Crippled Black Phoenix – We Shall See Victory – Live In Bern 2012 A.D.

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(63:53+79:21, CD, Vinyl, Digitial, Kscope/Edel, 2020)
Eigenartige Veröffentlichungspolitik: ein Livealbum mit nahezu acht(!) Jahren Verspätung nach dessen Entstehung und dann auch noch eines, bei dem es recht viele Überschneidungen (immerhin acht Titel) mit dem 2011 mitgeschnittenen “Live Poznan” gibt. Bei Crippled Black Phoenix ticken die Uhren in jeglicher Hinsicht etwas anders. Immerhin konnte ein derber Schönheitsfehler auf “We Shall See Victory” korrigiert werden: der damals aus Platzgründen auf “Live Poznan” weggelassene CBP Übersong ‘Burnt Reynolds’ ist hier in einer knapp 15-minütigen Version vertreten.

Doch genug herumgemäkelt, denn gerade im Livekontext kommt die ausschweifende Musik des britischen Musikerkollektivs mit dem wechselnden Line-Up um Bandleader Justin Greaves noch besser zur Geltung. Die teils weit ausholenden Songmonolithen werden mitunter noch solistisch ausgestaltet, sodass die düster-getragene Endzeit Mixtur aus Alternative / Post und Progressive Rock noch mehr Raum für Intensitätssteigerung bekommt. Dass dabei gesanglich und im Zusammenspiel nicht immer jeder Ton perfekt stimmt – geschenkt. Gerade der direkte, rohe Sound und z.B. ein spontanes “Happy Birthday” macht dieses konservierte Liveerlebnis absolut authentisch.

So standen am 27.November 2012 folgende Musiker im Dachstock in Bern auf der Bühne: Justin Greaves (Gitarre, Backgroundgesang), Matthew Simpkin (Gesang), Ben Wilsker (Schlagzeug), Mark Furnevall (Synthesizer, Keyboards, Backgroundgesang), Karl Demata (Gitarre, Backgroundgesang), Miriam Wolf (Piano, Gesang) und Christian Heilmann (Bass). Die 17 Tracks auf den mehr als 140 Minuten stammen zum Großteil vom damals aktuellen Doppelalbum “(Mankind) The Crafty Ape”, daneben feiert aber ebenfalls der alte Journey-Klassiker ‘Of A Lifetime’ seine Wiederauferstehung. Mit dem italienischen Protestlied und ebenfalls aus der Netflix Serie “Haus des Geldes” bekannten ‘Bella ciao’ wird das Konzert mit einer hymnischen Kampfliedpose beendet.

 
 
 
 
 
 
Besonders im zweiten Teil des Konzertes entfaltet sich die volle Magie der Livepower von Crippled Black Phoenix und lässt damit auch den zeitlichen Versatz der Veröffentlichung vergessen. Qualität ist eben zeitlos.
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 12, KS 12)

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Abbildungen: Crippled Black Phoenix  / Kscope

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Crippled Black Phoenix – We Shall See Victory – …

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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