Klaus Schulze – Moondawn (Reissue)

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KlausSchulze-Moondawn-300px72dpi(73:55, CD, MiG , 1976/2016)
Und weiter geht’s in der Reihe mit Wiederveröffentlichungen von Klaus Schulze auf dem Label MiG – Made in Germany. Diesmal sozusagen zum 40. Geburtstag – wie die Zeit vergeht. Für Viele gilt „Moondawn“ als ein Klassiker aus dem Hause Schulze. Was der Künstler sich damit erklärt, dass es sein erstes Album war, auf dem er den „Big Moog“ benutzte, mit einem für damalige Verhältnisse sehr beeindruckenden Sound.

Speziell aus Frankreich bekam Schulze hierfür viele Lobeshymnen. Ein weiterer Grund für das positive Feedback kann aber auch einfach nur sein, dass es schlichtweg gute Musik ist – so Schulzes Theorie. Dem schließt sich der Rezensent gerne an. Die beiden auf LP seinerzeit ganzseitigen Kompositionen ‚Floating‘ und ‚Mindphaser‘, mit 27 bzw. gut 25 Minuten Spielzeit waren wieder üppig ausgefallen und zeigten mustergültig auf, in welche Richtung sich KS in den nächsten Jahren bewegen sollte – was sich als richtungsweisend für die ganze Elektronik-Szene herausstellte.

Eine Neuerung auf diesem Album war auch, dass sich ein Schlagzeuger bei Schulze gemeldet hatte, der großes Interesse zeigte, mit ihm zusammen zu arbeiten. Hierbei handelte es sich um Harald Großkopf, damals noch als Drummer bei Wallenstein aktiv. Das sollte nicht der letzte Kontakt Schulzes mit der Prog-Szene sein, denn um diese Zeit lernte er auch die japanische Prog-Formation Far East Family Band kennen, mit der er auf deren Album „Parallel World“ zusammenarbeitete. Es gab eine deutliche Keyboardnote bei den Japanern, deren Keyboarder Fumio Miyashita später viele Soloalben herausbringen sollte, was hier zu Lande allerdings kaum Beachtung fand. Ganz anders sah es da bei einem Bandkollegen aus, ebenfalls unter anderem für Tasteninstrumente zuständig. Dieser Herr Masanori Takahashi konnte später ungleich mehr Erfolg verbuchen, nämlich unter dem Namen Kitaro.

Doch zurück zur Zusammenarbeit mit Großkopf. Schulze, selbst ja auch als Schlagzeuger aktiv, war begeistert von den Fähigkeiten seines Kollegen, wie er zu Sequenzern begleitend trommeln konnte. Das Zusammenspiel funktionierte perfekt, die Musik zu diesem Album wurde in nur einer einzigen Nacht fertig gestellt. ‚Floating‘ ist ein Musterbeispiel dafür, wie langsam und sorgfältig Schulze sich die Songs entwickeln ließ. Er beginnt sehr ruhig, sphärisch, entspannt, um dann mit den typischen Sequenzerläufen Fahrt aufzunehmen. Noch mehr Drive erhält dies dann durch das zusätzliche Schlagzeugspiel, das den solierenden Moog ständig begleitet. ‚Mindphaser‘ ist im Aufbau ähnlich, nach ebenfalls ruhigem Beginn kippt nach zwölf Minuten die Stimmung schlagartig, wenn Orgelspiel und Schlagzeug einsetzen und den Titel in sehr lebhafte Bahnen lenken.

Die vorliegende „Moondawn“-Fassung ist nicht die erste CD-Wiederveröffentlichung. Für die erste Reissue auf Revisited Records hatte KS leichte Veränderungen vorgenommen, da ihn Knackgeräusche der Originalaufnahme störten. Er legte über diese Stelle einen Mellotron-Akkord – eine Idee, die der Rezensent prinzipiell gutheißt. Doch diese gut gemeinte Modifikation rief einigen Aufruhr in der Fangemeinde hervor, die genau dies schwer kritisierte. Und so liegt hier wieder die Originalversion ohne Mellotron-Zusatz vor – schade. Als Bonustrack findet sich auf dieser Ausgabe eine rund 21-minütige alternative Version des Openers, nämlich ‚Floating Sequence‘ (schon auf der Revisited-Ausgabe enthalten); es handelt sich dabei um einen reinen Sequencer-Take.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11, KS 11)

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Klaus Schulze – Moondawn (Reissue)

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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