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    Du bist hier:Home»Konzertberichte»Any Colour, 28.08.15, Köln, MTC

    Any Colour, 28.08.15, Köln, MTC

    0
    By Klaus Bornemann on 3. September 2015 Konzertberichte

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    Pink Floyd in einem kleinen Club erleben

    Der Kellerraum des MTC auf der Zülpicher Straße, mitten im Kwartier Latäng, ist wunderbar antiquiert in Schwarz gestrichen. Da der Schuppen sich ja im Studentenviertel befindet, gehört das wahrscheinlich so. Unser Christoph (CHF) schwelgte vorab jedenfalls in Erinnerungen an seine Studentenzeit, die schon 15 Jahre zurück liegt. Bis seine bezaubernde Partnerin diese Reminiszenzen minimal um zehn Jahre berichtigte. Dies erklärt möglicherweise auch, warum das Publikum an diesem Abend im Altersdurchschnitt nicht unter die 30 kam. Oder haben wir uns da auch um zehn Jahre vertan?

    Zum Konzertbeginn von Any Colour befanden sich jedenfalls rund 35 zahlende Fans in der ungefähr 40 Meter langen und 8 Meter breiten Höhle. Der Eintritt für diese großartige Pink Floyd-Coverband kostete lediglich sechs Euro. Für Brit Floyd im November des Jahres werden 65,90 Euro aufgerufen. Der direkte Vergleich hinkt zugegeben insofern, als Brit Floyd eine ziemlich aufwändige Bühnenshow präsentieren, wie sie im MTC allein schon wegen der Größe und Höhe der Bühne nicht möglich wäre. Aber man wird doch nachdenklich... Und grundsätzlich geht es ja um die Musik! Und da mussten Any Colour beweisen, ob sie in der Lage sind, Pink Floyd würdig zu vertreten. Die sechs Mann umfassende Stammformation hatte dabei auf jeden Fall ein Platzproblem. Fast kam Slapstick auf, als der Saxophonist Sebastian Siebel sich einen Weg auf die Bühne bahnen wollte. Gegen 21 Uhr begann der Gig mit vier Songs aus dem Doppelalbum "The Wall". Alles andere als leichte Kost. Any Colour meisterten dies allerdings souverän. Der Hubschrauber in der Anfangssequenz von 'Another Brick In The Wall (Part 2)' wurde nicht etwa von Band eingespielt, sondern kurzerhand von Gitarre und Keyboard intoniert - ganz großer Sport! Wie eigentlich alles, was diese Combo aus dem Raum Köln in knapp 2,5 Stunden auf der Bühne abfackelte.

    Jürgen Brings am Bass (bitte nicht mit einem Mitglied der gleichnamigen Kölschrockkarnevalformation verwechseln!), Mark Großer am Schlagzeug und Uli Schmidt als Sänger lieferten astreine Pink Floyd-Interpretationen. Hervorzuheben sind auch die beiden Gitarristen Christoph Henn und Jan Matthes, die den Gilmour-Soundteppich fast perfekt auslegten. Einziger kleiner Schönheitsfehler im Gefüge war das Keyboardspiel von Eckart Hildebrand. Beim Dritten Mal "Kokosnussgeklapper" vom Synthesizer wurde es langweilig. Ansonsten kamen von ihm einige Klangteppiche à la Rick Wright. Natürlich war das Keyboardspiel dennoch wichtig und verwöhnte mit vielen wunderbaren Sounds. Mit seinem Saxophon verzauberte Sebastian die Zuschauer. Das produzierte viele bewundernde Gemütsäußerungen.

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    Die Lautstärke war grenzwertig, allerdings verträgt die Musik dies. Ab und an war die PA aber nahe an der Verzweiflung und produzierte Geräusche, die nicht von den Instrumenten stammen konnten. Timo Brings am Mischpult (SAE-geschulter Sohn des Bassisten) erkannte diese Störungen aber direkt und griff ein, ehe es unangenehm wurde. Generell ein großes Kompliment an ihn für einen klasse abgemischten Sound.

    Die Zugabe wurde ohne große Pause nahtlos angesetzt. Dies brachte die Band im Anschluss in Verlegenheit: Die paar Mann Publikum forderten vehement und lautstark eine Zugabe. Zeit war noch vorhanden. Alleine es fehlte ein eingeübter Song. Man entschloss sich dazu, abermals 'Money' zu spielen. Das war eine wunderbare Entscheidung. Jetzt wusste jeder, danach kommt nichts mehr und die Band hat diesen Klassiker erneut wunderbar vorgetragen.

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    Als Fazit kann man festhalten, dass Any Colour Spaß auf und vor die Bühne brachte. Hier wurde Pink Floyd-Musik nahe am Original gespielt - und das für ganze 6€ Eintritt. Für diese Band rührt Betreutes Proggen gerne die Werbetrommel. Wer eine tolle Pink-Floyd-Coverband für eine Feier oder ein Festival braucht, sollte nicht zögern, mit dieser Combo Kontakt aufzunehmen. Und wer die Chance hat, sich AC live anzuhören, wird sich über die nahe am Original gespielte Reproduktion wundern und freuen.

    PS von Any Colour: "Wir suchen noch Backgroundsängerinnen!" Also wenn sich da jemand aus der geneigten Leserschaft berufen fühlt.. meldet Euch!

    Setlist:

    The Wall
    - In The Flesh?
    - The Thin Ice
    - The Happiest Days Of Our Lives
    (- Another Brick In The Wall (Part 2))

    - Young Lust
    - Hey You
    - Coming Back To Life
    - Shine On You Crazy Diamond
    - Sorrow

    The Dark Side Of The Moon
    - Speak To Me / Breathe
    - On The Run
    - Time / Breathe Reprise
    - Money
    - Us And Them
    - Any Colour You Like
    - Brain Damage, Eclipse

    Zugaben
    - Wish You Were Here
    - Comfortably Numb
    - Money (Encore)

    Surftipps:
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    Live-Fotos mit freundlicher Genehmigung von Tina Kleine

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    Any Colour Christoph Firmenich Christoph Henn Coverband Coverversion Eckart Hildebrand Jan Matthes Jürgen Brings Klaus Bornemann Köln MTC Mark Großer Pink Floyd Saxophon Sebastian Siebel Timo Brings Tina Kleine Tribute Uli Schmidt
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    Klaus Bornemann
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    mit 12 Jahren wurde ich so langsam an die Art-Rock Beatmusik geführt (so hieß das damals, ehrlich). Im Radio gab es noch die legendäre "LP-Hitparade" auf "SWF3". Deep Purple, Emerson, Lake and Palmer und die Earth Band waren meine ersten Lieblingsgruppen. Später folgten Pink Floyd und Queen. Anfang des neuen Jahrtausends war klar, die Ära der intelligenten Rockmusik mit längeren Stücken ist vorbei. Aber weit gefehlt. Bei einem YES-Konzert bekam ich einen Empire/InsideOut-Sampler in die Hand. Dort waren unter anderem Spocks`s Beard und Flower-Kings Stücke drauf. Seitdem bin ich neu infiziert und freue mich über die Kreativität der "neuen" Bands.

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