Markus Reuter (Stick Men, The Crimson ProjeKCt, Tuner u.v.m.) – Eine lange Reise mit leichtem Gepäck

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Mehr als nur die Summe der Einzelteile

Markus Reuter ist ein sehr aktiver Vertreter der deutschen Musikszene, der sich mit seinen Kollaborationen auch international einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat. 2017 ist noch keine drei Monate alt, es erscheint nun aber bereits das zweite Album, an dem Reuter maßgeblich beteiligt ist. Wir nehmen dies zum Anlass dem Allround-Musiker ein paar Fragen zu stellen.

Markus, meine bisherigen Interviews führte ich mit mir sehr gut bekannten Künstlern. Das ist bei dir etwas anders, weil ich mich bis vor kurzem weder mit dir noch mit deiner Musik im Detail befasst habe. Du bist gerade erst von einer USA/Japan-Tour mit Stick Men zurück, nächste Woche bist du bereits wieder in Großbritannien, später im März spielst du ein paar Konzerte in Österreich – du scheinst gerne und viel zu reisen. Daher möchte ich mit dir zum Kennenlernen einen imaginären Ausflug machen. Natürlich darfst du das Ziel bestimmen – wo geht es hin?

Ein imaginärer Ausflug? Gute Frage. Vielleicht zurück nach Japan?

Und warum Japan?

Weil es ein sehr interessantes Land ist, sehr viel Kultur hat und sehr traditionell ist, mich wirklich stark an Mitteleuropa erinnert, es aber doch auch etwas ganz anderes ist. Es ist einfach eine sehr spannende Kultur und ganz anders als zum Beispiel Australien oder die USA, wo alles noch so neu ist und wo die Leute nicht wirklich verwurzelt sind. Japan ist einfach etwas Tolles.

Schön! Dann machen wir uns jetzt mal auf den Weg dahin. Was darf in deinem Gepäck nie fehlen?

Eigentlich darf nur Kleidung nicht fehlen. Ich reise sehr gerne mit fast nichts, das ist wirklich so. Am liebsten würde ich komplett so leicht wie möglich reisen – deshalb ist es eigentlich die Kleidung und natürlich so etwas wie Kommunikationsmittel, Handy oder Computer vielleicht, aber eigentlich so leicht reisen wie möglich.

Und was ist mit dem großen imaginären Gitarrenkoffer bei dir? Du bist Gitarren-Designer und das ist sicherlich eine Touch-Guitar. Wo liegen die Unterschiede zu einer normalen Gitarre?

Das Instrument hat einen viel größeren Tonumfang, als eine normale Gitarre oder ein Bass. Es umfasst den kompletten Tonumfang der auf einem Saiteninstrument möglich ist. Und außerdem ist es speziell für die Spieltechnik gebaut, die ich benutze: Touchstyle nennt man sie. Dabei wird der Ton mit einem Finger dadurch erzeugt, dass man diesen auf die Saite schlägt. Das ist ein ganz direktes Spiel, ich brauche nur einen Finger um einen Ton zu erzeugen, insofern ist es mehr wie bei einem Klavier.

Das hört sich sehr spannend an – wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Ich habe vor ca. 30 Jahren von dem Instrument Chapman Stick gehört, das ebenfalls für diese Spieltechnik gebaut ist, und fand es sehr faszinierend direkt auf die Saite zu schlagen. Damit hat das Musikmachen etwas sehr urförmiges, einen sehr percussiven Ansatz. Dadurch, dass man mit dem Finger auf die Saite schlägt, überträgt sich auch direkt die komplette musikalische Intention auf die sie. Es ist nichts dazwischen, es ist direkt – Finger auf Saite. Fertig. Man braucht auch nicht noch irgendwie anzupfen oder so – es das direkteste Musikinstrument, das man sich vorstelle kann, neben Trommeln z.B..

Bei den Recherchen zu diesem Interview stellte ich fest, dass du in unheimlich vielen Musikformation mitgewirkt hast, z.B. bei den eingangs erwähnten Stick Men, dem The Crimson ProjeKCt, Tuner u.v.m.. Außerdem arbeitest du auch noch als Musikproduzent. Wie kannst du das alles unter einen Hut bringen?

