt für die Tour ausfiel, übernahm deswegen kurzerhand Lalle Larsson (u.a. Karmakanic) dessen Rolle. Daneben gehören zum aktuellen Line-Up die drei ex-Kaipa Mitglieder Roine Stolt (Gitarre), Ingemar Bergman (Schlagzeug) und Tomas Eriksson (Bass), während den Gesangspart, sowie etwas Gitarre und Bass Michael Stolt beisteuert.

Die Band unternimmt einen ausgiebigen Streifzug in die Vergangenheit, wobei sich das auf Tonträger gebannte Material aus vier Titeln von „Inget Nytt Under Solen“ (1976) und drei Titeln von „Solo“ (1978) zusammensetzt, mit ‚Det Tysta Guldet‘  ebenfalls ein Titel vom Comebackalbum „Dårskapens Monotoni“ enthalten ist. Hinzu kommen längere Tastenexkursionen von Lalle Larson, mal am Piano, man an den Synthesizern.

Der ausladend gestaltete Progressive Rock der Schweden strahlt vor allem innere Ruhe und Unaufgeregtheit aus, überzeugt vielmehr durch würdevolle Sinfonik und harmonische Melodiegeflechte, als durch Komplexität, innere Brüche und wilde Taktwechsel. So nimmt man sich eben genügend Zeit, um ausgiebig Raum für die Songentwicklung zu lassen und auch den solistischen Ausschmückungen an Gitarre und Keyboards ihren Platz einzuräumen. Im Tempo eher zurückhaltend, wird aber mit einem Schuß Dramatik und gut eingestreuten Dynamikwechseln das Songmaterial interessant und spannend interpretiert. Hinzu kommt die angenehme, kraftvolle Stimme von Michael Stolt, der ausschließlich in Schwedisch singt.

Auch wenn dieser Konzertmitschnitt eher nostalgisch geprägt ist, so verfügt das Kaipa Material aus den 70ern über eine zeitlose Eleganz, die auch heute noch funktioniert.
Bewertung: 12/15 Punkten (GH 12, JM 12, KS 12)

Kaipa Da Capo (Foto: Künstler)

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Roine Stolt im Interview (2017)
Kaipa Interview (2003)

 

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu „normaler“ Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Kaipa Da Capo – Live

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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