Telergy – Hypatia

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Telergy - Hypatia(63:37, CD, Eigenveröffentlichung, 2015)
Bei den Produktionen von Telergy lautete die Devise schon immer, sich nicht mit weniger zu begnügen. So wurde von Produzent / Komponist Robert McClung bei der opulenten Umsetzung von „Hypatia“ zum wiederholten Male eine mannigfaltige Gastmusikerschar aufgefahren. So fehlen zwar die ganz großen Namen, mit u.a. David Ragsdale (Kansas), Oliver Wakeman, Chris Caffery (Savatage), Corey Glover (Living Colour), Oliver Holzwarth (Blind Guardian) gibt sich aber dennoch ein illustrer Personenkreis aus dem Heavy- und Progressive-Bereich die Klinke in die Hand.

Wie schon bei den beiden Vorgängern „The Exodus“ (2011) und „The Legend Of Goody Cole“ (2013) wurde wiederum eine Art HeavyRock-Oper bzw. -Oratorium, jedenfalls eine Mischung aus Erzählpassagen und Instrumentaltracks für die Umsetzung des Konzepts gewählt (Einspruch Euer Ehren: auf der vorzüglichen „… Goody Cole“ wird anfangs auch richtig gesungen, die Schlussredaktion). Die Geschichte spielt zwar im altertümlichen Ägypten, dennoch ist die musikalische Herangehensweise eher traditionell und verzichtet leider fast komplett auf exotische bzw. arabische Einflüsse – die löbliche Ausnahme bildet ‚Teacher‘. Dramatische, klassisch beeinflusste Passagen sorgen bisweilen für cineastische Weitläufigkeit, ansonsten bestimmen voluminöser, epischer Sinfonic bzw. ProgMetal, sowie gelegentliches Pink Floyd-Feeling das Geschehen.

Trotz aller Gastmusiker klingt das Gesamtwerk erstaunlich homogen und keineswegs zu überladen oder gar nur auf selbstherrliche Soloparts aufgebaut. Auch der rein instrumentale Ansatz offenbart genügend Abwechslung, da ein weites Spektrum von brachialer Härte, schwelgerischen Harmonien und dramatischem Bombast abgedeckt wird. So ist zwar vieles voluminös und inhaltlich erschlagend arrangiert, dennoch wird nicht die Grenze zur Übertreibung überschritten.

Einmal mehr dienen die mit dem Album erzielten Einnahmen einem wohltätigen Zweck – sie werden dem Crossroads House Homeless Shelter in Portsmouth, New Hampshire zur Verfügung gestellt.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 11, KS 10)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Telergy – Hypatia

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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