Mindgames – Paradox Of Choice

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(60:22, CD, Eigenpressung/Just for Kicks, 2015)
Du hast Dich schon immer gefragt, wie man Neoprog definiert, oder was das genau für eine Musikrichtung ist? Die Suche hat ein Ende. “Paradox Of Choice” (POC) ist als Titel in diesem Fall der falsche Ansatz. Denn hier ist von der ersten bis zur letzten Sekunde wirklich jede Note Neo-Prog. Und das ist gut so! Leider ist diese Lektion schon nach ziemlich genau einer Stunde vorbei. Die Belgier haben mit ihrem vierten Studioalbum einen melodiösen Stil gefunden. Sie werden es schwer haben, dies beim Nachlegen zu übertreffen. Doch der Reihe nach…

Bereits seit 1997 gibt es die Band und 2002 kam mit “International Daylight” der erste viel beachtete Longplayer auf den Markt. Einen großen Anteil am Stil von Mindgames bzw. M!ndgames hatte Rudy van der Veken mit seinen Gitarrenklängen bei allen drei bisherigen Alben. Auf dem neuen Output ist er durch Sandro Starita ersetzt. Selten fällt ein so entscheidender Wechsel derart wenig auf wie hier. Wie häufig im Neoprog-Genre, falls es noch nicht erwähnt wurde, aber dieses Album ist ein Paradebeispiel dieser Stilrichtung, kann man über die Gesangsstimme streiten. Mit Sicherheit wird es Hörer geben, die der Gesang abschreckt. Ein wenig nasal, ein wenig weinerlich kommt er rüber. Allerdings hat Mindgames-Mastermind Bart Schram auch durchaus einen Musical-kompatiblen Ausdruck. So richtig zu greifen ist das nicht, gehört aber einfach zu Mindgames dazu. Andererseits gibt es so viele wunderbare Melodiebögen, dass es eine wahre Freude ist, dieses Werk in Dauerschleife zu genießen. Nicht kundenfreundlich ist allerdings, dass die Texte dazu im Internet abgerufen werden müssen. Dann auch noch Lied für Lied, was es etwas umständlich macht. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so. “POC” ist zwar kein Konzeptalbum im herkömmlichen Sinne, thematisiert aber philosophisch den Menschen und seine Wirkung auf das Weltgeschehen durch seine Entscheidungen. Ein rundum gelungenes Album. Zur richtigen Jahreszeit kommt dieses Album in den Handel. Wir wünschen an langen Musikhörabenden viel Spaß mit dieser Musik.
Bewertung: 13/15 (KB 13, JM 7, KR 9)

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Über den Autor

mit 12 Jahren wurde ich so langsam an die Art-Rock Beatmusik geführt (so hieß das damals, ehrlich). Im Radio gab es noch die legendäre "LP-Hitparade" auf "SWF3". Deep Purple, Emerson, Lake and Palmer und die Earth Band waren meine ersten Lieblingsgruppen. Später folgten Pink Floyd und Queen. Anfang des neuen Jahrtausends war klar, die Ära der intelligenten Rockmusik mit längeren Stücken ist vorbei. Aber weit gefehlt. Bei einem YES-Konzert bekam ich einen Empire/InsideOut-Sampler in die Hand. Dort waren unter anderem Spocks`s Beard und Flower-Kings Stücke drauf. Seitdem bin ich neu infiziert und freue mich über die Kreativität der "neuen" Bands.

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Mindgames – Paradox Of Choice

von Klaus Bornemann Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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