Cinema – Isolation

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(36:50, LP, Sireena Records//Broken Silence, 1985/2016)
Das deutsche Cinema-Projekt von Jürgen Krutzsch ist hier kürzlich mit dem aktuellen Werk ”The Discovering Of Time” vorgestellt worden. Mitte 2016 wurde vom umtriebigen Sireena Label bereits das 1985er-Album ‘Isolation’ wieder aufgelegt, und zwar remastered und auf 180-Gramm-Vinyl. Nach der Auflösung der Prog-Formation Tibet hatte sich Krutzsch, Spitzname „Pöngse“, entschlossen, sich mehr mit elektronischer Musik in einer Mischung aus Tangerine Dream und Alan Parsons Project zu beschäftigen. Dieser Ausflug resultierte im vorliegenden Album, das in folgender Besetzung eingespielt wurde:
Jürgen Krutzsch – keyboards / vocals
Dirk Schmalenbach – keyboards / drum machine
Thomas Adam – drums / drum machine / keyboards
Helmut Jost – bass
Richard Bracht – sax
Richard Hagel – vocals / backing vocals
Heike Wiechert – backing vocals.

Da fehlt doch was in der Auflistung? Richtig, das Wörtchen Gitarre. Dies soll Krutzsch selbst erst nach Abschluss der Aufnahme bewusst geworden sein – lustig, das. Weniger lustig ist für Prog-Fans dann allerdings das Dargebotene, denn das Album enthält höchstens Spuren dieses Genres. Schon Songtitel wie ‚Bad Boys In Chinatown‘, ‚Magic Night‘ und ‚Silly Guy‘ lassen Böses erahnen, und dies bewahrheitet sich aus Progger-Sicht tatsächlich. Vieles klingt ausgesprochen simpel gestrickt, programmierte Rhythmen und der vereinzelte Gesang in den Elektropop-Liedern fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Ein paar Instrumentals, wie beispielsweise das abschließende ‚The Dukes Of Darkness‘, können es noch ein bisschen rausreißen, weil sie tatsächlich ein bisschen nach Tangerine Dream oder instrumentaler Alan Parsons-Musik klingen.

Aus Prog-Fan-Sicht ein verzichtbares Album. Aber Sammler, die ihre Kollektion komplettieren möchten, müssen für diesen Tibet-Nachfolger jetzt keine Fantasiepreise mehr bezahlen und haben dank Sireena leichten Zugriff auf das Werk. Für Proggies ist es sicherlich interessanter, den aktuellen Ansatz von Krutzsch und seinem Cinema-Projekt zu verfolgen, denn das oben erwähnte aktuelle Album spielt musikalisch und produktionstechnisch doch in einer anderen Liga. Wer aber einen nostalgischen Trip in die von Neuer Deutscher Welle beeinflusste Deutschrock-Szene wagen will, wird mit „Isolation“ gut bedient.
Bewertung: 6/15 Punkten

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Cinema – Isolation

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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