The Barstool Philosophers – Crossing Over

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The Barstool Philosophers – Crossing Over (unsigned/JFK, 11.12.15)(62:22, CD, Eigenveröffentlichung/Just for Kicks, 2015)
Das ausgezeichnete Album „Sparrows“ (2009) der niederländischen Formation The Barstool Philosophers zeigte die Band in internationaler Form und – in Gestalt von Leon Brouwer – mit einem festen Sänger, dem viel von dieser Klasse zu verdanken war. Umso heftiger wird man den Verlust gespürt haben, als sich Leon 2012 final von seinem Barhocker abseilte. Die Situation wurde dadurch noch pikanter, dass zu diesem Zeitpunkt der Zweitling bereits nahezu komplett geschrieben und auch die Backing Tracks dazu bereits im Kasten waren. Doch sie wären keine richtigen Philosophen, wenn die Band nicht geraume Zeit mit einem tragfähigen Plan B in der Bar gesessen hätten: nicht ein, sondern gleich sechs andere Stimmen sollten die Lücke füllen. Sie baten SängerInnen Ihres Vertrauens um Texte und Gesangslinien, die zu den Basis-Tracks wie zum Gesamtkonzept „Crossing Over“ passen sollten. Und so geschah es auch….

Dem in die Richtung Hardrock à la Deep Purple galoppierende ‚Freeway‘ verleiht Peter van Asselt (ex-Xposure) (s)eine Stimme, genau wie der souligen Piano-Ballade ‚On My Way To You‘ und dem saftigen Album Closer ‚Till We Meet Again‘.

Paul Adrian Villarreal kennt man von den deutlich an Dream Theater angelehnten Sun Caged, tatsächlich aber verleiht sein ultramelodischer Gesangspart mit absolut mühelosen Höhen ‚Fine Lines & My End Of The Island‘ eher ein wenig Enchant- bzw. sogar AOR-Schmelz.

Die eher dramatische als langatmige Prog-Metal-Nummer ‚Tedious‘ (Englisch für langweilig) wurde von Michel ‚Le Grand‘ de Groot von Cirrha Niva wachgeküsst, auch hier passt alles großartig zusammen. Für das langsame ‚The Space In Between‘ nimmt Erik Masselink (ex-Symmetry, Gate 6) als nächster Gast Platz auf den Hockern, die die Welt bedeuten. Dass es kein reiner Herrenclub ist, dafür sorgt Marleen ten Hove mit dem Toto-Soundalike ‚Beyond The Stars‘.

Nochmals Tempo raus und elegisches Pfeifen für ‚The Scent‘ mit Gastsänger Maikel Hergers (Mystrez), der hier einen Vortrag nah am Sprechgesang wählt. Und für ‚Crossing Over‘ kehrt noch einmal Erik ans Mikrofon zurück.

In Summe wurde hier aus der Not eine sehr hörenswerte Tugend gemacht. Geplant war damals übrigens, mit Peter van Asselt als etatmäßigem Vokalisten weiterzumachen. Aber wir haben seit „Crossing Over“ leider nichts mehr von dem Philosophenclub gehört.
Bewertung: 11/15 Punkten

Line-up:
Jan Martin Kuipers – Drums
Ivo Poelman – Guitars
René Kroon – Keyboards
Bas Hoebink – Bass

Surftipps zu The Barstool Philosophers:
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ProgArchives
Festivalbericht ProgPower Europe 2011, 1. Tag
Rezension „Sparrows“ (2009)
Wikipedia

Abbildungen: The Barstool Philosophers

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Über den Autor

Klaus Reckert

"everything happy, and progressive, and occupied" K. Grahame, The Wind In The Willows

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The Barstool Philosophers – Crossing Over

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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