Clepsydra – The Gap

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(62:46, CD, Eigenproduktion/Just for Kicks, 2019)
„The Gap“ ist das neue Album der Schweizer Clepsydra, einer Neo-Prog-Band, die seit annähernd dreißig Jahren im Musikgeschäft ist. Natürlich nicht zu verwechseln mit der 2002 gegründeten gleichnamigen italienischen Band, die für Rock à la Jimi Hendrix und Cream stehen. Den langjährigen Kennern der Szene dürfte bekannt sein, dass die aus Locarno, dem italienischsprachigen Urlaubsort am Lago Maggiore, stammenden Schweizer seit jeher stilistisch stark beeinflusst wurden von Bands wie Marillion, IQ, Saga und vergleichbaren Vertretern der 80er Jahre. Es ist daher keine Frage, dass voluminöses Tastenwerk und treibende Gitarrenarbeit begleitet von starken Vocals die bisherigen vier Studioalben dominierten. 18 Jahre nach dem letzten Studiowerk „Alone“ läutet das aktuelle Album die Fortsetzung der als erfolgreich zu bezeichnenden Bandkarriere der Schweizer ein. Obwohl gefühlt eine halbe Ewigkeit zwischen den beiden Veröffentlichungen vergangen ist, lässt Clepsydra dennoch keinen Zweifel daran, auch mit der aktuellen Scheibe nicht nur die langjährigen Fans zu erfreuen, sondern neue dazu zu gewinnen. In gewohnter Weise vertrauen die Musiker auf ihre Kreativität und ihr Können.

Das Artwork, in der für Clepsydra typischen Art und Weise, wurde vom leider 2017 verstorbenen etatmäßigen Grafikdesigner Sandor Kwiatkowski gestaltet, von daher darf „The Gap“ auch als eine Widmung für seine Schaffensphase verstanden werden. Sowohl Covergestaltung als auch die musikalische Darbietung können erfreulicherweise als konsequente Fortführung des bislang Gebotenen verstanden werden. Auch in aktualisierter Besetzung verlieren Clepsydra nichts von ihrer seit vielen Jahren gewohnten Qualität. Dafür verantwortlich ist natürlich an den Keys Urgestein Philip Hubert, Neuzugang Guitarrist Luigi Biamino (Zenit), der Marco Cerulli ersetzte, Rückkehrer Bassist Andy Thommen, beim letzten Studioalbum war es noch Nicola DeVita, sowie die weiteren Gründungsmitglieder Drummer Pietro Duca und natürlich Sänger Aluisio Maggini. Mit leichtem Akzent aber letztendlich, mit herausragender Stimme, prägt er die vielen schönen Melodien.

Breite Keyboardteppiche, gepaart mit einer energiereichen Rhythmussektion, wie häufig im Neo Prog zu hören, sind die Garanten für das Gelingen von „The Gap“. Neben der zuvor erwähnten Tastenarbeit fallen besonders auch die teils David Gilmour-artigen Gitarrensoli auf. Mit dem epischen Longtrack ‘When The Bells Started Ringing’ startet der aktuelle Silberling. Das 14-minütige ‘Millenium’ steht dem zuvor genannten Song qualitaviv um nichts nach und kann ebenfalls ohne wenn und aber als ein musikalisches Highlight bezeichnet werden. Insgesamt sieben Titel mit gut 62 Minuten versprechen nicht nur für die eingefleischten Clepsydra Fans alpenländisches Neo Prog Vergnügen.

Clepsydra ist mit „The Gap“ nach 18-jähriger Wartezeit ein würdiger Nachfolger des hochgelobten 2001er Studioalbums „Alone“ gelungen. Nicht nur Neo Prog-Begeisterte und Freunde der Schweizer sollten sich einmal mit diesem Album beschäftigen.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Clepsydra – The Gap

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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