Gösta Berlings Saga – Et Ex

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(47:30, CD, InsideOut/Sony Music, 2018)
Dass die schwedische Instrumental-Formation Gösta Berlings Saga mit ihrem fünften Studioalbum bei InsideOut Music gelandet ist, kommt etwas überraschend. Doch bereits mit den Labelkollegen Bent Knee, die auf den ersten Blick ebenfalls nicht ins allgemeine Beuteschema des Labels passten, scheint man sich in moderaten Dosen den etwas anderen Progressive Rock Klängen zu öffnen.

Der Vorgänger ‘Sersophane‘ wartete mit einem Mix aus kantigem, düsteren Retro Prog, leichtem Zeuhl Einschlag und einer typisch skandinavischen Note auf. Der Nachfolger “Et Ex” braucht sich stilistisch dahinter keineswegs zu verstecken. Noch immer bevorzugt das schwedische Quartett in mittlerweile leicht veränderter Besetzung (Alexander Skepp – Drums & Percussion, David Lundberg – Fender Rhodes, Mellotron & Synthesizers, Gabriel Tapper – Bass guitar & Moog Taurus, Rasmus Booberg – Guitars & synthesizers) eine hymnische, wenn auch stilistisch leicht veränderte Herangehensweise, deren Wurzeln deutlich in der Vergangenheit liegen, aber gleichzeitig über einen gewissen modernen Anstrich verfügen.

So startet das Album mit sphärischen Tastenklängen und satten Mellotronsounds, über die sich vertrackte Rhythmen und melancholische, majestätische Melodien erheben. Doch während z.B. ‘The Shortcomings Of Efficiency’ noch wütende, crimsoneske Züge erkennen lässt, tickern beim folgenden ‘Square 5’ modernere, elektronische Tonfolgen vor sich hin, die aktuellen Zeitgeist erahnen lassen.

Im weiteren Verlauf nimmt das Album immer mehr eine Kehrtwendung hin zu soundtrackartigen, tastendominierten Songgebilden, mit einer sinfonischen, elektronischen Prägung. Dabei kommt das Kantige in der Musik ebenfalls abhanden, ein Zeuhl Bezug ist sogar gar nicht mehr zu vernehmen. Gerade der tastengeschwängerte Unterton und die düstere Atmosphäre erinnern nicht von ungefähr durch seinen cineastischen, weitläufigen Ansatz recht deutlich an die Soundtracks der italienischen Formation Goblin oder die 80er Jahre Kompositionen von John Carpenter.

“Et Ex” ist eine veränderte Fortführung der eigenen Historie, wobei Gösta Berlings Saga weniger auf Frickelorgien und instrumentale Alleingänge zielen, denn auf einen wuchtigen, dramatischen Bandsound. Genau aus diesem dynamischen Spannungsfeld holen sich die 8 Tracks ihre ureigene Kraft – ein Album mit Musik zu einem bisher noch nicht gedrehten Film.

Erhältlich ist Album als Special Edition Digipak CD, sowie auf LP.
Bewertung: 11/15 Punkten (GH 12, KS 11)

Gösta Berlings Saga (Foto: Mai Nestor)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Gösta Berlings Saga – Et Ex

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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