Accordo Dei Contrari – Violato Intatto

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(73:20, CD, Privatpressung, 2017)
Mit „Violato Intatto“ legt die 2001 gegründete Progressive Jazz Rock-Formation Accordo Dei Contrari ihr viertes Album vor. Über die Jahre hat die Band aus Bologna bereits bei prestigeträchtigen Festivals gespielt, wie z.B. dem AltrOck Festival in Mailand, dem Prog-résiste in Verviers (Belgien), oder auch dem Freakshow Artrock Festival in Würzburg.

Nach dem letzten Werk „AdC“ (2014) verließ Bassist Daniele Piccinini die Gruppe, dafür ist als Neuzugang Saxophonist Stefano Radaelli am Start. Als Hauptkomponist agiert weiterhin Keyboarder Giovanni Parmeggiani, der zudem mit allerlei analogem Retro-Arsenal wie u.a. Orgel, Fender Rhodes, Minimoog und Mellotron für ein geschmackvolles klangliches Gerüst sorgt. Dazu liefert Gitarrist Marco Marzo die sechssaitige Komponente, und Cristian Franchi sorgt virtuos für den rhythmischen Unterbau.

Vor allem der Eintausch Saxophon gegen Bass verleiht den Klängen der Italiener einen ganz neuen Tonfall und mit ihm gehen wesentlich wildere, ungestümer Kompositionen einher. Das Ganze klingt groovig und expressiv, greift hin und wieder die bereits bekannten Canterbury-Einflüsse auf und watet im Fahrwasser der frühen King Crimson. Ergänzungen kommen von mehreren Gastmusikern, wobei vor allem das melancholische ‚E verde è l’ignoto su cui corri‘ mit Sängerin Patrizia Urbani als gelungener Gegensatz zum sonstigen Instrumentalprogramm heraussticht. Auch das an einen düsteren Soundtrack erinnernde ‚Marienkirche‘ bildet einen interessanten Kontrast.

Das Album bietet  mehr als 70 Minuten facettenreiche, ausdrucksstarke Musik zwischen Jazz und Progressive Rock, aufgeteilt  in sechs Titel unter dem Motto ‚Violato‘ und fünf Titel unter ‚Intatto'“. Kurz und bündig: überaus gelungen!
Bewertung: 12/15 Punkten (JM 12, KR 12)

Accordo Dei Contrari (Bild: Band)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Accordo Dei Contrari – Violato Intatto

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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