Black Lung – See The Enemy

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BlackLung-SeeTheEnemy-2016-Cover(44:57, CD, Noisolution/Indigo, 2016)
Wäre unser „Teapot of the Week“ wirklich als Getränk auf die Welt gekommen, dann wohl als exzellenter Assam mit starker Rauchnote, auf die Kanne portioniert wie in der legendären Kaffeekoch-Szene in „Dead Men Don’t Wear Plaid“. Da es sich aber um Musik handelt: „See The Enemy“ klingt als ob Mountain, Grand Funk und Greenleaf backstage bei einem Festival Gefallen aneinander gefunden und, Black Sabbath hörend, erst sehr viel zusammen geraucht und hernach gejammt hätten.

Teapot of the Week

„Teapot of the Week“ auf Betreutes Proggen in der KW2/16

Unnützes Wissen: Black Lung (was für ein Name) entstanden ursprünglich als Nebenprojekt, als Adam Bufano (Gitarre) und Elias Schutzman (Schlagzeug, was für ein Name) nach heftigem Touren mit The Flying Eyes ins heimatliche Baltimore zurückkehrten. Vor einem Rekordwinter flüchteten sie in den Proberaum. Dort fand sie nur Dave Cavalier (Gesang, Gitarre) und das Psychedelic-Teetopf-Duo hatte sein Deckelchen.

Das praktisch live eingespielte Debüt überzeugte vielfach, so auch beim Berliner Noisolution-Label, das die Lungenkranken dann gerne bei sich aufnahm.

Die Band selbst nennt ihren Stil übrigens „Doom Blues“. Und auch das passt großartig, denn Blues und Rock ’n‘ Roll sind die noch erkennbaren Grundstoffe, aus denen das Bassisten-freie Trio mit Telefonstimmen-Effekten über Daves klagende Stimme, mit Fuzz-as-Fuzz-can und mit einem dichten Schlagzeug-Teppich etwas Eigenes kreiert. Bisweilen, etwa beim siebenminütigen ‚Transmissions‘, wirkt die Mixtur geradezu transzendierend: der Gesang fast nicht mehr verfremdet, die grundsätzlich so heftige Musik erscheint plötzlich ungemein melodisch, und die Steigerung dieser unglaublichen Drumming-Woge beglückend.

Zweistimmige Gitarrenparts und der schleppende, abgedeckt gespielte Rhythmus machen auch ‚Crooked Finger‘ zum besonderen Erlebnis. Für Fans von Siebzigerjahre-Prog wäre ‚Priestess‘ mit seinen unglaublichen Slide Parts die erste Empfehlung. Aber eigentlich sind die gesamten 45 Minuten des von J. Robbins (u.a. Clutch) produzierten Albums stark.
Bewertung: 12/15 Punkten

BlackLung

Black Lung (Foto: Noisolution)

PS: Auch auf limitiertem weiß-transparenten Vinyl erhältlich.

PPS: Black Lung husten im Mai und Juni noch live in DACH und den Niederlanden in einem Sanato… – nein: Club in Eurer Nähe!

 

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Über den Autor

Klaus Reckert

„everything happy, and progressive, and occupied“
K. Grahame, The Wind In The Willows

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  1. Pingback: Black Lung vs. Nap - Split

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Black Lung – See The Enemy

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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