Progressive Rock • Rock • Melodic Rock • Neo-Prog
(75;06, CD, Digital; Unicorn Digital, Just For Kicks, 14.11.2025)
Neben der sicherlich etwas bekannteren Progressive Rock Band Mystery ist auch die Formation Huis ein Teil der kleinen aber feinen kanadischen Prog-Szene. Eine gewisse Nähe zu Mystery kann Huis nicht abgesprochen werden, verwunderlich ist das allerdings nicht, da der Gitarrist Michel St-Père gleichermaßen auch festes Mitglied von Mystery ist.
Das kanadische Progressive-Rock-Quartett wagt mit ihrem im Herbst 2025 erschienen Album "À Huis Clos" einen Spagat zwischen eigenen Kompositionen und Coverversionen. Es ist mittlerweile ihr fünftes Album in 11 Jahren. Huis hat sich u.a. bei Rock-Größen wie Deep Purple, Genesis, Rush, Saga und Marillion bedient und versucht u.a. auch ihren eigenen Stil innerhalb der acht Covertitel unterzubringen. Ergänzt haben sie ihr Album um drei zusätzliche Eigenkompositionen. Man darf sich schon fragen, warum eine Band sich bei anderen Künstlern bedient, reicht etwa die eigene Kreativität nicht oder soll das eigene Profil weiter geschärft werden? Eigentlich hat Huis das nicht nötig, was ihre frühere Alben auch belegen. Grund für die Auswahl der Titel dürfte hingegen die vielseitige und intensive Behandlung des Jean-Paul Sartre Theaterstücks „Geschlossene Gesellschaft“ (Huis clos) sein, auch wenn sich dieses nicht sofort erschließt. Dennoch findet sich die Thematik im Album wieder, eine Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz, Erinnerung und dem Streben nach Wahrheit.
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Trotz aller Fragezeichen darf man festhalten, dass Huis mit "À Huis Clos" ein ambitioniertes Werk gelungen ist. Kein wie von den Fans vermutlich erwartetes durchgehend progressives Rock-Album, sondern ein ebenso auf Rock und Melodic Rock basierendes Werk. Die drei Eigenkompositionen 'Stolen', 'Man on the Hill' und 'Beyond the Amstel' bieten aber den von Huis erwartbaren Neo-Prog. Allgemein sind die Kompositionen bzw. die von bekannten Klassikern stammenden Neuinterpretationen facettenreich und wirken nicht althergebracht. Im Gegenteil sie erhalten durch ihre Art der Umsetzung einen modernen Anstrich. Dabei zeichnen sie sich zudem durch melodische Gitarrenlinien, atmosphärische Keyboards und detailreiches Schlagzeugspiel aus. Am Ende ergeben sich daraus spürbar emotional gefärbte Klanglandschaften.
"A Huis Clos" ist insgesamt betrachtet ein ordentliches Album und dürfte bei den melodisch orientierten Progressive Rock-Fans ganz gut ankommen, obwohl das Album nicht so viel Neues zu bieten hat.
Bewertung: 9/15 Punkten
Songs:
1. Down and Out (Genesis) (5:24)
2. Perfect Strangers (Deep Purple) (6:00)
3. Stolen (Huis) (10:41)
4. Easter (Marillion) (6:31)
5. Wildest Dreams (Asia) (5:11)
6. Man on the Hill (Huis) (8:07)
7. Between the Wheels (Rush) (5:49)
8. Qu‘est ce que t‘as compris (Morse Code) (5:31)
9. Don‘t be Late (Saga) (6:03)
10. The Hanging Tree (Arena) (7:32)
11. Beyond the Amstel (Huis) (8:17)
Total Time 75:06
Line-up / Musicians:
• Sylvain Descôteaux / Vocals
• Michel St-Père / Guitars
• Michel Joncas / Bass
• Martin Plante / Drums
• Johnny Maz / Keyboards
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Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Huis/ Unicorn Digital

