Leprous, Voyager, Earthside, 06.04.16, Essen, Turock

0

Auch sanft kollabierender Verkehr in halb NRW unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrpotts konnte uns hiervon nicht abhalten: Leprous! (freudige Headway-Erinnerungen), Voyager! (familiär getönte ProgPower Europe-Assoziationen, übrigens waren ordnungsgemäß uniformierte Mitglieder der PPE Family aus den Niederlanden vor Ort). Earthside! (Reminiszenzen an „A Dream In Static“, eine der stärkeren und immer noch gern gehörten Veröffentlichungen des Jahres 2015). Was für ein Dreiklang also …

… den erstaunlich wenige hören wollten. Zugegeben, der Mittwochstermin war nicht ideal, aber dennoch hätte das kultige Turock gerade zu Beginn weit bessere Füllung verdient gehabt. Allein schon für die Gelegenheit, mitzuerleben, wie Earthside den „Deam“ live träumen. Dass jedes dieser Stücke einen anderen prominenten Gastsänger featured, bringt die Herausforderung mit sich, synchron zu Filmprojektionen ihrer Darbietungen zu spielen. Klingt im Prinzip machbar, warf an diesem Abend aber Probleme auf: Nach einem wüst auf der Keytar solierenden Ausflug zum Aufmacher ‚The Closest I’ve Come‘ von Keyboarder Frank Sacramone streikte der die Visuals zuspielende Computer und musste rebooted werden. Was snickersmäßig lange dauerte. Als wieder alles lief, verzauberte das Titelstück mit einer Mischung aus ProgMetal, Ambient-Flächen und jazzigem Drumming von Ben Shanbrom. Fotograf Tobi blieb von diesem Teil-Playback letztlich unüberzeugt. Dennoch bot das Verfahren u.a. den Vorteil, für ‚Skyline‘ ein komplettes Symphonieorchester auffahren zu können. Zu den Nachteilen zählten zweifellos der zweite PC-Crash und die folgende Zwangspause.

2016_04_06_Earthside-8698

2016_04_06_Earthside-8700

2016_04_06_Earthside-8702

2016_04_06_Earthside-8709

2016_04_06_Earthside-8714

2016_04_06_Earthside-8725

2016_04_06_Earthside-8726

2016_04_06_Earthside-8728

2016_04_06_Earthside-8730

2016_04_06_Earthside-8731

2016_04_06_Earthside-8732

2016_04_06_Earthside-8733

2016_04_06_Earthside-8737

2016_04_06_Earthside-8744

2016_04_06_Earthside-8746

Frank konnte das übrigens alles nicht ausbremsen: Wenn der Derwisch gerade mal nicht seine Tasten wie ein zweiter Horowitz bearbeitet, dann spielt er halt Air Drums. Das abschließende ‚Mob Mentality‘ bestach u.a. wg. Jamie van Dycks filigranem Gitarrenspiel und Ryan Griffins solider Bass-Untermauerung.

Voyager wendeten im Folgenden das Blatt erwartungsgemäß vom symphonisch-atmosphärischen hin zum progressiven Power Metal. Und das kam ausgesprochen gut im inzwischen besser befüllten Turock an. Nach dem eröffnenden ‚Momentary Relapse Of Pain‘ waren die paar Hundert zeitweilig garantiert schmerzfrei, wie nicht nur dem Sänger/Keyboarder mit Deutschland-Vergangenheit („Wir können auch Deutsch sprechen“) Daniel Estrin auffällt. Schmerzfrei, zum Beispiel was die Quietsch-Keyboardsounds bei ‚Stare Into The Night‘ und vor allem ‚Broken‘ angeht.

‚Lost‘ beginnt mit einem schicken Slapping-Solo von Bassist Alex Canion. Im Folgenden werden wir noch von einer wider Erwarten elektrisisierenden Techno-Attacke überrollt. Einen weiteren Höhepunkt bildet die unverwüstliche Power-Ballade ‚Summer Always Comes Again‘, für die sich Daniel mit Hochprozentigem bewaffnet.

