IZZ – Everlasting Instant

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IZZ - Everlasting Instant(59:21, CD, Doone Records, 2015)
Mit „Everlasting Instant“ beschließen IZZ ihre konzeptionelle Alben-Trilogie, die mit „The Darkened Room“ (2009) begann und mit „Crush Of Night“ (2012) fortgeführt wurde. Sänger, Keyboarder und Produzent Tom Galgano umschreibt selbst ganz trefflich, dass viele der Melodien, Rhythmen und Texte, die man auf „Everlasting Instant“ hört, bereits in den Vorgängeralben verwurzelt sind und erst im aktuellen Kontext ihre volle Blüte entfallen. Deswegen durchziehen dieses Album gewisse thematische Parallelitäten und wecken logischerweise einige unterschwellige Erinnerungen an die ersten beiden Teile der Trilogie, wobei auf „Everlasting Instant“ durchaus auch neue Ideen Entfaltungsraum finden.

Vieles baut auf die teils mehrstimmige, teils mit wechselnden Gesangsstimmen versehene Vokalarbeit auf, die sich Tom Galgano mit Anmarie Byrnes und Laura Meade souverän aufteilt. Musikalisch fällt man nicht mit dem vollen, plakativen Retrobrett über den Hörer her, sondern in den intelligenten, spannungsreichen Songstrukturen, werden geschickt griffige Melodien, sorgsam ausbalancierte Verspieltheiten und fließende Atmosphäre verbunden. Das kann bedeuten, dass auch mal das Tempo gewaltig zurückgenommen wird und z. B. die sparsam arrangierten ‚If It’s True‘ oder ‚The Three Seers‘ nahezu für gefühlten Stillstand sorgen. Doch die Band aus New York drückt im richtigen Moment wieder aufs Gas und lässt somit eine zeitweise leicht schleppende Songführung wieder vergessen, wie etwa bei ‚Illuminata‘ oder dem Titelsong.

IZZ verzichten auf „Everlasting Instant“ auf zu ausufernde Longsongs, bringen aber in fünf bis sieben Minuten genügend Abwechslung und inhaltliche Tiefe mit, angereichert durch manch gefühlvolles, auf den Punkt gebrachte Gitarrensolo des Exil-Schotten Paul Bremner und hin und wieder etwas quietischige Keyboardläufe. Der rhythmische Unterbau der beiden Schlagzeuger Greg DiMiceli und Brian Coralian liefert im Zusammenspiel mit Bassist John Galgano ein forderndes Fundament zwischen Groove, Synkopen und Lässigkeit.

IZZ gehören zur Speerspitze der aktuellen amerikanischen Szene, was sie mit diesem Album einmal mehr untermauern. Ihr selbstständiger Stil wurde über die Jahre immer mehr verfeinert, wodurch auch an dieser Stelle ein gekonnter Brückenschlag zwischen progressivem Gedankengut der Siebziger, den melodischen Grundsatz der Achtiziger mit aktuellen Strömungen und Sounds geboten wird. Eine deutlich amerikanische Färbung, ebenfalls kunstvoll verschnörkelter Art Pop sind weitere Komponenten, man findet jedoch genau die richtige Balance und Grundeinstellung, um damit einmal mehr mit einem packenden, meist melancholischen Album zu punkten.
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 12, JM 11, KS 12)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu „normaler“ Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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