M-Opus – 1975 Triptych

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M-Opus-1975(51:04, CD, Rude Chord Recordings/JustForKicks, 2015)
Nicht vom Titel täuschen lassen – dies ist ein aktuelles Werk, wenngleich die gebotene Musik durchaus den Verdacht nahelegt, dass man sich gerade in den Mitt-70ern befinden könnte. Und das ist kein Zufall, sondern ausdrückliche Intention der Band. Verantwortlich dafür ist ein irisches Duo, bestehend aus Jonathan Casey (Gesang, Tasteninstrumente, Gitarren, Bass) und Colin Sullivan (Gitarren, Gesang). Auf den gerade mal drei Titeln gastieren am Schlagzeug noch Mark Grist und Aran O’Malley. Auf dem Kernstück ‘Different Skies‘ agiert außerdem noch Oisin O’Malley am Bass, der ebenfalls für die orchestralen Arrangements verantwortlich zeichnet, die vom Greenwich Village Orchestra umgesetzt werden.

In der Zwischenzeit ist M-Opus offenbar zu einem Quartett angewachsen, von dem man in Zukunft hoffentlich noch einiges hören wird. Denn das vorliegende Album ist eine wahre Fundgrube für den Fan des 70er SymphonicProg.

Schon der knapp achtminütige Opener ‘Travelling Man‘ überzeugt als starke Komposition mit deutlichen Yes-Einflüssen, was sich am Bassspiel wie auch an gelegentlichen Howe-ähnlichen Einlagen an der elektrischen Gitarre ablesen lässt. Passend dazu auch die feine Tastenarbeit, Mellotron-Arrangements inbegriffen. Die amerikanischen Moth Vellum mögen ebenfalls als Referenz taugen.

Es folgt das Magnum Opus, ‘Different Skies‘ mit einer Spielzeit von satten 33:36 Minuten. Der Song ist in insgesamt elf Sektionen unterteilt, die sich bisweilen in durchaus unterschiedlichen musikalischen Genres bewegen. Neben typischem SymphonicProg wird auch mal PostRock-artiges geboten. Das klingt abwechslungsreich, passt aber nicht zwingend immer gut zusammen. Leicht orientalisch Angehauchtes wird ebenso eingebaut, doch insgesamt dominiert der sinfonische Grundton. Caseys Tastenarbeit kann überzeugen, sowohl schlicht, aber effizient angelegt, an manchen Stellen dann aber auch durch mehrfaches Übereinanderlegen mit gewissem Bombast-Faktor versehen.

Das abschließende neuneinhalbminütige ‘Wasps‘ schlägt eine etwas andere Richtung ein, hier wird eine Nummer präsentiert, die eher ins Psychedelische geht und an frühe Pink Floyd erinnert.

M-Opus zeigen sich als sehr talentierte Formation, von der in Zukunft noch einiges zu erwarten ist. Jonathan Casey spielte übrigens in der David Cross Band, doch Rückschlüsse sollte man daraus nicht ziehen, denn mit Cross bzw. King Crimson hat die hier präsentierte Musik eher nichts zu tun.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 13)

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M-Opus – 1975 Triptych

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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