A-Z – A-Z

1

A thru Z - A-Z (Metal Blade, 12.08.2022) COVER eek(50:50, Digital, CD, LP, Metal Blade, 2022)
Hach is det schön, wenn Deine alten Helden nur immer noch heller strahlen. Statt peinliche alte Fürze zu werden, wie so viele andere (und man selbst etwa?). Da tut das – mutmaßliche – Ende einer Lieblingsband, Fates Warning, gleich etwas weniger weh. Denn das neue Alphabet im Progressive Hard Rock geht nicht von Apple bis Zebra. Sondern von A wie Alder bis Z wie Zonder. Halleluja!

In vielen Fällen von Sänger-Wechseln nicht nur in den von uns nerdig verfolgten (Sub)-Genres kam es ja sogleich zur sauberen Unterteilung. Man liebt entweder z. B. die Gabrieloder die Collins-Ära – von Fish vs. “H” mag man ja gar nicht erst anfangen… Aber bezüglich Ausnahme-Sänger Ray Alder und seiner wohl bekanntesten Station Fates Warning sind – zumindest für den Autor – die frühen (mit dem phantastischen John Arch) genauso unverzichtbar wie die späteren Werke mit Ray. Und das liegt an der Klasse des letztgenannten Sängers. Außerdem bestach er solo, bei Engine, als (ehemaliges) Mitglied von Redemption, Necro. Und da fehlt bestimmt noch was in der Auflistung.

Bassist Philip Bynoe kennt und schätzt man von seiner Mitwirkung bei und für u.a. Steve Vai, Slash, Tony McAlpine, Dave Weiner oder John Huldt,

Keyboarder Vivien Lalu lässt Prog-Kenner allein schon wg. des ”Atomic Ark”-Albums seines Projekts LALU anerkennend schnalzen.

Gitarrist Joop Wolters (u.a. Arabesque, Solo) ist nicht nur in seiner Heimat, den Niederlanden, ein Household Name für virtuoses, aber gefühlvolles Lead-Gitarren-Spiel.

Und schließlich das „Z“? Das steht für Schlagzeuger Mark Zonder (u.a. Warlord, Ex-Fates Warning, zahllose Sessions, Chris Caffery & Ripper Owens). Und der ist für manch einen der Schlagzeuggott überhaupt (I’m lookin‘ at you, Andreas H. Hofmann).

Und was stellt dieses kunterbunte Blatt nur aus Assen nun auf die Beine? So mal eben das bislang melodischste, „rundeste“, ausgewogendste, am kompetentesten gesungene und eingespielte Statement im Bereich Progressive Hard Rock des nicht mehr ganz so jungen Jahres.

Dieser Eindruck fliegt einen schon beim kraftvollen Opener ‚Trial By Fire’ bei Fire an.

Und verfestigt sich beim heftig rockenden “Longtrack“ des Opus‘, ‚The Far Side Of The Horizon‘ (5:50). Der ähnlich wie bei Savatage rollendes Piano gegen unheilvolles Riff-Gewitter und eine starke Gesangslinie setzt.

Würde beim galoppierenden ‚The Machine Gunner’ die starke Basslinie vor, statt ein paar Sekunden nach Schlagzeug und Gitarre einsetzen, hätte man hier möglicherweise anfangs auf eines der Spätwerke von Iron Maiden gesetzt (Hm. Gab es da nicht überhaupt mal sowas wie ‘Tail Gunner’?)

Power Ballad anyone? Bidde schön: das nachdenkliche ‘Rise Again’ macht in dieser Hinsicht alles richtig.

Jetzt aber wieder hart rocken. Bei ‚Window Panes‘ singt sich Ray schier die Seele aus dem Leib. Das hilft dem Song enorm, der ansonsten so nah an klassischem Fäuste-Reck-Heavy-Metal gebaut ist, wie es bei Feinmotorikern wie A-Z möglich ist – „Now The Darkness becomes your friend at last“.

