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    Du bist hier:Home»Reviews»King Crimson – Live In Toronto

    King Crimson – Live In Toronto

    0
    By Kristian Selm on 7. April 2016 Reviews

    King Crimson - Live In Toronto(62:39 + 64:15, 2 CDs, Discipline Global Mobile, 2016)
    Eigentlich schien das Kapitel King Crimson bereits endgültig geschlossen. Nach der letzten längeren Tour im Jahr 2003 hatte Robert Fripp keine Lust mehr auf  das stressige Tourleben, auch nervten ihn die damit verbunden Umstände immer mehr - Fotografen, die Auftritte mit Blitzlicht versauten, schlechte Bedingungen im Umfeld der Gigs, ständiges rastloses Unterwegssein -, wie er auch seit langen keine Interviews mehr geben wollte. 2008 folgten noch einige wenige Auftritte in den USA und das schien es dann endgültig mit King Crimson im Livesektor gewesen zu sein. Zum Trost für Fans hielt Fripp dafür mit diversen, sehr aufwändig und hochwertig gestalteten Boxen das Interesse an der Band hoch.

    Überraschend fand der Mastermind ein paar Jahre später Gefallen an einer komplett neuen Reinkarnation seiner Band, verbunden mit einer noch viel überraschenden Reise weit in die Vergangenheit. Ende 2014 ging die Band in der auf den ersten Blick sehr eigenwilligen Besetzung mit Robert Fripp (Gitarre, Keyboards), Jakko Jakszyk (Gitarre, Gesang), Tony Levin (Bass, Stick), Mel Collins (Saxophon, Flöte) und den drei(!) Schlagzeugern Pat Mastelotto, Gavin Harrison und Bill Rieflin wieder auf Tour durch die USA, England, Holland, Frankreich, Kanada und Japan. Die Reaktionen darauf waren begeistert, teils regelrecht enthusiastisch.

    Nachdem letztes Jahr mit dem Livealbum „Live At The Orpheum“ bereits ein rund 40-minütger, viel zu kurzer Ausschnitt jener Tour erschien, liegt mit „Live in Toronto“ jetzt endlich ein kompletter Konzertmitschnitt vor. Der Abend zuvor auf der gleichen Bühne und am gleichen Ort hatten unter keinem guten Stern gestanden, da wieder einmal Paparazzi trotz ausdrücklichen Fotografierverbots für ein Konzert ohne Zugabe und reichlich genervte Musiker sorgten - tags darauf aber lieferten King Crimson einen ihrer besten, wenn nicht sogar den besten Auftritt überhaupt in dieser Besetzung ab.

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    Allein die Setlist, die sich hauptsächlich auf die frühen 1970er konzentriert, sorgt für Begeisterung, werden hier erstaunlicherweise Titel wie ‚Pictures Of A City’, ‚The Letters’ oder ‚Sailor’s Tale’ ausgegraben, die seit über 40 Jahren nicht mehr live zuhören waren. Dennoch handelt es sich hier nicht um eine reine Nostalgieshow. Vor allem durch die Hinzunahme von Mel Collins und des unheimlich geschlossenen, aber auch innovativ trommelnden Schlagzeuger-Trios fließen ganz neue Nuancen und sonore Schattierungen in die Musik ein. Selbst Klassiker wie ‚Easy Money’, ‚Starless’, ‚Epitaph’ oder ‚21st Century Schizoid Man’ entfalten neuartigen Glanz und überraschen mit subtilen Momenten.

    So klngt das Ganze nicht nach einer Retro-Orgie,  auch wenn es schön ist endlich wieder ein paar Mellotron-Sounds zu vernehmen. Auch Material aus den 1990er- und 2000er-Jahren wie ‚VROOOM’ oder ‚The ConstruKction Of Light’ wird ganz anders als im Studio präsentiert.  Komplett neu komponiertes Material dient teilweise als kurze Überleitung oder instrumentales Intermezzo. Manches, wie ‚Meltdown’, erinnert an das 2011er-Projekt Jakzyk, Fripp and Collins. „Live In Toronto“ präsentiert eine der spannendsten, originären Crimson-Besetzungen, die Vorfreude auf die im Herbst anstehende Europa-Tour wächst weiter!
    Bewertung: 13/15 Punkten

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    Abbildungen: King Crimson / Discipline Global Mobile

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    Bill Rieflin CD Chapman Stick Discipline Global Mobile England Flöte Gavin Harrison Jakko Jakszyk Kanada King Crimson Live-Aufnahme Mel Collins Mellotron Pat Mastelotto Progressive Rock Robert Fripp Saxophon Schlagzeug Tony Levin Toronto live
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    Kristian Selm

    Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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