(41:22; CD, Vinyl, Digital; Ear Music; 30.05.2025)
Konstanz herrscht im Hause der Leipziger nicht unbedingt, denn von den aktuellen fünf Musikern sind gleich drei neu an Bord. Einzig beim Gesang und an der Gitarre gab es keine Neubesetzungen. Ob dies einen Einfluss auf den Aufnahmeprozess nahm, darüber kann ich nur spekulieren. Angeblich waren die Aufnahmen bereits seit fast drei Jahren im Kasten, aber es gab anschließend immer wieder Neuanpassungen, die viel Zeit in Anspruch nahmen. Sei's drum, das Resultat liegt uns jetzt vor, resp. in unserer Anlage.
Die Band selbst beschreibt ihre Musik auf der gut gemachten Homepage im Netz als "Psychedelic Prog". Das kann in unserer heutigen Zeit viel bedeuten, aber ganz falsch liegen sie mit ihrer eigenen Einschätzung nicht. Gesang ist zwar in diesem Genre oft nicht so dominant wie bei WITB, aber er stört auch nicht. Wobei die Stimme von Franky womöglich nicht jedermanns Sache sein dürfte. Diese ist nämlich etwas speziell und wirkt hie und da ein wenig abweisend, aber viele Musikfans finden ja gerade bei unorthodoxen Stimmen eine Band erst interessant. In Tracks wie 'Colours On Earth' finde ich ihn dagegen einfach phantastisch, weil er sein Innerstes nach außen kehrt und zerbrechlich, aber auch kämpferisch klingt. Genau wie die Orgel, die an manchen Stellen die 70er hoch leben lässt. Das klingt trotzdem keineswegs altbacken, falls das jemand glauben sollte. A propos Aufnahme: die Band hat wahrscheinlich alle Möglichkeiten im Studio ausgereizt, denn der Klang ist sehr klar, präzise und wuchtig. Das Schlagzeug klingt echt, die Gitarre drängt sich nie zu viel nach vorne und der Bass klingt natürlich.
Alles in allem wendet sich dieses Album an alle Liebhaber von progressiver Musik, die ein Album mehrmals hören wollen, um es zu entdecken. Es beinhaltet keine 08/15 Kompositionen, die man beim zweiten Hör schon auswendig kennt. Genau das suchen doch die meisten Fans aus unserer Ecke. Meine persönliche Bewertung sollte deshalb für andere Musikliebhaber nicht maßgebend sein, denn ich ziehe mindestens einen Punkt ab wegen der Gesangsstimme. Wie oben schon geschrieben: manchmal finde ich ihn phantastisch, aber auf Dauer ist er mir zu präsent und er übertreibt es manchmal mit zu viel Theatralik. Dennoch eine klare Empfehlung von mir an alle Progfans.
Bewertung: 10/15 Punkten
Tracklist:
01. Greedy Critter 8:58
02. Uncle Timothy 7:06
03. Murderous Mary 5:58
04. Leviathan 21 4:13
05. Colours On Earth 6:39
06. The Vacancy 8:28
Line-up:
Georg Spiess - guitars
Johannes Niklas - drums
Frank "Franky" Mühlenberg - vocals
Jacob Müller - bass
Lennart Jahn - organ, synth
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