‚Stranded‘ bringt erneut erfreuliche Abwechslung mit dem jazzigen Bass, den 80er Keyboard-Sounds, dem vertrackten Rhythmus und dem strahlenden Refrain („Living with this loneliness, hoping for deliverance … I’m stranded on this island…“).

‚At The Waters Edge‘ (Water’s?) hätte – allerdings mit völlig anderer Gitarrenspur – auch von Fates Warning kommen können.

Living on ‘Borrowed Time’ – immer eine fatale Sache. Bei A-Z macht zumindest das Miterleben teuflischen Spaß.

‚Sometimes‘ mit dem vermutlich eindrucksvollsten Bass-Spiel des Albums und schon wieder einer Instant-Earworm-Melody erinnert den Mega-Fan sogar wohlig an „Disconnected“-Zeiten.

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW32/2022

Bewertung: 12 Punkten (KR 12, MBü 12)

Track listing:
1. Trial By Fire
2. The Far Side of the Horizon
3. The Machine Gunner
4. Rise Again
5. Window Panes
6. Run Away
7. Stranded
8. At the Waters Edge
9. Borrowed Time
10. Sometimes
11. The Silence Broken (Bonus Track)

Surftipps zu A-Z:
Homepage
Facebook
Twitter
Instagram
Metal Blade
Soundcloud (Metal Blade)
Spotify

Abbildung: A-Z / Metal Blade

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

"everything happy, and progressive, and occupied" K. Grahame, The Wind In The Willows

1 Kommentar

  1. Tja…
    Vertane Chance, würde ich sagen…
    Hätte man doch die Gelegenheit nutzen können (müssen?) aus diesem Album ein Doppelalbum zu machen.
    Mit keinem Geringeren namens Jim Matheos und seiner neuen Band, deren Namen mir allerdings im Moment leider entfallen zu sein scheint…
    Tschuldigung.

    Man sollte es den Rezensenten auch nicht immer so schwer machen, finde ich.
    Halt so der Einfachheit halber…
    Etwas,was man dann sehr schön miteinander und einfach vergleichen hätte können.
    Sind hier doch tatsächlich gleich 2 meine beiden Liebling’s Schlagzeuger vertreten.
    Simon Phillips & Mark Zonder.
    Der Simon Phillips,der eigentlich der einzig legitime Nachfolger einess Mark Zonder in F.W.hätte sein müssen.

    Dadurch hätte ja des Weiteren auch die Möglichkeit bestanden, Mark Zonder noch einmal in Fates Warning spielen zu lassen.
    Und Simon Phillips in A/Z.
    Oder wie auch immer…
    Und Ray Alder dann in beiden Band’s – oder so…
    Was jetzt sowieso direkt mal kurz die Frage aufwirft : Was ist eigentlich, sollten beide Band’s exakt das Gleiche machen?
    Diese Befürchtung sollte finde ich, nicht unausgesprochen bleiben.
    “Watt soll da Quatsch?” – kann man dann ja nur noch denken.
    Und warum das dann halt nicht gleich ein Doppelalbum hätte sein können!?
    Mal ganz abgesehen von den Produktionskosten, die man dadurch hätte einsparen können.
    Und die Möglichkeit für beide Band’s einmal kurz rüber zu gehen,um zu spinksen.
    Halt mal kurz nachschauen,was “Die Anderen” da eigentlich genau treiben.

    Also ich sehe da nur Vorteile…
    Und kann da beim besten Willen nichts Negatives erkennen.
    Außerdem hätte des Weiteren die Möglichkeit bestünden, endlich (seit 1997!) mit Part 13 bis 24 aus dem Quark zu kommen – und anderseits dann (logischerweise) mit Part 25 bis 36!
    Plus weiteren 2 neuen Klingeltönen, ganz am Ende der jeweiligen, beiden Alben!
    So.
    Also,das sollte spätestens meiner Argumentationskette genüge tun, denke ich.
    Ich hätte da zwar noch ein paar weitere Punkte, die nicht ganz unwichtig wären.
    Möchte das aber lieber zuerst einmal damit belassen.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

A-Z – A-Z

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
1