Two Medicine – Astropsychosis

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(40:12, CD, Bella Union/PIAS, 2018)
Hinter Two Medicine verbirgt sich Midlake-Bassist Paul Alexander, der mit “Astropsychosis” nun sein Solo-Debüt veröffentlicht. Da sich die Stammband nach dem 2013er Album “Antiphon” und einer anschließenden Tour eine noch immer andauernde Schaffenspause gönnte, dürfte “Astropsychosis” den darbenden Fans der Texaner Schmerzlinderung verschaffen. Die gute Nachricht ist, dass Alexander auch als Solo-Interpret den Midlake-Kosmos als seine Heimat betrachtet und Hilfe der Kollegen Eric Nichelson and Jesse Chandler gerne in Anspruch nimmt.

Das bedeutet im Ergebnis, dass das Werk in Ausführung und Stil recht nahe an “Antiphon” und ganz allgemein an Midlakes verträumten Indie-Art-Folk-Rock andockt. Da und dort wird ein wenig mehr Psychedelika eingestreut, elektronische Einsprengsel an anderen Stellen. Aber gerade ein Song wie ‘Gold’ hätte sich auch auf jedem Midlake-Werk perfekt eingepasst. Am deutlichsten emanzipiert sich Alexander im eröffnenden ‘SF’, das sich hörbar von den einschmeichelnden Melodien seiner Stammband absetzt.

Im weiteren Verlauf von “Astropsychosis” macht sich dann aber eine gewisse Gleichförmigkeit breit, aus der lediglich das bereits erwähnte ‘Gold’ und die zarte abschließende Akustikballade ‘Tmrw’ herausstechen. Einer der Gründe mag Alexanders nicht sonderlich variable Stimme sein. Hie und da erinnert sie ein wenig an Mark Kozelek aus Red House Painters Zeiten. Ein weiterer Faktor ist die verträumt ätherische Produktion, die andererseits natürlich Teil des Konzepts von “Astropsychosis” ist.

Freunde von ruhigen Tönen, die auch mal einen Ausflug ins Psychedelische vertragen, sollten an Alexanders Solo-Debüt Gefallen finden. Die Mitarbeit der Bandkollegen lässt zudem auch auf eine Zukunft von Midlake hoffen.  Die Sterne von “Astropychosis” stehen zumindest nicht schlecht.
Bewertung: 9/15 Punkten (DH 9, KR 9)

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Two Medicine – Astropsychosis

von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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