Riverside – Lost’n’Found – Live in Tilburg

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Riverside - Lost'n'Found - Live in Tilburg (IOM/Sony, 11.12.20)(51:36 + 52:19, CD, Vinyl, DVD, InsideOut / Sony Music, 2020)
Das erste offizielle Live-Album von Riverside mit leichter zeitlicher Verspätung und das aus gutem Grund. Ursprünglich war dieser Live-Mitschnitt der polnischen Progressive Rocker bisher nur als limitierte Fanclub-Veröffentlichung erhältlich. Mitgeschnitten im legendären 013 im niederländischen Tilburg im Rahmen der 2015er Tour zum damals aktuellen Album „Love, Fear And The Time Machine“, dokumentiert dieser Auftritt die mitreißende Live-Power, die das polnische Quartett in der Besetzung Mariusz Duda (Gesang, Bass), Piotr Grudziński (Gitarre), Piotr Kozieradzki (Schlagzeug) und Michał Łapaj (Keyboards, Gesang) auf die Bühne bringt. Beziehungsweise brachte.

Denn es handelte sich ja leider um die letzte Tour mit Originalgitarrist und Gründungsmitglied Piotr Grudziński, der im nachfolgenden Jahr auf tragische Weise verstarb. Die Aufarbeitung seines Todes war für die Band ein längerer Prozess, was auch sicherlich den Umstand erklärt, warum man so lange auf eine offizielle Veröffentlichung warten musste. Doch ist „Lost’n’Found – Live in Tilburg“ nun in unterschiedlichen Formaten, nämlich als limitiertes Mediabook (2CD+DVD), sowie als Gatefold 3-fach-LP in verschiedenen Farben bei den unterschiedlichen Vertriebspartnern erhältlich.

Bei der 13 Songs umfassenden Setlist stehen logischerweise „Love, Fear And The Time Machine“, sowie der 2013er Vorgänger „Shrine Of New Generation Slaves“ jeweils mit vier Titeln im Vordergrund, jedoch werden ebenfalls einige ältere Stücke integriert. Zwar fehlt der mitreißende Longtrack ‚Second Life Syndrome‘, dafür bekommt z.B. ‚Conceiving You‘ beim ruhigen Beginn etwas Blues-Touch verliehen, während das Intro von ‚Panic Room‘ Jimi Hendrix-Gedächtnis-Groove und funkigen Vibe enthält. Es war schon seit jeher die Stärke von Riverside, dass sie live gerade ihr älteres Material immer wieder leicht variieren oder neue Elemente beifügen, wodurch ‚Escalator Shrine‘, im Original zwölf Minuten lang, hier auf der Bühne auf knapp 20 kurzweilige Minuten anwächst.

Vor allem die Dynamikbreite und Vielseitigkeit zeichnet diesen Auftritt aus. Während man sehr ruhig und nachdenklich mit ‚Lost‘ in das Konzert startet, wird später immer wieder Härtegrad und Energielevel erheblich gesteigert. Doch gleichfalls wird die Konzertdramaturgie von gelegentlich eingeschobenen nachdenklichen Momente und den ergreifenden Melodiebögen perfekt getragen. Neben den elegischen, immer wieder wunderschönen Gitarrenläufen, überzeugen besonders die von Orgel- und Synthiesounds dominierten Keyboardklänge.

„Lost’n’Found – Live in Tilburg“ dokumentiert damit bestens die bewegende Bühneausstrahlung von Riverside, ist aber auch gleichzeitig das Vermächtnis und die Verneigung vor ihrem ehemaligen Gitarristen. Ein wunderbares Live-Album mit Tränen in den Augen.
Bewertung: 12/15 Punkten

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Abbildungen: Riverside / InsideOut Music

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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