2016_04_06_Voyager-8749

2016_04_06_Voyager-8752

2016_04_06_Voyager-8758

2016_04_06_Voyager-8759

2016_04_06_Voyager-8761

2016_04_06_Voyager-8781

2016_04_06_Voyager-8783

2016_04_06_Voyager-8784

2016_04_06_Voyager-8796

2016_04_06_Voyager-8811

2016_04_06_Voyager-8813

2016_04_06_Voyager-8814

2016_04_06_Voyager-8818

2016_04_06_Voyager-8842

2016_04_06_Voyager-8848

2016_04_06_Voyager-8851

2016_04_06_Voyager-8854

2016_04_06_Voyager-8855

2016_04_06_Voyager-8875

2016_04_06_Voyager-8877

2016_04_06_Voyager-8879

2016_04_06_Voyager-8888

2016_04_06_Voyager-8895

2016_04_06_Voyager-8900

2016_04_06_Voyager-8903

2016_04_06_Voyager-8904

Ein in Summe großartiger Auftritt, dem die Earthside-Jungs übrigens ebenso beiwohnen (zu ‚The Meaning Of I‘ und ‚I Am The Revolution‘ wild headbangend) wie dem nun folgenden von Leprous. Die Theatralik haben die schwarz gewandeten Mannen um Einar Solber mit ihrer Vorband gemeinsam – doch während Voyager eine hüpfende Fröhlichkeit verbreiten, überwiegt bei Leprous das Drama. Und der Anspruch, so könnte man zumindest die über vier Bildschirme zugespielten Visualisierungen interpretieren. Dem Tourmotto gemäß steht „The Congregation“ (2015) im Vordergrund. Das Publikum scheint hierauf exzellent vorbereitet, denn praktisch alle singen alles mit!

2016_04_06_Leprous-8910

2016_04_06_Leprous-8917

2016_04_06_Leprous-8919

2016_04_06_Leprous-8926

2016_04_06_Leprous-8932

2016_04_06_Leprous-8945

2016_04_06_Leprous-8949

2016_04_06_Leprous-8970

2016_04_06_Leprous-8983

2016_04_06_Leprous-8984

2016_04_06_Leprous-8985

2016_04_06_Leprous-8990

2016_04_06_Leprous-9001

2016_04_06_Leprous-9009

2016_04_06_Leprous-9020

2016_04_06_Leprous-9023

2016_04_06_Leprous-9031

2016_04_06_Leprous-9057

2016_04_06_Leprous-9066

2016_04_06_Leprous-9068

2016_04_06_Leprous-9075

2016_04_06_Leprous-9079

Das vom Abend gezeichnete Betreuer-Kamerateam musste leider früher entweichen, aber Gewährsfrauen berichten, dass ein perfektes und ausgesprochen langes Set gegeben und mit ‚Forced Entry‘ als zweitem Zugabenteil abgeschlossen wurde.

Surftipps zu Leprous:
Facebook
Twitter
Soundcloud
Spotify
Setlist 03.04., Hoofddorp, De Duycker
Wikipedia

Surftipps zu Voyager:
Facebook
Twitter
YoTube
Google+
Spotify
Bandcamp
Soundcloud
MySpace
Review zu „Element V“ (2014)
Setlist 03.04., Hoofddorp, De Duycker
Wikipedia

Surftipps zu Earthside:
Homepage
Facebook
Twitter
YouTube
iTunes
Spotify
Bandcamp
Setlist 03.04., Hoofddorp, De Duycker

Live-Fotos: Tobias Berk

Print Friendly, PDF & Email
Teilen.

Über den Autor

Klaus Reckert

"everything happy, and progressive, and occupied" K. Grahame, The Wind In The Willows

Antworten

Leprous, Voyager, Earthside, 06.04.16, Essen, Turock

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0