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    Du bist hier:Home»Konzertberichte»Pristine, Tame The Abyss, 21.09.25, Bonn, Harmonie

    Pristine, Tame The Abyss, 21.09.25, Bonn, Harmonie

    0
    By Klaus Reckert on 18. Oktober 2025 Konzertberichte

    Heidiwitzka!


    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Klar, es kann auch wohlig vertraut und nett sein, wenn immer alles exakt beim Gleichen bleibt – unterschlagen wir jetzt mal besser Beispiele dafür, was oder wer damit gemeint ist... Aber eigentlich gehört heftige Überraschung doch zu den schöneren Erlebnissen, die man bei einem Konzertbesuch haben kann, oder? Wenn man die Band ganz gut kennt, ihr Material auch, sie damit auch schon live gesehen hat. Und dann passiert dennoch das Unerwartete, das einen Song und die Band völlig neu erleben lässt. So geschehen bei den eh immer wunderbaren Pristine (deutsch: unberührt) im September in Bonns guter Stube, der Harmonie. Doch der Reihe nach…
    Tame The Abyss, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Die erste Überraschung war nämlich, dass es eine Vorgruppe gab. Und welche.

    Tame The Abyss

    Tame The Abyss sind ein junges Münchner Trio, das klassischen Hardrock am Start hat. Die drei sympathischen Buam - Georg Raig (voc, guit), Jan Szymanski (bss), Peter Schertel (drms) – gingen das Thema aber erfreulich unernst an. Was mit ihren schwer glaublichen Stage Outfits losging und bei den spaßigen Ansagen nicht aufhörte. Die thematisierten u.a., wie sie am Morgen dieses Tages beim Frühstück im naturgemäß auch vielen der Anwesenden positiv erinnerlichen Café Sophie– ganz wie die Harmonie im lieblichen Endenich abgebildet – an vier Weißbier und einer netten Kellnerin hängengeblieben waren. Und die freundliche Servicekraft prompt zum Konzert eingeladen hatten „Issie scho‘ da? Na, bislang ned…“ (Sie erschien etwas später aber noch).
    Tame The Abyss, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Musik gab’s auch - eine fröhliche Bazi-Ausgabe von DeWolff, die allgemein prächtig anzukommen schien. Was beispielsweise an der Audience Participation für ‚This Is The Love‘ abzulesen war.
    Tame The Abyss, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Umbaupause. Ein Verdachts- bzw. Hoffnungsmoment war sofort aufgekeimt, als wir am Merch-Tisch Krissy Matthews Tourmanagerin (und brillante Saxophonistin!) Stephanie "Steph" Doherty erspähten. Vielleicht nicht sie selbst, aber doch Krissy - dem Vernehmen nach diesmal immerhin Tourmanager für Pristine - würde möglicherweise im Laufe des Abends also noch mitmischen, dachten wir. Und so kam es auch!

    Pristine

    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann

    Pristine Setlist Harmonie, Bonn, Germany 2025

    Pristine, Bonn, Harmonie.
(c) Bernd Zimmermann

    Im Namen der Hose

    Apropos Stage Outfits: das güldne Beinkleid, sozusagen eine wearable Discokugel, mit dem Heidi Solheim, Frontfrau und Chefin von Pristine, nach einem sphärischen Intro nun die Harmonie-Bühne erklomm, muss erstmal jemand toppen. 'The Devil You Know' machte die Spielfreude, ja Angriffslust der gesamten Combo überdeutlich. Die phantastischen Orgel-Parts von Keyboarder Anders Oskal erfreuten hier das Progger-Herz.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Das etwas langsamer angegangene 'Behind The Line' hielt dennoch das Energielevel, u.a. mit einem knusprig verzerrten Bass-Solo seitens Åsmund Wilter Eriksson. Heidis Mannen sehen übrigens auch alle so unglaublich authentisch norwegisch aus wie sie es fraglos auch sind. Und legten irgendwie im Laufe des Abends immer mehr Kleidung ab...
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Pristine, Bonn, Harmonie, 09/25, (c) Bernd Zimmermann
    Der stampfende, Mundharmonika-getriebene Roadhouse Blues ‚Derek‘ ist immer ein Publikumsliebling, so auch an diesem Abend. ‚Road Back To Ruin‘ saugte uns mit ultrafetter Orgel an. Und auch ‚Ghost With A Gun‘ kam nicht ohne ein starkes Keyboardsolo aus, während Heidi ihre rote Matte peitschen und kreisen ließ.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    ‚Stepping Into The Breach‘ sprang nun mit fast so etwas wie Pop-Appeal in die Bresche.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Beide Teile der Ballade ‚The Loneliest Fortune‘ absolviert Heidi mit ihrer Gitarre (logen: eine rote Telecaster) und Keyboard im Wesentlichen allein.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Die Tour lief unter diesem Namen: ‚The Lines We Cross‘. Das Titelstück des aktuellen Albums selbst hat bei Led Zeps ‚Kashmir‘ gut hingehört. Und es ist einfach sexy, wenn Heidis Stimme hierbei in den Overdrive geht. ‚No Regret‘ also – bei einem Pristine-Konzert gibt’s aber eh nie was zu bedauern. Stattdessen gab's ‚All Of My Love‘. Und ‚Bluebird‘.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Und dann kam dieser ganz oben schon erwähnte spezielle Effekt: ‚Don’t Save My Soul‘ war immer schon eine großartige Bluesballade, auch in der Studioversion. Was Gitarrist Espen Elverum Jakobsen und First Lady Heidi an diesem Abend aber live daraus gemacht haben, dürfte an Intensität schwer zu überbieten sein. Auch nicht von Beth Hart oder Elin Larsson. Durch hyperdramatische Verlangsamung, (für das Genre) extreme Verzerrung, Hall, abgedecktes Spiel von Espen - vor allem aber durch das aufeinander Reagieren, das sich gegenseitig immer, immer weiter Hochreizen der beiden Protagonisten. Und dabei geht es in dem Stück um Beziehungsprobleme... Der schönste Konzertmoment bislang in diesem Jahr für den Autoren.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Und selbst der gefeierte, begeisternde Gastauftritt von Bluesgitarren-As Krissy Matthews (für Fotograf Bernd, selbst ein starker Gitarrist, „erheblich interessanter als Joe Bonamassa) bei ‚Sinnerman‘ - wo es zu rasanten Duellen mit Espen kam, konnte dieses Erlebnis einfach nicht mehr übertreffen.
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann
    Live-Fotos: Bernd Zimmermann


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    Pristine, Bonn, Harmonie, (c) Bernd Zimmermann

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