Autor: flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

8.0
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Alternative Metal • Nu Metal • Industrial • EDM • Konzeptalbum (38:00; Vinyl, CD, Digital; MNRK Heavy; 13.09.2025) A Killer’s Confession erzählen auf ""Victim 2 wieder von inneren Kriegen, moralischen Grauzonen und dem Boogeyman für die Bösen – klingt auf dem Papier nach HBO-Serienfutter, wirkt aber in der Praxis eher wie ein True-Crime-Podcast, der sich nicht entscheiden kann, ob er gruseln oder gefallen will. Waylon Reavis ringt mit Sünde, Schuld und Selbstjustiz, und als kleine Besonderheit werden die dunklen, inneren Stimmen des Protagonisten durch pitch‑verschobene Vocals dargestellt, sodass man sofort merkt, wann das „normale Selbst“ spricht und wann die finsteren…

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10.0
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Metalcore • Industrial • EDM • Djent (43:50; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 16.05.2025) Als ich Pridian beim 2024er Euroblast zum ersten Mal sah, war ich noch nicht sicher, ob ein estnischer Metalcore-Morgen das Richtige für meinen leicht verkaterten Schädel wäre. Doch das Quartett überraschte mit einer erstaunlich atmosphärischen Ruhe zwischen den Ausbrüchen – eine gewisse cineastische Weite, die sich nun auch auf "Venetian Dark" wiederfindet. Schon die Opener 'The Downfall Of Apathy' und 'Cyanide Dreams' verdeutlichen, dass das Debütalbum der Band nicht nur auf die pure Wucht setzt, sondern auf erzählerische Spannung. Pridian verbinden moderne Metalcore-Elemente mit einer…

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11.0
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Groove Metal • Melodic Death Metal • Thrash Metal • Progressive Metal (53:24; Vinyl (2LP), CD, Digital; Century Media/Sony Music; 03.10.2025) Man kann ja über moderne Metal-Produktionen sagen, was man will – aber wenn es eine Band gibt, die derzeit mit Nachdruck zeigt, wie weit man den Begriff Metal dehnen kann, ohne ihn zu zerreißen, dann sind das Orbit Culture. Mit "Death Above Life", ihrem ersten Album für Century Media, schlagen die Schweden das bisher massivste Kapitel ihrer Karriere auf. Frontmann Niklas Karlsson nennt es eine Wiedergeburt – und tatsächlich klingt alles nach Aufbruch, nach Befreiungsschlag und dem Willen, die…

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12.0
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Indie Rock • Psychedelic Pop • Art Rock • Progressive Rock (41:49; Vinyl, CD, MC, Digital; KNIK-Thirty Tigers/OPEN; 07.11.2025/12.12.2025) Portugal. The Man sind wieder da, mit einem Album, das sich anfühlt wie ein Blick in den Rückspiegel – und zugleich wie ein neuer Aufbruch. "Shish", das zehnte Werk der in Alaska gegründeten, längst in Portland ansässigen Band, ist mehr als nur eine Rückkehr zum experimentellen Indie-Rock früherer Tage: Es ist eine seelische Bestandsaufnahme. John Gourley, Sänger, Songwriter und ewiger Bastler zwischen Folk, Funk und Fuzz, zieht hier den Vorhang weiter zurück – musikalisch, biografisch, existenziell. Bereits die Vorab-Singles 'Denali', 'Tanana'…

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10.0
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Americana • Folk Rock • Progressive Folk • Avantgarde (34:36; Vinyl, CD, Digital; Ramseur Records/Ipecac Recordings/Thirty Tigers/Membran; 14.11.2025) Americana und US-Folk – ehrlich gesagt, normalerweise nicht mein Revier. Zu zahm, zu beschaulich, zu viel Lagerfeuer-Idylle. Aber dann kommt Mike Patton ins Spiel, und plötzlich wird alles interessant. Patton (u.a. Faith No More, Mr. Bungle, Fantômas, Tomahawk), einer der extravagantesten, vielseitigsten und gelegentlich leicht wahnsinnigen Stimmkünstler des Rockzirkus, hat sich mit The Avett Brothers zusammengetan, die – Überraschung – in ihren frühen Jahren selbst noch im Punk und Alt Rock unterwegs waren und Patton studierten. Plötzlich klingt Americana gar nicht mehr…

