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    Du bist hier:Home»Reviews»Barclay James Harvest - Everyone Is Everybody Else (Reissue)

    Barclay James Harvest - Everyone Is Everybody Else (Reissue)

    0
    By Daaty on 2. Oktober 2016 Reviews

    Everyone Is Everybody Else(52:48, 49:26, 40:09, 2 CD, 1 DVD, Esoteric Recordings, 1974/2016)
    Barclay James Harvest ist eine Band, die in Prog-Kreisen ein bemerkenswert schlechtes Image hat. Ein Image, das sich die Briten insbesondere in den frühen Achtzigern durch allzu süßliche Chart-Hits erarbeitet haben - als Tiefpunkt sei 'Life is For Living' genannt. Der Begriff Soft Rock scheint eigens für BJH erfunden geworden zu sein.

    Dreht man die Uhr allerdings in die frühen 1970er-Jahre zurück, dann bewegte sich die Band auf einem Terrain, auf dem man auch Bands wie Supertramp, Procol Harum oder etwa Pavlov's Dog antraf. Ein besondere musikalische Nähe zu den Moody Blues, mit deren Musikern man auch befreundet war, führte zu dem wenig charmanten Etikett, BJH seien so etwas wie "Poor man's Moody Blues". Zu diesem Thema sollte die Band später noch ein beeindruckendes Statement abgeben. Da Esoteric Recordings den Katalog von BJH derzeit als Deluxe-Ausgaben wieder veröffentlicht, bietet sich die Gelegenheit, das Frühwerk der Softrocker nochmals unter die Lupe zu nehmen.

    "Everyone Is Everybody Else" erschien erstmals 1974 und war das Debüt der Band für das Label Polydor. Zuvor hatte sie vier Alben auf dem Harvest-Label veröffentlicht, die allesamt mit Orchesterbegleitung aufgenommen worden waren. Mangelnder Erfolg führte zur Trennung von Harvest, sodass "Everyone Is Everybody Else" bei Polydor quasi einen Neuanfang darstellte. Der Sound wurde hierfür deutlich abgespeckt und mit Rodger Bain saß ein Produzent an den Reglern, der zuvor mit Künstlern wie Black Sabbath und Budgie gearbeitet hatte.

    'Child Of The Universe', ein Antikriegs-Song aus der Feder von John Lees, eröffnet das Album. Die Originalversion, Piano-dominiert, mit prägnantem Bass und einem ausgedehnten Gitarrensolo am Ende, wird der Thematik vollends gerecht. Die auf dieser Ausgabe ebenfalls enthaltenen Alternativ-Versionen hingegen nehmen den späteren Sound der Band vorweg und klingen mitunter etwas schwülstig.

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    Das bluesige 'Negative Earth' gefällt trotz Les Holroyds Schmusestimme.'Paper Wings' klingt im instrumentalen Schlusspart deutlich nach Wishbone Ash. Der Höhepunkt des Album ist 'The Great 1974 Mining Desaster'. Die clevere Adaption des Bee-Gees-Hits mit sehr ähnlichem Titel beschäftigt sich mit den Bergarbeiter-Streiks in England im gleichen Jahr, im Text wird zudem mehrfach David Bowie zitiert.

    Die zweite Hälfte des Albums enthält mit 'Crazy City' und 'For No One' zwei weitere Liveklassiker, die in späteren Jahren jeweils deutlich Keyboard-lastiger vorgetragen werden sollten. Mit den restlichen Titeln verlieren BJH allerdings etwas den Faden. 'Poor Boy Blues' ist gar ein etwas bemühter Versuch, nach den Eagles zu klingen. Ein weiterer Höhepunkt des Albums wäre das damals verschmähte und hier als Bonustrack enthaltene 'Maestoso' aus der Feder von Woolly Wolstenholme gewesen. Das orchestrale Epos wäre zwar etwas aus dem Rahmen gefallen, hätte aber andererseits nochmals ein Ausrufezeichen setzen können und wäre bei den Fans wahrscheinlich gut angekommen.

    Trotzdem ist "Everyone Is Everybody Else" ein Album, das vorurteilsfreien Liebhabern der Siebziger gefallen sollte. John Lees zeigt sich auf diesem Werk aus ausgesprochen talentierter Songwriter und Arrangeur. Die erste LP-Seite drehte sich beim Rezensenten seinerzeit sehr häufig auf dem Plattenteller und tut es auch heute noch ab und an. Das Set mit zwei CDs und einer DVD enthält das remasterte Originalalbum, einen neuen Stereo- und einen 5.1-Surroundmix, sowie etliche Bonustracks. Der Titel 'For No One' fehlt allerdings, da die Mehrspur-Bänder wohl verschollen sind. Für den Remix ist Craig Fletcher verantwortlich, der in der aktuellen Besetzung von John Lees' BJH als Bassist tätig ist.

    Sowohl der Stereo- als auch der 5.1-Mix sind gelungen, jedoch nicht allzu spektakulär - nur gelegentlich lassen sie neue Aspekte in den Songs erkennen. Dem Set liegen ein umfangreiches Booklet und ein Poster bei.
    Bewertung: 10/15 Punkten (DH 10, KR 7, KS 10)

    Surftipps zu Barclay James Harvest:
    Homepage
    Homepage John Lees' BJH
    Facebook John Lees' BJH
    Homepage BJH feat. Les Holroyd
    Facebook BJH feat. Les Holroyd
    Spotify

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    5.1 Mix 70er Barclay James Harvest Bee Gees Black Sabbath Budgie CD Craig Fletcher DVD David Bowie England Esoteric Recordings Harvest John Lees Les Holroyd Moody Blues Polydor Reissue Remix Rodger Bain Soft Rock Woolly Wolstenholme
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    Daaty

    Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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