Das ist einfach weil ich Musik liebe – das ist der Hut, also meine Liebe zur Musik, und damit auch die Tätigkeit in allen Bereichen der Musik. Da ist die Neugier, an manchen Stellen ist es auch die Notwendigkeit, in vielen unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten, aber ich sehe das immer alles positiv, weil ich dadurch ein rundum gebildeter Musiker bin.

Welches ist derzeit dein Lieblingsprojekt? Und warum?

Das kann man natürlich nicht so einfach sagen. Stick Men ist das Lieblingsprojekt, weil wir international gut besuchte Konzerte spielen können. Andererseits ist da Centrozoon, was künstlerisch mein liebstes Bandprojekt ist. Da spielen wir viel seltener, wir hatten im November aber eine Tour mit 20 Konzerten in den USA. Und ansonsten ist es für mich immer wieder spannend, mit anderen Künstlern zu kollaborieren, und da auch immer wieder mit neuen Musikern zusammenzuarbeiten. Weil ich daran glaube, dass wenn mehrere Leute zusammenkommen, immer etwas Größeres entsteht als nur die Summe der einzelnen Teile.

Mir liegen gerade zwei aktuelle Veröffentlichungen vor, an denen du mitgewirkt hast. „The Stone House“ entstand als Improvisation von dir und drei weiteren Musikern. Bitte erzähle über dieses Album (Wingfield/Reuter/Stavi/Sirki – The Stone House (59:54, CD, MoonJune, 2017) Bewertung: AD 12/15, KR 13/15), was ist die Idee dahinter? Warum gab es keine Vorgaben und kein Skript? Wie wurde das Album aufgenommen?

„The Stone House“ ist das Kind von Leonardo Pavkovic von MoonJune Records, der mit mir als Manager und Booking Agent zusammenarbeitet. Er hat ein weit vernetztes Netzwerk von hochklassigen Musikern, bei denen er die Vision entwickelt, was wohl passiert, wenn sie mal zusammen spielen. Und deshalb ist es spannend, wenn da keine Absprachen sind, man einfach zusammenkommt und Musik macht. In der Kombination mit Mark Wingfield und mir, dem Asaf [a.d.R.: Asaf Sirkis] und dem Yaron [a.d.R.: Yaron Stavi] ist wirklich etwas ganz Magisches passiert. Dieses Quartett-Album, das gerade erschienen ist, ist das erste Album, das bei den Sessions in Spanien, die waren letztes Jahr im Februar oder Januar, entstanden ist. Es ist aufgenommene Magie – etwas ganz ganz Besonderes.

Du hattest gerade gesagt „(…) das erste Album (…)“- das heißt es werden noch weitere folgen? Habt ihr noch mehr Material, das noch nicht veröffentlicht ist?

Genau! An den zwei Tagen haben wir mit dem Quartett aufgenommen, mit dem Trio ohne den Bassisten Yaron, und eben auch als Duo. Das Duo-Album ist auch schon zu Ende produziert und das Trio-Album ist das, was ich nächste Woche mit Mark in England fertig stelle.

Ich bestelle mir beim vorbeikommenden imaginären Reisebegleiter einen klassischen Tomatensaft. Wir sind ja im Flugzeug unterwegs – da gehört das irgendwie mit dazu. Was trinkst du?

Ich trinke Wasser (lacht). Ich trinke immer gerne Wasser auf Reisen. Wenn man professionell reist, dann geht es darum, zu versuchen gesund zu bleiben. Und das ist im Flieger dann definitiv das Wasser, damit man hydratisiert bleibt.

Genau, wegen der trockenen Luft der Klimaanlage. Am 24. März erscheint ein weiteres Album. Es heißt „FACE“, wird von dir zusammen mit Pat Mastelotto, den man u.a. von King Crimson kennt, veröffentlicht. Das Album besteht aus einem einzigen 35 Minuten langen Stück. Du hattest dieses zuvor wie folgt beschrieben: „Es gleicht einer Reise, deren Verlauf man anhand einer Karte plant. Wenn man sich aber dann auf die Reise begibt, hat man keine Ahnung, welche Menschen man treffen oder was passieren wird.“ Im Falle von „FACE“ dauerte diese Reise ca. neun Jahre, die Aufnahmen fanden zwischen 2007 und 2011 statt. Und auf dem Weg habt ihr u.a. Steven Wilson getroffen. Es gibt noch diverse andere Gastmusiker, die einen Beitrag geleistet haben. Wie kam es zu diesen Kooperationen und wie haben die Musiker eure Musik verändert?

