Kraut Rock • Experimental • Dark Alternative
(41:57; Digital; Eigenveröffentlichung; 20.03.2025)
Musik aus Polen, die intuitiv einen ganz eigenen Weg formuliert, sich treiben lässt, gefühlte und gelebte Improvisation in sich trägt und doch einen nachdrücklichen Flow auf den Weg bringt.
Seltsame weibliche Vokal-Phrasierungen, krautrockige Rhythmen, schneidende Post Punk Gitarren, halluzinierend vibrierende Grooves wirren durch alle Ecken des Raumes, grooven mit düsterem Bass, atmen Punk, ohne diesen konkret zu spielen. Es passiert eigentlich ständig irgendwas und dieses fiebrig, verstrahlte Musizieren, diese Art trippiges Labyrinth hat etwas Ansteckendes.
Die Bilder, welche Songs wie das trippig-groovende 'Podolny..' vor dem geistigen Auge projizieren – die heraufbeschworene Kakophonie, das wilde Experimentieren mit Sounds, Grooves und abgedrehter Electronica funktioniert auf seltsam bizarre Weise und gerade abends generiert diese Platte einen befremdlichen Sog. Hypnotische Orgeln, wirre Female Schreie, monotone Drums und allerhand LSD-artige Sequenzen schwirren und überlagern sich im Kopf, finden aber immer wieder in Strukturen hinein, die das alles niemals komplett in die letzte unerreichbare Ecke des Wahnsinns treiben.
Die Musik ist ständig in Bewegung, bizarre Klangformen wie 'Nie wszystko..' spielen mit klaustrophobischen Stimmungen, Ambient und später angenehm groovigem Krautrock und dürfen gerne als Echo der frühen Seventies verstanden werden. Man sollte Musik nicht immer erklären können, gar müssen. Wie hier und im abschließenden Long-Track 'O.P.S.I.W.M.R.' weiß jeder Ton zu faszinieren und dies mit schierer Unmöglichkeit einer Genre-Definition. Nichts für jede Tageszeit und Form, dafür ist "Salto" im richtigen Moment ein schillernd-dunkler Trip ins Unterbewusstsein.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Abbildungen: Oranzada/Bandcamp


Ein Kommentar
Der Seitentitel „Bandname – Albumname“ ist auch irritierend.