
Progressive Rock • Symphonic Rock • Konzeptalbum
(52:31; Vinyl (2LP), CD, CD+Blu-ray, Digital; Madfish/Edel; 16.10.2026)
Wer die progressiven und sinfonischen Keyboard-Eskapaden von Rick Wakeman liebt, bekommt mit "Return To The Red Planet" zuverlässig Nachschub. Der Ex-Yes-Keyboarder schickt sein English Rock Ensemble erneut zum Mars und fährt alles auf, was das gepflegte Tasten-Inferno benötigt: majestätische Melodiebögen, opulente Sounds und Soli, die vermutlich auch ohne Sauerstoffzufuhr funktionieren. Neue Marsfotos und Forschungsdaten mögen die Inspiration geliefert haben, musikalisch bleibt der Maestro jedoch lieber in der eigenen Umlaufbahn.
Überraschungen sind, wie schon auf "The Red Planet", Mangelware. Zwischen symphonischer Pracht, atmosphärischen Passagen und verspielten Keyboard-Ausflügen herrscht zwar Abwechslung, neue Erkenntnisse fördert sie allerdings kaum zutage. Die Kompositionen bewegen sich auf ausgetretenen Pfaden des klassischen Prog und sind entsprechend vorhersehbar. Seicht sind diese Gewässer keineswegs – bloß ist man darin schon so oft herumgeschippert, dass selbst die nächste musikalische Schleife kaum noch Seekrankheit verursacht. 'Witch Hazel Hill' bietet immerhin genügend verschachtelte Tastenturnerei, um die Fingerfertigkeit des Meisters nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Dass Wakeman schon lange vor "The Red Planet" musikalisch ins All aufgebrochen war, zeigt seine Zusammenarbeit mit David Bowie. Auf dessen 1969er Album "Space Oddity" spielte er Mellotron, später auch Klavier bei 'Life On Mars?'. 'Bowie's Vision' ist deshalb eine persönliche Hommage und kein bloß thematisch passend auf die Marsmission geklebter Promi-Aufkleber. Der Song zählt zu den emotionaleren Momenten des Albums; Mollie Marriott, Tochter von Steve Marriott von den Small Faces, verleiht ihm mit ihrer ausdrucksstarken Stimme zusätzliches Gewicht.
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'Noctis Labyrinthus' erinnert mit seinen dramatischen Synthesizern und der bissigen Gitarre stark an Ayreon – wobei sich natürlich die Frage stellt, ob Arjen Lucassen diesen Sound nicht seinerseits bei Wakeman abgeguckt hat. 'The Epochs Of Mars' bündelt zum Finale noch einmal die kosmische Breitwandästhetik. Dave Colquhoun an der Gitarre, Lee Pomeroy am Bass und Adam Falkner am Schlagzeug sorgen für ein solides rhythmisches Fundament, während die Tasten erwartungsgemäß den Löwenanteil der Aufmerksamkeit beanspruchen.
Schon der Auftakt 'The Jezero Crater' erinnert zudem an ältere Ideen aus Wakemans Artus-Phase. Zusammen mit den mitunter künstlich wirkenden Chören entsteht so weniger eine Expedition ins Unbekannte als eine weitere Runde durch das gut sortierte Wakeman-Universum. Handwerklich souveräner, majestätischer Prog für eingefleischte Tastenfans – nur sollte niemand erwarten, dass der alte Raumfahrer diesmal neue Galaxien entdeckt.
Wertung: 10/15 Punkte
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Besetzung:
• Rick Wakeman - Keyboards
• Lee Pomeroy - Bass
• Dave Colquhoun - Gitarre
• Adam Falkner - Schlagzeug
• Mollie Marriott - Gesang
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von cmm zur Verfügung gestellt.

