Symphonic Prog • Postrock • Melodic Rock
(44:21; CD, Vinyl, digital; Eigenproduktion (Blauer Salon)/Just for Kicks; 21.11.2025)
Superthousand – dem Rezensenten bisher völlig unbekannt, was sich schon mal gar nicht gehört, denn sie sind auf diesen Seiten bereits mit der Vorstellung ihres dritten Albums “#Trnsit“ erwähnt worden. Und da steht unter anderem auch was von einem Schmankerl für alle Anonymen Mellotroniker, zu denen sich (jetzt allerdings nicht mehr anonym) der Autor dieser Zeilen ganz sicher zählen darf. Offensichtlich also wurde dieser Artikel völlig übersehen – und das bei einem Album, das ganz dem eigenen Beuteschema entspricht. Und dies mit dem aktuellen Werk auch eindeutig bestätigt, wie sich schnell herausstellt.
Die Band stammt aus Gummersbach, dem Schreiberling wie auch schon dem Vorredner bei der Rezension des dritten Albums bestens bekannt. Sie treten in Trio Besetzung an, bieten aber keineswegs ELP-artiges, sondern sind im Modern Prog Genre unterwegs und wissen auf den insgesamt sechs Songs mit abwechslungsreicher Musik zu überzeugen. Da ist einiges an Retroprog Elementen vorhanden, doch ebenso Steven Wilson Atmosphäre oder auch mal Postrockiges. Die Band bezeichnet ihre Musik als Progressive Rock mit Samples und Liebe. Mit Klangbergen epischer Breite und melancholischer Tiefe. Kann man so stehen lassen.
Der Opener 'Seven' bringt es auf rund zehn Minuten Laufzeit und hat gleich einige Facetten im Angebot. Das ist melodischer, moderner Prog mit sehr angenehmem Gesang, einem Postrock Schlenker und Symphonic Touch durch starke Keyboardarbeit. Das nachfolgende 'Gift' beginnt im Singer-/Songwriter Stil, nur Gesang und akustische Gitarre, doch plötzlich wird mittels programmierten Beats Tempo aufgenommen, begleitet von Gitarre und Synthesizer, in das schließlich das Schlagzeug einsteigt und für ordentlich Fahrt sorgt.
Der zunächst bedächtig startende Titelsong entwickelt sich zu einer ziemlich kräftigen Nummer, die sich bisweilen in Postrock Gefilden bewegt. Hier wie auch in anderen Songs gilt, dass sich die Gesangsmelodien nach einigen Durchläufen in den Hörgängen einnisten können. An den in der Vorgängerrezension erwähnten Steve Hogarth erinnert der Gesang auf "Four" gar nicht, auf dem Titelsong kommt zum Beispiel eher mal der Name David Gilmour in den Sinn. Schöne Balladen können sie übrigens auch, was das abschließende 'End' belegt.
Den Namen Superthousand sollte man sich merken, die in dieser Formation reichhaltig vorhandenen Talente sorgen für interessante Musik, die definitiv Aufmerksamkeit verdient. Die Qualität des vierten Albums sorgt dann auch gleich dafür, sich mal mit den Vorgängeralben zu beschäftigen.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Markus Missbrandt - drums
• Dominik Mertens - vocals / guitars
• Lars Dreier - keyboards / bass
Surftipps:
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Abbildungen: Superthousand

