(45:23; Digital; Timeless Records/Eigenveröffentlichung, 25.04.2025) Mensch, was waren die Schweden seinerzeit in der Einflugschneise zwischen ruhigen The Gathering, Opeth, Anathema, aber auch Psych Rock (The Amazing), New Artrock Vertretern wie den genialen Schweden von Landberk oder Anekdoten eine weitere Glückspille in Sachen nordischer Prog. Somit war die Nachricht über ein neues Album schon nach all den Jahren ein Aha-Moment.
Nach eben diesen vielen Jahren Auszeit erscheint die neue Rille eher ganz leise und fast unbemerkt auf dem Markt ohne größere Promotion – eigentlich etwas unterpräsentiert. Es soll nun trotzdem hier – wenn auch verspätet – besprochen werden und nimmt man sich die Zeit, den gehörigen Anlauf für "Ligament", weiß man ganz genau, was so wertig an dieser Band ist und war. Das Duett 'Beyond The Forest' mit Meister Akerfeldt (Opeth) darf natürlich als Special-Moment agieren und ja, der Song ist auch ganz wunderbar. Richtig zart und emotional berührt die Ballade 'I Deny', erinnert mich an manch großen Moment der späteren The 3rd and the Mortal, den ruhigen Pale Forest oder manch schönen White Willow-Moment. So muss nordischer Art-Pop aufspielen, dann ist man mit jeder Synapse gefangen.
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Der Titelsong selbst ist hyperaktiv, jazzig und fast industriell poppig, Bjork trifft auf bizarr proggigen Industrial-Pop oder so ähnlich. Die Grooves sind agil und zappelig, der Refrain fängt sich aber relativ melodisch. Der Rest bleibt für Paatos-Verhältnisse sehr verspielt. Mit knapp über zwei Minuten hält man aber den Ball flach und ebenfalls nur zwei Minuten driftet das anschließende Instrumental 'Post War Liminal' düster ambient durch die Flure. 'I'm Letting Go' und 'November' sind wunderschön atmosphärischer Cinematic-Pop, sanft trippy, melancholisch, hymnisch hinten raus und schon ganz schön trist irgendwie.
Verspielter Noir Pop und jazzige Drums findest Du im vertrackt ruhigen 'Who Am I'. Creepy Piano-Klänge, Drones und schwere Doom-Fragmente geben auch diesem dunklen Song eine selten erlebte finstere Nuance. Die Scheibe hat einige sehr karge Melodien, die mich an so manch traurigen Landberk- oder späten Talk Talk-Moment erinnern. Dieser minimale Artrock mit subtilen, nächtlich einsamen Räumen kann im richtigen Moment genau die passende Pille darstellen. Für die Paatos-Fans der früheren Alben ist der etwas sperrige Habitus hier und da sicher etwas herausfordernder – letztlich kommt die Platte nach und nach und hat ihre ganz eigene Stimmung. Irgendwie trotzdem gut, die Schweden wieder am Start zu wissen und 'Svart' weiß als düsterer Schluss-Track nochmal zusammenzufassen, wofür die Schweden mit "Ligament" insgesamt aktuerll stehen.
Bewertung: 11/15 Punkten
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