Trettioåriga Kriget – Till Horisonten

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Trettioåriga Kriget - Till Horisonten (unsigned, 26.3.21)(46:50, CD, Digital, Vinyl, Mellotronen, 2021)
Trettioåriga Kriget gehören zu den Urgesteinen der schwedischen Progszene. Bereits seit den 70ern aktiv, unterbrochen von einer längeren Pause ab den 80ern, reformierte man sich Anfang der 2000er Jahre. Die Zeiträume zwischen den Alben werden zwar länger – der Vorgänger „Seaside Air“ erschien 2016 – aber trotzdem löst das aktuelle Werk ‚ Till Horisonten‘ ein heimeliges „Nach-Hause-kommen“-Gefühl aus. War der Vorgänger „Seaside Air“ als kurzes sprachliches Experiment noch komplett in englisch gehalten, kehrt man jetzt wieder zur Heimatsprache zurück, was den typisch skandinavischen Charakter noch mehr unterstreicht.

Ansonsten liefert das Quintett seine typischen Trademarks ab: reichlich Retrosound mit entsprechendem 70s Zeitgeist-Feeling, ein paar moderate Hard Rock-Einflüsse, aber vor allem melancholische Sinfonik mit getragenen Melodien. Agierte man in den 70ern noch wesentlich kantiger und ungestümer, so geht es mittlerweile zwar weniger fordernd, dafür inhaltlich tiefgründig und immer noch mit der nötigen Intensität zur Sache. Die ausgiebigen Instrumentalpassagen (u.a. mit reichlich Mellotron), setzen weniger auf Selbstdarstellung, sondern ordnen sich immer der Songidee unter.

Trettioåriga Kriget legen ihren Fokus auf sich langsam entwickelnde Dynamikverläufe, innere Brüche oder schwerwiegende Komplexität sind hier nicht zu finden. Das mag bisweilen etwas unauffällig wirken, was sicherlich zum Teil mit der altersbedingten, mitunter recht relaxten Spielweise zu tun haben mag. Hinzu kommt, dass auf „Till Horisonten“ einige kürzere, weniger offensive Nummern zu finden sind. Die eigentliche Stärke zeigt sich dann aber in den längeren Komposition, wie dem knapp 14-minütigen Instrumental ‚Vägen till Horisonten‘, genauso können der Titelsong, wie auch ‚In Memoriam‘ oder ‚Staden‘ deutliche progressive Duftmarken setzen. Durchzogen von einer gewissen Traurigkeit und Würde erwärmt die Musik somit das Proggerherz.

Eingespielt wurde das Album von:
Stefan Fredin – Bass, Gesang, Gitarre
Dag Lundquist – Schlagzeug, Backgroundgesang, Violine
Robert Zima – Gesang
Christer Åkerberg– Gitarre
Mats Lindberg – Keyboards.

Einmal mehr ein ansprechendes Album der Schweden, die sicherlich keine neuen Wege bestreiten, aber trotzdem in ihrer kleinen eigenen Welt nahezu alles richtig machen.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, KS 11)

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Abbildungen: Trettioåriga Kriget

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Trettioåriga Kriget – Till Horisonten

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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