ArtPop • Progressive Rock • Singer/Songwriter
(53:56; CD, digital; M.P. Records/7D Media; 19.09.2025)
Der aus Civitavecchia (Rom) stammende Musiker Marco Mattei ist mit seinem Debütalbum "Out Of Control" bereits hier vorgestellt worden. Das meiste, was dort geschrieben wurde, kann auch wortwörtlich auf das Nachfolgewerk übertragen werden. Erneut hat der Protagonist alles selbst produziert, abgemischt und gemastered und mit einer Ausnahme auch komponiert. Dass auf den zehn Songs so viele unterschiedliche Sängerinnen und Sänger zu hören sind, ist – wie schon auf dem Vorgänger – keineswegs störend und behindert auch nicht den Fluss des Albums.
Mattei, der zunächst Jazz Gitarre studiert hatte und auch in einer Rush Coverband gespielt hat, hat diesmal viele Songs am Klavier entwickelt, was man bisweilen auch gut nachvollziehen kann. Thematisch dreht es sich um menschliche Beziehungen, emotionale Abhängigkeiten usw. – stellvertretend dafür eine in der Mitte des Booklets abgedruckte Widmung: "This album is dedicated to everyone struggling to fit in today’s society".
Ein reines Prog Album sollte nicht erwartet werden, auch wenn so bekannte Namen wie Tony Levin, Trey Gunn oder Jerry Marotta aus dem King Crimson und Peter Gabriel Umfeld auftauchen. Überhaupt hat sich an der langen Musikerliste im Vergleich zu "Out Of Control" gar nicht so viel geändert. Schon der knapp acht-minütige Opener 'Just Tired' weiß sehr zu gefallen, und speziell in der am Ende angehängten "extended version" dieses Songs, der es dort auf elf Minuten Laufzeit bringt, erinnert das Arrangement (nicht die Stimme) an Peter Gabriel. Eine E-Gitarre wiederum erzeugt zwischendurch mal Frippertronics-artige Sounds.
Und auch der zweite Track 'You Don’t Deserve It' hat eine gewisse Gabriel Attitüde. Bemerkenswert dabei, dass auf diesem Song der Protagonist selbst singt, und das recht gut. Das Potenzial ist sicherlich vorhanden, auch mal ein komplettes Album selbst einzusingen. Der instrumentale Track 'Insomnia' mit seinen gesprochenen Texten und der interessanten Begleitung (inklusive Mellotron) lässt an Steven Wilsons Meisterwerk "Hand.Cannot.Erase" denken.
Der 'So Fragile' betitelte Song wirkt auch genauso, wie der Titel es besagt, wobei die Stimmung etwas Wehmütiges versprüht. Dies ist übrigens auch das einzige Stück, das nicht allein aus der Feder Matteis stammt, denn in diesem Fall handelt es sich um eine Gemeinschaftskomposition von Mattei und Keyboarder Galioto.
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Wer temporeiche Musik hören möchte, am besten noch mit ein paar Metal Einlagen versehen, liegt hier falsch. Freunde von stimmungsvollen, oft eher bedächtig anmutenden Kompositionen in einer Mischung aus ArtPop und atmosphärischem Singer/Songwriter-Material mit gelegentlichen Prog-Einflüssen kommen hier eher auf ihre Kosten. Es mag zwar vielleicht nicht jeder Song zünden, doch die intensiven Stimmung und emotionale Tiefe hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck.
Bewertung: 9/15 Punkten
Besetzung:
• Marco Mattei - electric guitars / guitar loops / bouzouki / acoustic guitars / celesta / keyboards / percussion / programming / lead vocals (track 2)
• Duilio Galioto - Piano, Wurlitzer, Hammond B3, Mellotron, Lowrey Organ, Rhodes Mk1, Vox Continental, Farfisa Compact Deluxe, Memory Moog
• Jerry Marotta - drums / percussion
• Tony Levin - electric bass / upright bass
• Dave Bond - lead vocals (1, 10) / backing vocals (1)
• Malena Ramonet - lead and backing vocals (3)
• Tino Boley - lead vocals (4)
• Jennifer Maidman - voice (5)
• Trey Gunn - Warr guitar (5)
• Jeff Kightley - lead and backing vocals (6)
• Peter Voronov - violin (6)
• Joe Edelmann - lead and backing vocals (7)
• María Betania Hernández - cello / violin / viola (7, 8)
• Fabio Trentini - lead and backing vocals (9)
• Michele Boni - cavaquinho (9)
• Katrin Romanova - harp (9)
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Abbildungen: Marco Mattei