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11.0
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Progressive Metal • Post Metal • Metalcore • Industrial (44:10; Vinyl, CD, Digital; Blood Blast Distribution; 25.09.2025) Als Hei'An für das ProgPower Europe 2023 angekündigt wurden, waren die Slowenen für mich ein unbeschriebenes Blatt. Und ehrlich gesagt: Zwei Jahre später hat sich daran kaum etwas geändert. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten – im Gegenteil. Aber musikalisch blieb von ihrem damaligen Auftritt in Baarlo wenig hängen. Ein bisschen Prog Metal, eine gute Portion Metalcore, solide, aber unscheinbar und kalt. Was sich hingegen eingebrannt hat, ist das Bild von Sänger Aljaž Novak (Harsh Vocals), eingehüllt in ein an eine Mönchskutte…

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12.0
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Progressive Rock • Artrock • Singer/Songwriter (42:29; Vinyl, CD, Digital; Long Branch Records/SPV; 24.10.2025) Nach der intensiven Selbstbefragung auf "While Time Disappears" haben Our Oceans die Dunkelheit abgestreift. Die aggressiveren Elemente, die das Vorgängeralbum zwischenzeitlich in Richtung Post Rock, Noise und Blackgaze führten, sind hier fast vollständig verschwunden – nur noch in feinen Schleiern zu erahnen. Auch die Post-Rock-Einflüsse, die den Sound des letzten Albums prägten, sind diesmal nur noch als atmosphärische Restschwingungen vorhanden. "Right Here, Right Now" klingt heller, transparenter, fließender – und insgesamt leichter, aber auch etwas gleichförmiger als sein Vorgänger. Wo früher Kanten und Ausbrüche lauerten, gleitet…

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12.0
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Metalcore • Thrash Metal • Progressive Metal (17:51; Vinyl, Digital; Roadrunner Records/Warner Music; 31.10.2025) Nur drei Songs – aber "Struck Dead" klingt nach deutlich mehr. Trivium nutzen ihre neue EP als kraftvolles Zwischenkapitel zwischen Jubiläumstour und Studioausbau. Aufgenommen im eigenen Hangar-Studio in Orlando und veredelt von Mark Lewis und Josh Wilbur, bündelt die Band all ihre Stärken in gerade einmal knapp 18 Minuten Spielzeit. 'Bury Me With My Screams' eröffnet mit einem Thrash-Metal-Brett, das im Refrain wunderbar in einen Metalcore-typischen Chorus übergeht – bei mir weckt das Erinnerungen an frühe Chaosbay-Alben, auch wenn klar ist, wer hier ursprünglich wen beeinflusst…

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Paradise Reclaimed In den 90ern waren Paradise Lost neben Marillion die Band, die ich am häufigsten live gesehen hatte. Allerdings immer nur auf Festivals – Dynamo, Rock Am Ring, Bizarre –, meist als Headliner oder Co-Headliner. Damals standen die Briten auf dem absoluten Zenit ihrer Karriere. Doch es sollte bis 2001 dauern, bis ich sie endlich einmal in einer Halle erleben durfte: in Stuttgart, als Opener für The Sisters Of Mercy. Ein Abend, der sich mir eingebrannt hat – allerdings aus den falschen Gründen. Der Sound war breiig, die Bühne versank in Nebel, die Band war kaum zu erkennen, und…

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14.0
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Progressive Metal • Avantgarde • Art Rock (2:06:32; Vinyl (3LP), 2CD+Blu-ray, Digital; InsideOut Music/Sony Music; 24.10.2025) Leprous waren in den letzten Jahren – sagen wir’s, wie’s ist – omnipräsent. Ob man wollte oder nicht, an den Norwegern kam man als Prog-Fan schlicht nicht vorbei. Neue Studioalben im Zweijahrestakt, endlose Tourneen, Festivalauftritte zwischen Wacken und Night of the Prog – und zwischendurch immer wieder Special Shows, bei denen alte Alben in Gänze aufgeführt oder ganze Diskografien chronologisch durchgespielt wurden. Manchmal fragte man sich schon: Leprous? Echt jetzt? Schon wieder? Und trotzdem – langweilig wurde es nie. Denn Einar Solberg und seine…

