Autor: flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

10.0
Reviews

Melodic Death Metal • Adult-Oriented Death Metal (40:20; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 07.11.2025) Manchmal veröffentlicht eine Band ein neues Album und man weiß sofort: Hier wollten keine jungen Wilden die Welt umkrempeln – hier haben erwachsene Menschen in Ruhe ihr Melo-Death-Häuschen frisch gestrichen. Genau so klingt "May The Bridges We Burn Light Zhe Way", Omnium Gatherums jüngstes Geschenk an all jene, die schon länger wissen, dass Melodie wichtiger ist als Moshpit-Aerobic. Der vielzitierte Begriff Adult-Oriented Death Metal ist dabei erst ein Lacher und dann erschreckend treffend. Denn was Markus Vanhala & Co. hier zusammenschrauben, ist Melo-Death mit Wohlfühlfaktor:…

Weiterlesen
9.0
Reviews

Industrial Rock • Electronica • Ambient • Score (1:07:03; Vinyl (2LP), CD, MC, Digital; Interscope Records; 19.09.2025) Wenn Disney „Jetzt seid ihr Filmmusik“ vorgibt und Nine Inch Nails „Okay“ sagen… Fünf Jahre warten die Fans auf ein neues Nine-Inch-Nails-Album – und was kommt? Ein Score. Ein guter Score, ja. Aber eben ein Score. Dass "Tron: Ares" nun das erste Mal ist, dass Trent Reznor & Atticus Ross Filmmusik unter dem NIИ-Banner veröffentlichen, dürfte weniger eine künstlerische Eingebung gewesen sein als eher ein Satz in einem Disney-Meeting. Was man bekommt, ist feinste Reznor-/Ross-Dystopie: pulsierende Synths, verzerrte Texturen, tiefschwarze Atmosphäre*, keinerlei Orchester,…

Weiterlesen
14.0
Reviews

Modern Classical • Progressive Metal • Cinematic Prog • Oriental Metal (51:55; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 03.10.2025) Es ist ein paar Wochen her, dass "Lifeblood" bei mir aufschlug. Ich schätze Raphael Weinroth-Brownes Arbeit bei Leprous sehr, aber ein komplettes Celloalbum? Der Reiz war gering. Bis ich doch reinhörte – und mir die Kinnlade genauso fiel wie damals bei Apocalypticas Debüt. Nur dass Weinroth-Browne den Finnen hier nicht nacheifert, sondern sie eher in einen langen Schatten stellt. Manche Musiker nutzen ihr Instrument als Werkzeug, andere machen es zu einer Erweiterung ihres Körpers. Raphael Weinroth-Browne gehört zur dritten Kategorie: Er verwandelt sein…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Industrial • Post Metal • Dark Wave • Post Punk • Dark Pop (43:11; Vinyl, CD, Digital; Season Of Mist; 14.11.2025) Manchmal reicht ein neuer Name, um eine ganze Klangwelt zu befreien. Your Inland Empire wirken jedenfalls so, als hätten sie schon lange darauf gewartet, die Tür hinter Crown zuzuziehen, das Licht auszuschalten und in einem anderen Raum wieder aufzuwachen – einem, in dem alles dunkler leuchtet, präziser dröhnt und gleichzeitig seltsam eingängig geworden ist. Die Namensänderung geschah dabei analog zum Wechsel von Pelagic Records zu Season of Mist – ein sauberer Schnitt, der den Sound nicht nur befreit, sondern…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Progressive Rock • Ambient • Electronica • Folk (1:29:56; Vinyl (2LP), 2CD, Digital; Mystic Production/InsideOutMusic/Sony Music; 31.10.2025) Fünf Jahre sind vergangen, seit "Through Shaded Woods" uns in jene moosbewachsene Zwischenwelt zwischen Pagan-Folk, Dark Ambient und introspektivem Art Rock hineinzog. Fünf Jahre, in denen Mariusz Duda keineswegs untätig war: Riverside veröffentlichten mit "ID.Entity" eines ihrer zugänglichsten Alben überhaupt (samt Live-Nachschlag "Live ID."), und parallel dazu baute Duda mit seinen Solo-EPs und dem Longplayer "AFR AI D" ein elektronisches Universum, das zwischen Isolation, Lockdown und futuristischen Ambient-Experimenten oszillierte. Und jetzt also "The World Under Unsun" das achte Album seines 2008 gestarteten Projekts…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Progressive Metal • Cinematic Prog • Synthwave (52:00; Eigenveröffentlichung, 18.04.2025) Lux Terminus also wieder. Das Instrumental-Trio, das uns mit "The Courage To Be" 2018 bewiesen hat, dass man für Progressive Metal eigentlich keine Gitarren braucht – solange Vikram Shankar genug Strom auf die Tastatur bekommt. "Cinder" heißt ihr zweites Werk, aber keine Sorge: Nichts hier ist erkaltet. Eher klingt es, als hätte jemand ein Science-Fiction-Musical, ein Synthwave-Retrogame und eine Jazz-Boutique gleichzeitig in Brand gesetzt. Natürlich alles metaphorisch. Hoffentlich. Man kennt ja meine Schwäche für Vikrams Piano – dieses still leuchtende, atmende, innere-Kino-für-die-Seele-Zeug, das er bei Silent Skies so traumhaft auf…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Metalcore • Post Hardcore • Industrial (43:51; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 14.11.2025) Wer befürchtet hatte, Of Mice & Men hätten sich mit 'Tether' endgültig in Richtung massentauglichen Stadioncore verabschiedet, wird von "Another Miracle" direkt im ersten Takt korrigiert. Der Opener 'A Waltz' bringt einen herrlich schrägen Post-Hardcore-Walzer, der sofort klarmacht: Hier wird nicht für die großen Stadien geschminkt, hier wird wieder gespielt. Natürlich findet man auch diesmal von Pop durchzogene hymnische Gesangsmelodien wie in 'Troubled Water', aber Of Mice & Men kombinieren sie immer wieder mit fetten Riffs, harten Breakdowns ('Swallow') und einem futuristischen Sounddesign mit Industrial-Elementen. Das…