Erstmal die Frage wie es dazu kam. Ich sage dir noch eben als Hintergrundinformation: Pat Mastelotto und Markus Reuter, jetzt der Künstler dieses Albums, hieß früher Tuner. Wir haben schon einige Alben gemacht – zwei Studioalben und zwei Livealben. „FACE“ war das große Projekt, das, wofür wir uns diese große Reise vorgenommen haben, diese Landkarte praktisch, und dann geguckt haben, was passiert. Und da es über so viele Jahre entstanden ist, war es z.B. so, dass Pat und ich für Steven Wilson Remixes gemacht haben. Das war, glaube ich, sogar schon für das erste Soloalbum von ihm und dann auch für das zweite Album, da haben wir auch mitgespielt, bei „Grace for Drowning“. Und in dem Kontext hat Steven uns einen Gefallen zurück getan, das war sein Beitrag für „FACE“. Ähnlich hat es sich mit all den anderen Leuten auch verhalten, mit denen wir für das Album zu tun hatten.

Pat wohnt in Austin (Texas), und Austin ist eine der großen Musikstädte in den USA. Ich weiß nicht, wie vielen das bewusst ist: Es gibt Austin, Los Angeles, New York und Nashville – diese vier Musikzentren gibt es in den USA, und in Austin leben viele Musiker, die Pat über verschiedene ältere Projekte kennt. Z.B. sind zwei Musiker auf dem Album, mit denen Pat vor 10 oder 15 Jahren eine Band zusammen hatte, die Mastica hieß, und z.B. ist auch Danny [a.d.R.: Danny Wilde] von den Rembrandts mit dabei. Man muss sich das so vorstellen, dass es sich eigentlich immer nur um maximal 20-30 Sekunden lange Beiträge handelt, die die externen Musiker geleistet haben.

Die Kernmusiker sind ich, Pat, Fabio Trentini und Tim Motzer. Und die anderen Beiträge sind immer nur so kleine Sprengsel. Aber das ganze Projekt war genauso angelegt, so dass wir sagen konnten: „Wir haben jetzt eine Sektion von Takt 99 bis Takt 106 und da darfst du jetzt etwas machen“. Wir haben vorgegeben, wie die Akkorde sind, oder manchen habe ich auch eine Melodie gegeben, dann ging es nur darum diesen kleinen Freiraum, den die Musiker hatten, mit einer freien Idee zu füllen.

Also ist es fast ein bisschen so als würden die Gastmusiker Würze mit reinbringen, aber für die Auswahl des Gerichtes, das ihr gekocht habt, seid hauptsächlich ihr zuständig gewesen?

Auf jeden Fall, so muss man das schon sagen. Es ist so wie Klangfarben, natürlich hat es einen riesigen Einfluss darauf, wie das Ganze dann klingt. Uns war es einfach wichtig, diese Klangfarben zu haben. Es ist dir vielleicht aufgefallen, dass auch viele Blasinstrumente auf dem Album zu hören sind. Wer hat schon Posaune auf dem Album? Michael Mordecai ist in Austin wirklich ein totaler Crack, es war toll diese Möglichkeit zu haben und dadurch bekommt das Gericht, so wie du es nennst, ein ganz spezielles Gewürz. Eigentlich ist es immer noch das gleiche Gericht, aber es ist dann doch noch einmal etwas ganz anderes, wenn man die unterschiedlichen Einflüsse dazu hat. Da wir diese 35 Minuten am Stück hatten, war es uns auch ganz wichtig, dass dieser Geschmack, oder eben die Reise, durch ganz unterschiedliche Welten geht. Deshalb war es super, diese ganz unterschiedlichen Musiker zur Verfügung zu haben. Wenn Pat und ich es alleine gemacht hätten wäre es eintöniger – ganz klar.

„FACE“ besteht aus 385 Takten Musik. Auf der Rückseite des Albums findet man Zahlencodes. Gibt es da eine Verbindung?