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12.0
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Progressive Metal • Cloud Rap • Trap • Ambient (38:39/36:01; Vinyl (2LP), Digital; Into The Daze Prod/Les Airs à Vif; 17.10.2025) Dass Alben am selben Tag in zwei unterschiedlichen Versionen erscheinen, ist längst nichts Neues mehr. The Ocean veröffentlichen ihre Studioalben gern auch als reine Instrumentalversionen, Peter Gabriel ließ uns auf "i/o" sogar zwischen "Bright Side" und "Dark Side" wählen. Doch was FLIGHT CNCLLD mit "Safety Wire" vorlegen, ist ein ganz anderes Kaliber. Denn hier geht es nicht um alternative Abmischungen – hier wurden dieselben Songs gleich zweimal komplett neu eingespielt, in zwei grundverschiedenen musikalischen Welten. Die Standard-Variante von "Safety…

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10.0
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Drone • Doom (29:44; Vinyl, Digital; Sub Pop/Cargo; 14.10.2025) Sunn O))) gehören zu jener Sorte Bands, bei denen man nie so recht weiß, ob sie noch Musik oder schon eine physikalische Erscheinung sind. Was Stephen O’Malley und Greg Anderson seit über 25 Jahren als Drone Metal bezeichnen, ist weniger Song als Zustand – eine tektonische Verschiebung aus Klang, Verzerrung und Raum. Wer sich darauf einlässt, findet in diesen tiefen, gedehnten Tönen keine Melodie, sondern eine Form von Meditation – oder von Konfrontation. Meine erste echte Begegnung mit dieser Band war "Metta, Benevolence • BBC 6Music : Live On The Invitation…

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11.0
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Hardcore • Crossover (38:16; Vinyl, CD, Digital; BLKIIBLK/The Orchard/Membran; 17.10.2025) Wenn alte Helden aus der Versenkung auftauchen, endet das oft peinlich. Biohazard machen hier keine Ausnahme – außer, dass sie es richtig machen. 13 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum "Reborn In Defiance" stehen Billy Graziadei, Bobby Hambel, Danny Schuler und Evan Seinfeld wieder in Originalbesetzung und "Divided We Fall" klingt, als wäre kein Tag vergangen. NYHC- und Crossover-DNA sind klar erkennbar: Hardcore, Metal und Rap fließen ineinander, roh, kompromisslos und modern produziert. Der Opener 'F**k The System' macht unmissverständlich klar, worum es geht: treibendes Statement gegen Autorität und gesellschaftliche Spaltung.…

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11.0
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Alternative Metal • Crossover (22:51; Digital; Los Lobos Records/Awal; 17.10.2025) Wenn Consequence Of Energy die Verstärker anwerfen, spürt man sofort diesen Schub, der einst die 90er definierte: rohe Energie, Druck, und diese eigentümliche Mischung aus Wut, Intelligenz und Pathos, die man heute kaum noch hört. Kein Wunder also, dass Produzentenlegende Garth Richardson (Rage Against The Machine, Red Hot Chili Peppers, Alice Cooper) hellhörig wurde. Gemeinsam mit Engineer Dean Maher (AC/DC, KISS, Slayer) und Mastering-Guru Howie Weinberg (Nirvana, Metallica, System Of A Down) hat das chilenische Quintett eine EP geschaffen, die das Erbe des 90er-Alternative-Metal aufgreift und in ein modernes Klangbild…

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9.0
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Emo • Post Hardcore (24:51; Digital; Uncle M Music; 17.10.2025) Shark Trails aus Gießen – mit früheren Mitgliedern von Sometimes Go – haben sich dem Emo- und Post-Hardcore verschrieben. Auf ihrer Debüt-EP "I Live Here Now" hinterlassen die fünf Songs Spuren ihrer Vorbilder Circa Survive, Chuck Ragan und Hot Water Music. Allerdings orientieren sie sich an den Frühphasen dieser Bands; die komplexeren Elemente aus späterem Post- und Prog-Rock muss man hier mit der Lupe suchen - um sie dann beide wenigstens im phantastischen 'Pretend To Dance' finden zu können. Überraschungen gibt es nur wenige: Die EP bleibt im Kern gefälliger…

