Alternative • Indie
(50:40, CD, Vinyl, Digital; Domino; 12.09.2025)
Wer die Post-Punk Band Working Men's Club kennt, dem dürfte der Name Sydney Minsky Sargeant ein Begriff sein. Doch Obacht: diese Musik hat mit der Musik seiner Band absolut nichts gemeinsam. Null Komma Null. Sein Debütalbum "Lunga" ist dabei der Name einer kargen, schroffen und unbewohnten schottischen Insel. So in etwa klingt dann auch dieses Album: karg, minimalistisch, spärlich instrumentiert, intim und nur selten nach großem Aufwand. Viele akustische Instrumente, viel Stimme mit Hall, viel Gefühl.
Angeblich hat der erst 23-jährige Künstler einige Jahre an diesem Album geschrieben und die Aufnahmen stammen aus unzähligen Besuchen im Studio von Produzent Alex Greaves, der hauptsächlich in Leeds und Umgebung eine feste Größe in der Szene ist. Sargeant spielte alle Instrumente alleine ein und ließ sich angeblich auch nicht in seinen Aufnahmeprozess reinreden. So kommt es dann, dass der Titeltrack leider minutenlang vor sich hin wabert mit allerlei nicht definierbaren elektronisch erzeugten Klängen ohne Sinn. Das trübt den allgemein positiven Eindruck weil es mitten im Album einen Bruch darstellt und auch nicht zum ansonsten eher positiven akustischen Gesamtbild passt. Mit fast acht Minuten ist das auf Vinyl echt nervig.
Ansonsten klingt das Werk aber sehr homogen und für ein fast nur akustisch aufgenommenes Album erstaunlich abwechslungsreich. Manche Songs gehen noch recht gut ins Ohr, bei anderen ist es jedoch schwieriger und der Hörer sollte beim Anhören schon bei der Sache sein. Dazu eine interessante Stimme, die jederzeit Herr der Lage ist, aber manchmal auch etwas weniger Hall vertragen hätte. Und natürlich tolle Kompositionen wie das unendlich traurige 'Lisboa'. Oder das fröhlichere 'Summer Song'. Der Name ist Programm.
"Lunga" ist ein Werk für die herbstliche Stimmung, ohne dass es aber zu viel in Tristesse verfällt. Der Einstand als Solointerpret ist dem Künstler jedenfalls gelungen und mit seinem jungen Alter werden wir sicher noch einiges von ihm hören. Dann aber bitte ohne einen Track wie dem missglückten Titelsong.
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Bewertung: 10/15 Punkten
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Abbildung: Sydney Minsky Sargeant