Jaja, klar. Es war nicht genug Platz alle 385 Zeilen abzudrucken, aber es ist ein Ausschnitt davon, es sind immer die Startpunkte von den Teilen. Es gibt Teile, das sind 35 oder so, ich habe es jetzt gerade gar nicht mehr im Kopf, wie viele dahinten abgedruckt sind. Mit Hilfe dieser Zeile kann man sich dann hinsetzen und herausfinden, welche Taktart und welches Tempo das ist. Es steht quasi auch kodiert darin, welche Töne vorkommen usw.. Und es ist absichtlich kodiert gelassen – man soll es nicht als Klartext lesen können. Aber man kann sich schon vor den CD-Player setzen und diese angegebene Zeit aus der ersten Spalte anvisieren, dann kann man daran ablesen, um was für eine Taktart und um welches Tempo es sich handelt usw..

Eines deiner Vorgängerwerke, „Todmorden 513“, besteht aus eben diesen 513 Takten. Es hört sich so an, als hättest du eine recht mathematische Herangehensweise. Du hast allerdings Psychologie studiert. Ganz allgemein gefragt: Was suchst du in der Musik? Hast du ein Ziel?

Also dieses Mathematische und das Psychologische kommt in meinen Werken schon zusammen. Das Ziel ist es, neu klingende Musik zu finden. Das was mathematisch klingt, ist eigentlich viel mehr der Ansatz neue Klänge zu finden. Und wenn ich mich nur darauf verlasse, was aus meiner Intuition herauskommt, dann ist die Musik, die da entsteht, ganz klar, ganz stark ich und das was intuitiv für mich in dem Moment möglich ist. Wenn ich aber so etwas wie eine mathematische Formel für die Kreativität mitbenutze, dann werde ich selbst in dem Prozess herausgefordert- und das finde ich spannend.

Diese Herausforderung, die ich an mich selbst stelle, ist dann natürlich später auch die Herausforderung an den Hörer. Es geht mir nicht darum, Sachen zu machen die unhörbar sind, sondern solche, die sozusagen eine Logik haben – deshalb benutze ich „mathematische Systeme“. Es geht dabei auch um so etwas wie eine mathematische Progression. Ich hoffe, das hörst du dann auch. Es ist kein Chaos, was da entsteht, nichts Unorganisches. Es geht eher darum eine neue organische Reise zu finden, die man sich vorher nicht hat vorstellen können, die dann doch trotzdem logisch ist und trotzdem menschlich.

Also ist letztlich der Prozess das Ziel?

Genau. Ich bin extrem prozesshaft beim Musizieren, beim CDs produzieren, beim Komponieren. Es geht in erster Linie immer um den Prozess bei mir, und dann auch um den Prozess beim Hörer. Das hat sich in den letzten Jahren so auch bei mir durch die Rückmeldungen, die ich durch die Menschen bekomme, die die Musik hören, bestätigt. Sie selber gehen dadurch auf eine Entdeckungseise und finden selbst etwas Neues. Das ist es, was die Leute an mir schätzen: Dass sie sich selbst mit der Musik in einen Prozess begeben können.

Helfen dir deine Psychologie-Kenntnisse, um deine Musik den Hörern besser vermitteln zu können?

Glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass das etwas mit der Vermittlung zu tun hat, sondern das ist meine generelle Offenheit, die ich für andere Menschen habe. Das was ich suche, suchen andere Menschen auch. Ich sage jetzt nicht, dass das den Nerv jedes anderen Menschen trifft, aber es gibt welche, für die es spannend ist. Ich denke aber nicht, dass es damit zu tun hat, dass ich Psychologie studiert habe, sondern eher einfach mit meiner generellen Offenheit als Mensch, und eben wiederum die Liebe zur Musik. Ich denke, dass sich das da trifft.

Welche Rolle spielen Liveauftritte für dein musikalisches Schaffen?

Mittlerweile sind sie sehr wichtig geworden. Weil ich erst sehr spät in meinem Leben angefangen habe sehr viel und regelmäßig Konzerte zu spielen. Lass mich mal gerade rechnen – 2011, da war ich schon 39, erst da hat es angefangen, dass ich richtig viel live gespielt habe. Der größte und wichtigste Punkt ist natürlich, dass in dem Moment, in dem man sich auf die Bühne stellt, viel mehr Leute einen Zugang zu einem bekommen. Auf die Bühne zu gehen ist einfach das beste Mittel um Musik zu verbreiten – liegt auf der Hand.

