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    Du bist hier:Home»Reviews»Lorimer Burst – Dispersion

    Lorimer Burst – Dispersion

    0
    By Klaus Reckert on 8. Juli 2019 Reviews

    Lorimer Burst - Dispersion(35:10, LP + DLC, Eigenveröffentlichung, 2019)
    Post-Rock aus Niedersachsen in abtönbaren Dispersionsfarben? Ach, stellt Euch doch bitte vielleicht am besten selbst kurz vor: "Lorimer Burst is an instrumental post-rock band from Hannover, Germany. Founded in 2017 by guitarist Dennis Schruhl and Drummer Arne Grosser (both formerly of Blakvise), the project took a turn as bassist Matthieu Fabien joined the band. The name of their band comes from the astronomer Duncan Lorimer who discovered in 2007 the first transient radio pulse also best known as Fast Radio Burst (FRB)." Und so flott, geheimnisvoll und letztlich unerforscht wie diese schnellen Radioblitze will das Trio auch über uns kommen. Als Vorwarnung erschien lediglich 2018 die ebenfalls hörenswerte EP "Alpha / NGC36 ".

    Apropos "flott" - das Langspiel-Debüt "Dispersion" wurde in nur fünf Tagen im Institut für Wohlklangforschung (u.a. Dimmu Borgir, Rotor) aufgenommen - zusätzliche, sehr ansprechende Keyboardparts steuerte dabei als Gastmusiker Michail Turanski bei.

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    Und obwohl wir es mit Instrumentalmusik zu tun haben, wird hier eine, werden eigentlich gleich mehrere verbundene Geschichten erzählt: eingangs die einer verlassenen Stadt in Trümmern auf der Erde ('Ghost City') durch die wir gleichsam schreiten - der Soundtrack dazu steigert sich von ruhigem, vorsichtigem Tasten zu kraftvollem, warm verzerrtem Riffing, das von perlenden Piano- und blubbernden Bass-Figuren wieder relativiert wird - gefolgt vom Einschweben eines Meteoritensturms bzw. Leonidenschwarms ('Leonids')- hier neben den besonders dichten Texturen der Musik sehr anschaulich gemacht durch Farbstürme in Francesca Boncis Video dazu:

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    Das Wenden der edel Eisenspan-farbenen Platte konfrontiert uns nicht nur mit der Seite B, sondern mit einem Trip ins All, und zwar nach 'Antares IV'. Musikalisch wird dies durch eine Art reizvollen "Post-Space-Rock" realisiert, das drängende Finale bietet eine der stärksten Melodien des in dieser Hinsicht nicht geizenden Albums. 'Transition' bietet genau dies – zahlreiche Durchführungen und Variationen vertonen die erforderlichen Veränderungen, um ein Überleben auf fernen Planeten zu ermöglichen, wenn überhaupt...

    Die zwei Teile von 'The Flight Of Ham' setzen Ham ein musikalisches Denkmal, dem ersten Schimpansen, der (wie man zumindest annehmen muss: unfreiwillig) zum ersten Astronauten seiner Art wurde. 'Part I: Hero' billigt der eigene Waschzettel der Band zum Teil nachvollziehbarererweise ein "Bass-Riff à la Tool" zu. Allerdings wird es hier nicht von unbarmherzigem Kopf-Abschraub-Drumming à la Danny Carey vervollständigt.

    Schlagzeuger Arne glänzt vielmehr beim abschließenden 'Part II: Victim', bei dem sein Spiel die vermutbaren Ängste des einsamen "Astrochimp" während dieser Mission durch Anwendung verschiedener verfremdender Effekte verdeutlicht.

    "Dispersion" erscheint als 180g-LP in auf 300 Exemplare limitierter Edition auf sehr ästhetisch und wertig wirkendem marmorierten Coloured Vinyl in Grau-Weiß. Ein Einleger informiert in Text und einer aufwändigen Bildcollage über die Band und ihr Projekt. Als I-Tüpfel liegt dem Album ein Aufkleber mit rückseitig aufgebrachtem Downloadcode für Bandcamp bei. Das Ganze ist liebevoll und mit Blick für Details arrangiert und nicht nur deswegen empfehlenswert.
    Bewertung: 11/15 Punkten

    PS: Das Release-Konzert findet am 13.07. im OSCO Open Space zu Hannover statt, Support kommt von NThirteen. Auch auf dem Hannoveraner Fährmannsfest am 11.08. sind Lorimer Burst zu erleben.

    Surftipps zu Lorimer Burst:
    Homepage
    Bandcamp
    Soundcloud
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    YouTube

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    Arne Grosser DLC Debüt Dennis Schruhl Deutschland Eigenveröffentlichung Hannover Institut für Wohlklangforschung Instrumentalmusik Lorimer Burst Matthieu Fabien Michail Turanski Vinyl coloured Vinyl instrumental
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    Klaus Reckert
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