Americana • Progressive Rock • Alternative Rock
(59:50; CD, Digital; Eigenproduktion/Just For Kicks; 22.01.2026)
Alan Morse bringt sein zweites Soloalbum unter die Leute. Kurz nach Veröffentlichung von 'The Archaeoptimist' seiner Stammband Spock's Beard hat der Bruder von Neal Morse 11 Songs mit Hilfe diverser Musikkollegen eingespielt. Darunter natürlich seine Bandkumpels, aber auch sein Bruder hat einen Teil dazu beigetragen. Das letzte Spock's Beard Album konnte ja Fans wie Kritiker wegen seines wieder neu entdeckten Proganteils gleichermaßen begeistern und somit liegt die Messlatte für deren Bandchef natürlich entsprechend hoch. Kommt auch er wieder zurück zu den Wurzeln resp. der progressiven Seite der Musik oder driftet er in den Mainstream ab? Nun, er driftet nicht komplett ab, bleibt aber weniger progressiv in seinen Kompositionen als seine Hauptband, zumindest wenn man deren neues Album als Vergleich heranzieht. Im Gegensatz zu seinem ersten rein instrumentalen Album gibt es hier auf 10 Tracks auch Stimmen zu hören, darunter auch seine eigene. Das macht für viele die Angelegenheit zugänglicher und alleine schon dieser Punkt ist auch für den Rezensenten ein Plus.
Sogar wenn sich seine Tracks zum Teil zu eingängig anhören wie 'It's Never Enough', so sollte man sich nirgendwo zu sicher sein. >em>Alan Mose überrascht an den unscheinbarsten Stellen und selbst bei richtigen Rockkrachern wie 'I Don't Want To Travel Time If It Takes Forever' fängt der Fuß an zu zucken, auch bei hartgesottenen Proghörern. Das alleine reicht über ein ganzes Album aber nicht, um das Interesse hoch zu halten. 'In The Shadow Of The Sun' killt die Stimmung komplett mit seinem endlosen Refrain, besonders weil das vorherige 'This Is Who We Are' schon nicht überzeugen konnte. So ertappt sich der Rezensent dabei, nicht mehr voll konzentriert zu sein. Das ist der Killermoment für Musik......
Leider wird das Album später mit simplen Tracks wie 'Making Up My Heart' auch nicht besser für den anspruchsvollen Hörer. Es bleibt halt alles irgendwie zwischen Anspruch und Mittelmaß stecken. Das hat durchaus seine Momente wie im Titeltrack 'So Many Words', aber es überkommt mich zu oft das Gefühl, dass weniger Spielzeit mehr gewesen wäre. Der instrumentale Track 'Bass Solo' ist dabei komplett fehl am Platz.
Somit bleibt mein Fazit durchwachsen. Ich möchte hier nicht den Progprofessor spielen, aber gegenüber dem kürzlichen Album seiner Hauptband ist das hier schon dürftig aus Progsicht. Und für Hörer mit Rockattitüde ist eventuell zu viel Prog drin. Dieser Grenzbereich kann interessant klingen, macht mir hier aber eher Kopfschmerzen.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Line-Up:
Alan Morse - guitars, bass, lead vocals, keyboards, cello
Neal Morse - guitars (3), lead vocals (3,5), keyboards (3)
Simon Phillips - drums (1,4)
Jimmy Keagan - backing vocals (1,2,4,7,11), drums (2,5,11)
Markus Riegler - backing vocals (1), keyboards (2), FX (2), additional guitars (4)
Dave Meros - bass (2)
Ted Leonard - lead vocals (2), backing vocals (2)
Ryo Okumoto<(em> - keyboards (2), FX (2)
John Morse - drums (3,10), rhythm guitar (10)
Tony Levin - bass (3)
Dominic Dean Breaux - saxophone (3,8)
Bob Gutzman - viola (4,5)
Jamie Wipf - tin whistle (4)
Nick d'Virgilio<(em> - drums (6,7,8)
Julia Morse - lead vocals (7)
James Fogg - additional guitars (8)
Ariana Giokaris - backing vocals (10,11)
Eva Prappas - backing vocals (11)
Surftipps:
bandcamp
Abbildungen: Alan Morse/Bandcamp