Weiterlesen
8.0
Reviews

Alternative Metal • Nu Metal • Industrial • EDM • Konzeptalbum (38:00; Vinyl, CD, Digital; MNRK Heavy; 13.09.2025) A Killer’s Confession erzählen auf ""Victim 2 wieder von inneren Kriegen, moralischen Grauzonen und dem Boogeyman für die Bösen – klingt auf dem Papier nach HBO-Serienfutter, wirkt aber in der Praxis eher wie ein True-Crime-Podcast, der sich nicht entscheiden kann, ob er gruseln oder gefallen will. Waylon Reavis ringt mit Sünde, Schuld und Selbstjustiz, und als kleine Besonderheit werden die dunklen, inneren Stimmen des Protagonisten durch pitch‑verschobene Vocals dargestellt, sodass man sofort merkt, wann das „normale Selbst“ spricht und wann die finsteren…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Metalcore • Industrial • EDM • Djent (43:50; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 16.05.2025) Als ich Pridian beim 2024er Euroblast zum ersten Mal sah, war ich noch nicht sicher, ob ein estnischer Metalcore-Morgen das Richtige für meinen leicht verkaterten Schädel wäre. Doch das Quartett überraschte mit einer erstaunlich atmosphärischen Ruhe zwischen den Ausbrüchen – eine gewisse cineastische Weite, die sich nun auch auf "Venetian Dark" wiederfindet. Schon die Opener 'The Downfall Of Apathy' und 'Cyanide Dreams' verdeutlichen, dass das Debütalbum der Band nicht nur auf die pure Wucht setzt, sondern auf erzählerische Spannung. Pridian verbinden moderne Metalcore-Elemente mit einer…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Groove Metal • Melodic Death Metal • Thrash Metal • Progressive Metal (53:24; Vinyl (2LP), CD, Digital; Century Media/Sony Music; 03.10.2025) Man kann ja über moderne Metal-Produktionen sagen, was man will – aber wenn es eine Band gibt, die derzeit mit Nachdruck zeigt, wie weit man den Begriff Metal dehnen kann, ohne ihn zu zerreißen, dann sind das Orbit Culture. Mit "Death Above Life", ihrem ersten Album für Century Media, schlagen die Schweden das bisher massivste Kapitel ihrer Karriere auf. Frontmann Niklas Karlsson nennt es eine Wiedergeburt – und tatsächlich klingt alles nach Aufbruch, nach Befreiungsschlag und dem Willen, die…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Indie Rock • Psychedelic Pop • Art Rock • Progressive Rock (41:49; Vinyl, CD, MC, Digital; KNIK-Thirty Tigers/OPEN; 07.11.2025/12.12.2025) Portugal. The Man sind wieder da, mit einem Album, das sich anfühlt wie ein Blick in den Rückspiegel – und zugleich wie ein neuer Aufbruch. "Shish", das zehnte Werk der in Alaska gegründeten, längst in Portland ansässigen Band, ist mehr als nur eine Rückkehr zum experimentellen Indie-Rock früherer Tage: Es ist eine seelische Bestandsaufnahme. John Gourley, Sänger, Songwriter und ewiger Bastler zwischen Folk, Funk und Fuzz, zieht hier den Vorhang weiter zurück – musikalisch, biografisch, existenziell. Bereits die Vorab-Singles 'Denali', 'Tanana'…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Americana • Folk Rock • Progressive