Bevor ich die Chance hatte, mit Pat und Tony [a.d.R.: Tony Levin] so viel live zu spielen, war ich sehr darauf angewiesen, dass Leute Aufnahmen gehört haben. Es ist jetzt auch schon fast 20 Jahre her, mein erstes Album habe ich ‘98 veröffentlicht, das war dann gleich ein kleiner Hit, natürlich nur in einer kleinen Szene, es wurde ziemlich viel im Radio in den USA gespielt. Das war ein Ambient-Album und eine gute Basis für alles was gekommen ist. Aber durch das Livespielen ist die Fangemeinde in den letzten Jahren unglaublich gewachsen. Das Livespielen ist ganz wichtiger Bestandteil – du hattest ja gesagt, dass es mir um den Prozess geht. Es ist eine extrem krasse Prozesshaftigkeit um Musik an den Mann oder an die Frau zu bringen. Und dort auch zu merken, wie intensiv die Menschen auf die Musik reagieren, wie ich spiele, wie wir als Band zusammen spielen und wie wichtig jeder einzelne Ton wird.

Du hattest gerade gesagt, dass du schon sehr lange Musik machst. Wir sind inzwischen am Ziel unserer imaginären Reise angekommen, ich sehe mich hier nun noch ein wenig um und trete dann den Rückweg alleine an – in welche deiner Platten sollte ich am besten während der Rückreise reinhören, um einen guten Überblick über deine bisherigen Arbeiten zu bekommen?

Ich denke dass „FACE“ da ein ganz gutes Album dafür ist. Weil dort all mein Wissen und alle Techniken rein laufen, es ist das stark Mathematische drinnen, aber im Rahmen dessen auch unheimlich viel Improvisation, da sind auch die Kollaborationen mit dabei. Eigentlich hast du damit wirklich so etwas wie einen Durchschnitt, also nicht vom Ergebnis her, aber Du hast alles, was mich ausmacht da enthalten. Dazu kommt diese extrem intensive Partnerschaft, die ich mit Pat habe, wo wir uns nicht nur als Freunde, sondern sogar als Soulmates getroffen haben und wir so intensiv und toll Musik miteinander machen können. Und das ist etwas ganz Besonderes, deshalb schlage ich vor, dass du dir „FACE“ anhörst.

Das ist sicherlich ein guter Anfang. Aber die Rückreise von Japan dauert ein wenig länger, also wenn du hier noch ein paar Alben nennen möchtest, dann kannst du das jetzt machen.

Wichtig ist das „Todmorden 513“, da kannst du dir auf YouTube einen Ausschnitt aus der Orchester-Aufführung anhören, das ist ganz interessant.

Dann empfehle ich von den Ambient-Alben die ich gemacht habe das „Trepanation“. Ich hatte auch Centrozoon erwähnt, davon kannst du dir dann ein beliebiges Album nehmen – das sind tolle Sachen für die Rückreise von Japan, die unter Umständen 18 Stunden dauert.

Danke, da bin ich dann sicherlich soweit gut versorgt. Wohin geht für dich von hier aus die musikalische Reise weiter?

Das ist eine gute Frage, und das ist eigentlich sehr offen. Mein gröberes Ziel ist mehr als Komponist zu arbeiten und weniger selbst spielen zu müssen. Und das ist schon ganz gut im Gange, ich kriege jetzt regelmäßige Anfragen für andere Musiker zu komponieren, oder für Ensembles. Ich habe im Mai z.B. noch eine Uraufführung in Mannheim von einem Stück was Sun Trance heißt. Das geht alles in die richtige Richtung. Ich denke, dass es in der näheren Zukunft noch mehr „klassische Kompositionen“ von mir geben wird. Was die Bands und so etwas anbelangt, muss man sehen, was sich entwickelt. Tony ist ja mittlerweile über 70, wir werden bestimmt noch die nächsten 2-3 Jahre touren, aber irgendwann wird das dann auch nicht mehr gehen. Und da weiß ich einfach noch gar nicht, wohin das geht, und ich finde es auch gut, dass die Zukunft so offen ist.

Markus, ich bedanke mich für dieses Interview und wünsche Dir alles Gute für die Zukunft!

Titelbild (Markus Reuter): Irina Klyuchnikova
Beitragsbild (Markus Reuter und Pat Mastelotto): Anya Roz

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Review zu „FACE“
Interview m. Markus zu „Todmorden 513“

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Annika Dormeyer

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