Kuhn Fu – Kuhnspiracy

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(42:13, CD, Unit Records, 2017)
Das fängt schon mal Kuht an. Es leben die Wortspüler, damit die Sprache sau-bär bleibt. Wie Bandname und Albumtitel bereits vermuten lassen, so gestaltet sich der musikalische Inhalt dieser CD: Es wimmelt geradezu vor Einfältigkeiten, die manchmal gar aus Zwei-Felln in Gestalt einer Viel-Los-Trommel entstehen, so dass sich spätestens gegen Ende dieser in Töne gegossenen Kurz-und-Gut-Geschichte summarisch eine eilige Dreifaltigkeit ergibt – Deus Ex Machina im Akkord. Die allzu kurze Spielzeit – mit knapp 43 Minuten nicht mal eine Halbzeit – stellt das einzige Manko dieser Veröffentlichung dar, weshalb der gesamte Ban-Flock einheldig fordert: Verlängerung! Kühn vor – noch ein Thor! (To put the ODds IN your favor… Odin ist übrigens gar nicht der einäugige Bandit, für den ihn mancher halten mag, sondern zeigt sich stets mit einem solch schnellen Dauerblinzeln in der linken Gesichtshälfte, dass das dort befindliche Auge bei oberflächlicher Betrachtung zu fehlen scheint.) Ansonsten herrscht eitel Sohnenschein vor und zwar in jeglicher Hinsicht, mit oder ohne Fluglicht. Hinsichtlich des Durchblicks trotz Sonnenstiern verhält es sich wie folgt: Der alles im Griff habende Brettl-Akrobat und Komm-Poser Christian Achim Kühn gestaltet seine Spiel- und Winkelzüge, sich in provokanter Weise gelegentlich an die Stirn tippend, wie ein wilder Stier äußerst dynamisch ohne Erb-Amen, bekleidet mit Maharani-Rock und begleitet von Ziv Taubenfeld am Gebläse, Esat Ekincioglu am Gebässe und Lav Kovac am Gesäße, schlagend auf tönerne Gefäße.

Wer wird dieses kühne Spiel im Black Light-Stadium gewinnen? Die Verstörungspaktoethiker oder die Verhörungstheopraktiker? The odds are even, even in odd times – so könnte die Direktive der auf diesem Album enthaltenen acht Samen-Kompositionen definieren. Ihre Keimungsrate ist dermaßen geballt, dass dem Gegner einiges blüht. Klare nette Klezmer-Einschlüsse sind in diesen Samen ebenso enthalten wie Mit-Ton-schon-drien aus dem klassischen Zeitalter, fein gemahlener Avant Edge Rock von der Steiger Mordwand ebenso wie vor gepflegten Disharmonien strotzender Rotz Jazz, wobei das Spiel über beide Flügel – dem Mittelstürmer Taubenfeld sei dank – nie so stark an Tempo verliert, dass es zum Standfußhall mutiniert. Es hat außerdem eine Gruppe von Spielern, die nicht immer im gleichen Rhythmus laven und daraus resultierend gekonntern: Double Pass (D)Rums! Der Gegner ist – obwohl (oder übel) schon seit Tagen ausgenüchtert – derart eingeschüchtert, dass er ganz ballaballa wird und wie von selbst, zusammen mit einigen Tränen, die sich als seine Mitspieler herausstehlen, zwischen die Pfosten des eigenen Schnecken-Gehäuses kullert. Diese Symptoautomatik ist all-gemein auch als Mono Industrial Post Deppression bekannt. Bei der Schnecken-Post gibt es kein‘ Nachkommen; obwohl sie sich selbst der beste Partner ist, verliert sie sich doch im Dauer-Zwitter-Zwist. Die Man-schafft Kuhn Fu gewinnt, ohne auch nur einmal ihre Geh-heim-Waffe, den berühmt-berüchtigten Kampfspott einsetzen zu müssen. Das ist die wahre Kunst des Kriege(n)s: Loslassen und fließen wie das Wasser, höre, anstatt zu klammern wie die Hasserdeure.
Bewertung: 12/15 Punkten (FB 12, KR 11)

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von Frank Bender Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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