Folk • Avantgarde (34:36; Vinyl, CD, Digital; Ramseur Records/Ipecac Recordings/Thirty Tigers/Membran; 14.11.2025) Americana und US-Folk – ehrlich gesagt, normalerweise nicht mein Revier. Zu zahm, zu beschaulich, zu viel Lagerfeuer-Idylle. Aber dann kommt Mike Patton ins Spiel, und plötzlich wird alles interessant. Patton (u.a. Faith No More, Mr. Bungle, Fantômas, Tomahawk), einer der extravagantesten, vielseitigsten und gelegentlich leicht wahnsinnigen Stimmkünstler des Rockzirkus, hat sich mit The Avett Brothers zusammengetan, die – Überraschung – in ihren frühen Jahren selbst noch im Punk und Alt Rock unterwegs waren und Patton studierten. Plötzlich klingt Americana gar nicht mehr…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Progressive Metal • Post Metal • Metalcore • Industrial (44:10; Vinyl, CD, Digital; Blood Blast Distribution; 25.09.2025) Als Hei'An für das ProgPower Europe 2023 angekündigt wurden, waren die Slowenen für mich ein unbeschriebenes Blatt. Und ehrlich gesagt: Zwei Jahre später hat sich daran kaum etwas geändert. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten – im Gegenteil. Aber musikalisch blieb von ihrem damaligen Auftritt in Baarlo wenig hängen. Ein bisschen Prog Metal, eine gute Portion Metalcore, solide, aber unscheinbar und kalt. Was sich hingegen eingebrannt hat, ist das Bild von Sänger Aljaž Novak (Harsh Vocals), eingehüllt in ein an eine Mönchskutte…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Progressive Rock • Artrock • Singer/Songwriter (42:29; Vinyl, CD, Digital; Long Branch Records/SPV; 24.10.2025) Nach der intensiven Selbstbefragung auf "While Time Disappears" haben Our Oceans die Dunkelheit abgestreift. Die aggressiveren Elemente, die das Vorgängeralbum zwischenzeitlich in Richtung Post Rock, Noise und Blackgaze führten, sind hier fast vollständig verschwunden – nur noch in feinen Schleiern zu erahnen. Auch die Post-Rock-Einflüsse, die den Sound des letzten Albums prägten, sind diesmal nur noch als atmosphärische Restschwingungen vorhanden. "Right Here, Right Now" klingt heller, transparenter, fließender – und insgesamt leichter, aber auch etwas gleichförmiger als sein Vorgänger. Wo früher Kanten und Ausbrüche lauerten, gleitet…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Metalcore • Thrash Metal • Progressive Metal (17:51; Vinyl, Digital; Roadrunner Records/Warner Music; 31.10.2025) Nur drei Songs – aber "Struck Dead" klingt nach deutlich mehr. Trivium nutzen ihre neue EP als kraftvolles Zwischenkapitel zwischen Jubiläumstour und Studioausbau. Aufgenommen im eigenen Hangar-Studio in Orlando und veredelt von Mark Lewis und Josh Wilbur, bündelt die Band all ihre Stärken in gerade einmal knapp 18 Minuten Spielzeit. 'Bury Me With My Screams' eröffnet mit einem Thrash-Metal-Brett, das im Refrain wunderbar in einen Metalcore-typischen Chorus übergeht – bei mir weckt das Erinnerungen an frühe Chaosbay-Alben, auch wenn klar ist, wer hier ursprünglich wen beeinflusst…

