Mingo Lewis – Flight Never Ending

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(45:19, CD, Wounded Bird Records/Columbia, 1976/2017)
Die musikalische Vita des amerikanischen Jazz-Percussionisten James Mingo Lewis (u.a. Room Of Voices) liest sich überaus beeindruckend. Er war kurzfristig Mitglied bei Santana in deren Jazzrock-Phase 1972 und 1973 (zu hören auf den Alben „Carlos Santana & Buddy Miles! Live!“, „Caravanserai“, sowie der Carlos Santana/John McLaughlin-Zusammenarbeit „Love Devotion Surrender“) und anschließend für ein Intermezzo bei Return To Forever, bevor er Al Di Meola mehrere Jahre lang unterstützte. Lewis ist auf mehr als hundert Alben aus diversen Genres zu hören. Als einzige Platte unter seinem Namen erschien 1976 „Flight Never Ending“. Sie wurde dieses Jahr neu aufgelegt.

Die Reissue dokumentiert eine überaus lohnenswerte Latin-, Jazzrock- und Fusion-Exkursion, bei der die Percussioninstrumente immer wieder deutlich in den Vordergrund treten, Mingo Lewis seinen Mitmusikern aber genügend Freiräume zugesteht. Zwar fehlen bei der Besetzung ganz große Namen, doch ist hier ein versiertes Sessionmusiker-Team am Start, das sein Handwerkszeug beherrscht.

Mit pulsierender, karibischer Rhythmik, flotten, funkigen Jazzrock-Spielereien, aber auch sinfonischem Charakter und sattem Rock-Groove geht es hier meist instrumental und rhythmisch recht verspielt zur Sache. Man merkt dem Klangbild des Albums an, dass es aus den Mittsiebzigern stammt,  doch der musikalische Gehalt und zeitloses Flair überzeugen auch heute noch. Vor allem die mannigfaltigen analogen Keyboardsounds (teilweise von Mingo Lewis beigesteuert) und virtuoses Gitarrenspiel, das an Carlos Santana und Al Di Meola erinnert, reißen den Hörer mit. Der spielerische Elan steckt einen sofort an.

Nicht von ungefähr hat Al Di Meola zwei auf diesem Album enthaltene Kompositionen später neu aufgenommen: ‚The Wizard‘ landete auf „Land Of The Midnight Sun“ (1976),  ‚Frankincense‘ ist als ‚Chasin‘ The Voodoo‘ auf „Casino“ (1978) zu finden.

Allerbester Latin Fusionrock – ein Klassiker aus den 70ern und dank dieser Neuauflage hoffentlich künftig mehr als nur ein Geheimtipp.
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 11, GH 10, KR 10, KS 12)

Mingo Lewis (Foto: Künstler)

Surftipps zu Mingo Lewis:
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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu „normaler“ Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Mingo Lewis – Flight Never Ending

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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