Opeth – Sorceress

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opeth-sorceress-2016-frontcover(56:36, CD, Moderbolaget/Nuclear Blast/Warner, 2016)
Old School-Fans, die Opeth auf Growls und Death Metal reduzieren, werden mit dem dritten „Just clean vocals“-Album in Folge erneut Schwierigkeiten haben und also weiterhin nur noch bei Konzerten bedient. Wer aber bereits zwischen „Heritage“ und “ Pale Communion“ eine deutliche Steigerung und Weiterentwicklung wahrgenommen hat und sich vielleicht für die Ausrichtung von Songs wie ‚Faith In Others‘ besonders erwärmen kann, wird diesem Zauber nun komplett verfallen. Obwohl kein wirkliches Konzeptalbum ist bei allem Abwechslungs- und Ideenreichtum doch eine deutliche atmosphärische Geschlossenheit spürbar – sowohl was musikalische wie textliche Themen angeht (vgl. dazu auch den Interview-Link bei den Surftipps unten).

„Sorceress“ gelingt der Trick, den Eindruck von kompakter Zusammengehörigkeit, den „Heritage“ vermittelt, mit stärker anhaftenden, ohrwurmigeren Melodien wie bei „Pale Communion“ zu kombinieren. Akustische Gitarren und analoge Keyboardsounds sind nochmals wichtiger geworden – vgl. etwa die Ouvertüre ‚Persephone‘, das Album-Finale ‚Persephone (Slight Return)‘, oder das nach einem heftig zerrenden E-Piano-Intro in Midtempo majestätisch losrockende ‚Sorceress‘.

Das folkige ‚Will O The Wisp‘ (Irrlicht) bringt vor einem zarten Hintergrund von Mellotron-Flöten einige der schönsten Gesangsarrangements von Mikael Åkerfeldt seit „A Fair Judgement“ (2002), gekrönt von einem jazzigen Gitarrensolo zum Niederknien.

Der Longtrack ‚Chrysalis‘ belegt, wie heftig Opeth durchaus noch Headbang-Anlässe bieten können und durchaus auch wollen – und das trotz komplex vielteiliger Struktur und ungebrochener Lust an Taktwechseln. Das komplett in Kopfstimme gehauchte’Sorceress 2′ bringt ein Wiederhören mit Mellotron-Flötentönen.

Die Rhythmik in den nach mittlerem Osten klingenden Percussions sowie die orientalischen Harmonien in den Streicher-Arrangements machen aus ‚The Seventh Sojourn‘ einen weiteren Höhepunkt des insgesamt prachtvollen Albums und den Song zu so etwas wie dem ‚Kashmir‘ der Schweden – hier allerdings von einer märchenhaften Coda aus Falsett-Chor und Flügel abgerundet.
Bewertung: 14/15 Punkten (DH 12, WE 13, KR 14)

Opeth (Foto: Band)

Surftipps zu Opeth:
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Interview zu „Sorceress“ (Rocks 05/16, S. 40-41)
Interview zu „Pale Communion“ (2014)
Konzertbericht „Opethema“ (2012)
Interview zu „Watershed“ (2008)
Konzertbericht u. Interview (2005)
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Über den Autor

Klaus Reckert

"everything happy, and progressive, and occupied" K. Grahame, The Wind In The Willows

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Opeth – Sorceress

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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