Weiterlesen

Paradise Reclaimed In den 90ern waren Paradise Lost neben Marillion die Band, die ich am häufigsten live gesehen hatte. Allerdings immer nur auf Festivals – Dynamo, Rock Am Ring, Bizarre –, meist als Headliner oder Co-Headliner. Damals standen die Briten auf dem absoluten Zenit ihrer Karriere. Doch es sollte bis 2001 dauern, bis ich sie endlich einmal in einer Halle erleben durfte: in Stuttgart, als Opener für The Sisters Of Mercy. Ein Abend, der sich mir eingebrannt hat – allerdings aus den falschen Gründen. Der Sound war breiig, die Bühne versank in Nebel, die Band war kaum zu erkennen, und…

Weiterlesen
14.0
Reviews

Progressive Metal • Avantgarde • Art Rock (2:06:32; Vinyl (3LP), 2CD+Blu-ray, Digital; InsideOut Music/Sony Music; 24.10.2025) Leprous waren in den letzten Jahren – sagen wir’s, wie’s ist – omnipräsent. Ob man wollte oder nicht, an den Norwegern kam man als Prog-Fan schlicht nicht vorbei. Neue Studioalben im Zweijahrestakt, endlose Tourneen, Festivalauftritte zwischen Wacken und Night of the Prog – und zwischendurch immer wieder Special Shows, bei denen alte Alben in Gänze aufgeführt oder ganze Diskografien chronologisch durchgespielt wurden. Manchmal fragte man sich schon: Leprous? Echt jetzt? Schon wieder? Und trotzdem – langweilig wurde es nie. Denn Einar Solberg und seine…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Progressive Metal • Cloud Rap • Trap • Ambient (38:39/36:01; Vinyl (2LP), Digital; Into The Daze Prod/Les Airs à Vif; 17.10.2025) Dass Alben am selben Tag in zwei unterschiedlichen Versionen erscheinen, ist längst nichts Neues mehr. The Ocean veröffentlichen ihre Studioalben gern auch als reine Instrumentalversionen, Peter Gabriel ließ uns auf "i/o" sogar zwischen "Bright Side" und "Dark Side" wählen. Doch was FLIGHT CNCLLD mit "Safety Wire" vorlegen, ist ein ganz anderes Kaliber. Denn hier geht es nicht um alternative Abmischungen – hier wurden dieselben Songs gleich zweimal komplett neu eingespielt, in zwei grundverschiedenen musikalischen Welten. Die Standard-Variante von "Safety…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Drone • Doom (29:44; Vinyl, Digital; Sub Pop/Cargo; 14.10.2025) Sunn O))) gehören zu jener Sorte Bands, bei denen man nie so recht weiß, ob sie noch Musik oder schon eine physikalische Erscheinung sind. Was Stephen O’Malley und Greg Anderson seit über 25 Jahren als Drone Metal bezeichnen, ist weniger Song als Zustand – eine tektonische Verschiebung aus Klang, Verzerrung und Raum. Wer sich darauf einlässt, findet in diesen tiefen, gedehnten Tönen keine Melodie, sondern eine Form von Meditation – oder von Konfrontation. Meine erste echte Begegnung mit dieser Band war "Metta, Benevolence • BBC 6Music : Live On The Invitation…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Hardcore • Crossover (38:16; Vinyl, CD, Digital; BLKIIBLK/The Orchard/Membran; 17.10.2025) Wenn alte Helden aus der Versenkung auftauchen, endet das oft peinlich. Biohazard machen hier keine Ausnahme – außer, dass sie es richtig machen. 13 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum "Reborn In Defiance" stehen Billy Graziadei, Bobby Hambel, Danny Schuler und Evan Seinfeld wieder in Originalbesetzung und "Divided We Fall" klingt, als wäre kein Tag vergangen. NYHC- und Crossover-DNA sind klar erkennbar: Hardcore, Metal und Rap fließen ineinander, roh, kompromisslos und modern produziert. Der Opener 'F**k The System' macht unmissverständlich klar, worum es geht: treibendes Statement gegen Autorität und gesellschaftliche Spaltung.…

Weiterlesen