Steve Hackett – The Night Siren

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(57:45, CD, InsideOut Music/Sony Music, 2017)
Nachdem sich Steve Hackett in den letzten Jahren vor allem auf seine Genesis-70er-Historie  konzentriert hat, wartet er jetzt wieder mit frischem Solomaterial auf. Bereits mit dem 2015er-Werk „Wolflight“ bewies der Brite seine immer noch vorhandene musikalische Relevanz, mit dem aktuellen Werk „The Night Siren“ führt er seine Erfolgsgeschichte auf beachtenswerten Niveau fort.

Während man andere Musiker seines Alters bei deren aktuellen Veröffentlichungen oftmals im virtuellen Alterruhestand wähnt, brennt in Hackett immer noch Feuer und die Leidenschaft, neue Dinge auszuprobieren. Einmal mehr beruft er sich dabei nicht nur  auf seine progressive Vergangenheit, sondern er versetzt seine weitgehend sehr melodische Musik mit World Music, ganz leichten Pop-Anleihen, klassischen Versatzstücken, und vor allem mit jeder Menge Atmosphäre. Das Ganze setzt er überaus geschmackvoll und gekonnt in Szene.

Hackett bezeichnet seine 25. Soloplatte als „Friedensalbum“. Er will damit ein Zeichen gegen Extremismus und Intoleranz setzen. Ein multikultureller Ansatz, der sich bei den beteiligten Musikern aus diversen Ländern (u.a. aus Island, Ungarn, Israel und Aserbaidschan) widerspiegelt, sowie Querverweise Richtung Orient, Flamenco und nach Indien stehen für Offenheit und das sich Einlassen auf andere Kulturen.

Trotzdem klingt „The Night Siren“ typisch nach jenem Steve Hackett, der seit den Mitte bis Ende der 90er immer wieder hochwertige Alben abliefert. Dabei vertraut er einmal mehr auf jahrelange Mitstreiter wie Keyboarder Roger King, den wie immer diverse Blasinstrumente bedienenden Rob Townsend, und Schlagzeuger Gary O’Toole. Er greift aber auch auf die Fähigkeiten von Nick D’Virgilio (Spock’s Beard), Troy Donockley (ex-Iona) und Nad Sylvan zurück.

Mitunter wirkt sein Ansatz etwas zu opulent, zu sinfonisch-pathetisch und leicht überladen – trotzdem kriegt Hackett immer wieder die Kurve. Das liegt an seinen sehr virtuosen aber dennoch auf den Punkt gebrachten Gitarrensoli, und an seiner Fähigkeit, aggressive, sperrige Parts mit jeder Menge Melodik immer wieder auf harmonische Wege zu leiten.

Auf „The Night Siren“ findet sich ein steter Fluss prägnanter Ideen – mal verspielt und mal dramatisch, mit weit ausladenden Instrumentteilen dargeboten. Überaus gelungen!
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 11, DH 11, KR 11, KS 12)

Steve Hackett (Foto: Tina Korhonen)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu „normaler“ Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Steve Hackett – The Night Siren

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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