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12.0
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Melodic Death Metal (42:41; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 28.03.2025/10.10.2025) "Blood Dynasty" – der Titel schreit nach Pathos, Thronbesteigung und mindestens drei zerschmetterten Schwertern im Intro. Tatsächlich regiert hier aber nicht der Opernchor, sondern die eiserne Hand des Riffs. Arch Enemy liefern das, was sie am besten können: kompromisslose Energie, viel Melodie und das Gefühl, dass ihre Dynastie auf Gitarrensaiten gebaut ist. 'Dream Stealer' eröffnet mit schwerem, beinahe sakralem Orgelintro – der Moment, bevor das Donnerwetter losbricht. Dann: Explosion. Rasend, wütend, alles niederbrennend. Ein Schlachtfeld aus Riffs, gekrönt von einem mehrstimmigen Chorus. Altersmilde? Fehlanzeige. 'Illuminate The Path' zeigt sich…

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11.0
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Progressive Metal • Alternative Metal • Modern Prog (56:12; Vinyl, CD, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 26.09.2025) Vola, Sleep Token, Leprous, Tesseract, Voyager – das ist so ziemlich die Crème de la Crème des modernen Progressive Metal. Und genau mit diesen Namen wird das finnische Trio Royal Sorrow in der Ankündigung ihres Debütalbums "Innerdeeps" beworben. Eine PR-Strategie, die schnell nach Größenwahn riechen könnte – doch erstaunlicherweise geht sie auf. Denn Royal Sorrow scheitern nicht an den hochgesteckten Erwartungen, sie überraschen mit einem Reifegrad, den man einer Newcomerband so kaum zutraut. Natürlich spielen die Finnen (noch) nicht in der gleichen Liga wie…

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11.0
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Art Rock • Post Rock • Psychedelic Rock • Indie (45:12, Vinyl, CD, Digital; Full Time Hobby; 10.10.2025) Vier Jahre nach dem gewaltigen "The Besnard Lakes Are The Last Of The Great Thunderstorm Warnings" zeigen sich The Besnard Lakes auf "The Besnard Lakes Are The Ghost Nation" gelöster, luftiger und doch nicht weniger tief. Entstanden in nur fünf Tagen in einer alten Scheune der Lost River Studios, klingt das Album wie ein intuitiver Fluss aus Licht, Erinnerung und Klang. Jace Lasek mischte später im Rigaud Ranch Studio, während Olga Goreas als ruhendes Zentrum die Balance hält. 'Calling Ghostly Nations' eröffnet…

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11.0
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Progressive Rock • Konzeptalbum (1:37:01; CD, Vinyl (2LP), Digital; InsideOut Music/Sony Music; 12.09.2025) Unter welchem Namen Arjen Lucassen seine Musik veröffentlicht, war für mich schon immer zweitrangig. Ob Ayreon, Star One oder Arjen Lucassen’s Supersonic Revolution – entscheidend ist, dass die Musik stimmt. Und das tut sie auch auf "Songs No One Will Hear", das diesmal schlicht unter dem bürgerlichen Namen des niederländischen Multitalents erscheint. Lucassen bleibt seinem Stil treu – und führt ihn zugleich weiter. Wieder gibt es ein geschlossenes Konzept, eine Vielzahl von Gastmusiker:innen, einen erzählerischen Rahmen und natürlich diese ganz eigene Mischung aus Bombast, Emotion und augenzwinkernder…

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13.0
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Post Hardcore • Punk Rock • Post Rock • Art Rock (43:25; Vinyl, CD, Digital; Epitaph/Indigo Records; 03.10.2025) Mit "Horizons/East" hatten Thrice ein Album vorgelegt, das suchend, atmosphärisch, introspektiv war. "Horizons/West" setzt genau dort an, wo das Vorgängeralbum endete. Schon 'Blackout' öffnet die Türen in diese neue Welt: melancholisch, verträumt, und doch explosiv, wenn nach rund zwei Minuten ein Break einschießt, das in einen Punk-Rock-Chorus mündet, in dem Härte, Wut und Wärme aufeinandertreffen. Kurz, prägnant, aber unverkennbar – eine Brücke zwischen den Post-Hardcore-Wurzeln der Band und dem weiten, neuen Sound. Dann 'Gnash'. Knarzender Beginn, leicht verzerrter Gesang, sofort ein harter…

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