Jan Felix May – Red Messiah

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(60:14, CD, Delta Music, Jazzline/Good To Go, 2018)
Sobald Percussions unisono mit Saiten- oder Tasteninstrumenten dominant in einem Song vertreten sind, wird die Nähe zu Zappa postuliert. Eine Brücke, die auch geschlagen wird, wenn es um die Musik von Jan Felix May geht. Das wird dem Debütalbum aber alles andere als gerecht. Vielmehr gehört er zu der Post-Zappa Generation, die sich sehr wohl von der Musik Zappas hat inspirieren lassen, aber ihr ganz eigenes Ding daraus macht.

Dieses Album des hochtalentierten Pianisten aus Mainz birgt intelligenten Jazz, der es für den Hörer unheimlich spannend macht, da jeder Song voller Überraschungen steckt. Denn glaubt man eine zurückgelehnte Jazz Nummer zu hören (“May Love”), muss man verdammt aufpassen, nicht an der Olive seines Martinis zu ersticken. Hier wird ein ums andere Mal ein wohlklingendes Klavier mit leicht vertrackten Rhythmen und unvorhergesehenen harmonischen Wechseln gepaart.
Besonders angenehm sind die Teile, wo sein Klavier mit seinem eher traditionellen Klang in Verbindung mit modernen Instrumenten gebracht wird. Das ergibt einen warmen angenehmen Klang und lässt Songs wie z.B. ‘Japan Love’ angenehm in die Gehörgänge fließen.

Die norwegische Sängerin Torun Eriksen trägt einen ganz wunderbaren Teil zur Musik bei. Durch ihre klare, aber auch starke Stimme wird ein Song wie ‘May Love’ zu einer sphärischen Nummer. Aber natürlich nur so lange die Wechsel der Band einen nicht wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Dieses Wechselspiel ist ein ganz besonderes Merkmal des Albums.

Auch wenn das Wort “Love” in drei von 12 Liedtiteln vorkommt, scheint May ein sehr ernster Mensch zu sein, denn Songs wie ‘The Day I Die’ oder ‘I Will Never Lose You” strahlen eine Tiefe und Ernsthaftigkeit aus, die man so vielleicht nicht unbedingt von einem 25-jährigen erwarten würde. Die Hintergrundgeräusche bei ‘The Day I Die’ lassen die Interpretation noch verlorener und einsamer klingen, als sie eh schon ist. An dem Tag, an dem man stirbt, ist man möglicherweise ganz alleine an einem Bahnhof und niemand hört einem zu oder nimmt einen wahr.

Aber es wäre kein Jazz Album, wenn nicht direkt im Anschluss das ganze Ensemble beherzt von einem Groove zum nächsten wechseln würde und die abgründige Stimmung in eine sanfte Fusion Jazz Nummer mündet.

“Red Messiah” ist ein sehr gelungenes Album, das es einem einfach macht, die Facetten von May zu ergründen. Die Vielschichtigkeit der Kompositionen ist angenehm, ohne aufdringlich zu sein.
Bewertung: ohne
PS – Tour Daten:

20/03/19 Frankfurt Am Main, Hessen Jazzkeller Frankfurt Deutschland
11/04/19 Stuttgart, Baden-Württemberg BIX Jazzclub Deutschland
12/04/19 Karlsruhe, Baden-Württemberg Tempel Deutschland
02/05/19 München, Bayern Milla Club Deutschland
03/05/19 Ulm, Baden-Württemberg Roxy Deutschland
09/05/19 Lüneburg, Niedersachsen Salon Hansen Deutschland
11/05/19 Frankfurt am Main, Hessen Jazz Montez Deutschland
12/05/19 Rüsselsheim am Main, Hessen Das Rind Deutschland
28/06/19 Bingen am Rhein, Rheinland-Pfalz Bingen Swingt Deutschland
27/10/19 Luxembourg, Luxembourg Neimenster Luxembourg

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iachelini

Codeknecht und Hofnarr

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Jan Felix May – Red Messiah

von iachelini Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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