Melanie Mau & Martin Schnella – Pieces to Remember

(76:21, CD, Eigenvertrieb, 2018)
Es mag etwas irritierend wirken, dass solch junge Musiker wie Melanie Mau und Martin Schnella mit ihrer aktuellen Veröffentlichung “Pieces To Remember” sich zum Teil mit Rocktiteln beschäftigen, die sie vermutlich, wenn überhaupt, nur in den Kinderschuhen erlebt und gehört haben dürften. Für die älteren unter uns heißt es allerdings wirklich in Althergebrachtem zu schwelgen und das eigene Erinnerungsvermögen wieder etwas aufzufrischen, was bekanntlich ja keinem schadet. Es ist nicht ihr erster Vorstoß, sich mit Klassikern oder Oldies der Rockgeschichte zu beschäftigen. So veröffentlichten die beiden sympathischen Künstler Ende 2018 ihr zweites Acoustic Cover-Album unter dem zuvor genannten Titel. Nach dem 2015 erschienenen Cover Debutalbum “Gray Matters“, nehmen sich die Musiker samt Stammbesetzung erneut Songs aus dem Progressive-, Metal-, Rock- und Pop Genre vor und drücken ihnen, wie nicht anders erwartet, ihren eigenen Stempel auf. Neben den langjährigen Freunden und Wegbegleitern Niklas Kahl, Fabian Gödecke, Simon Schröder und Lars Lehmann unterstützen erfreulicherweise wieder ein paar namhafte Gäste das Projekt (komplettes Line-up siehe unten). Selbstverständlich nicht vergessen, sollte das aus dem Jahr 2017 stammende eigenständige Album “The Oblivion Tales” nicht unterschlagen werden, dieses beinhaltet im Gegensatz zu den zuvor genannten und dem aktuell betrachteten jedoch keine Coverversionen.

Neben ihren zum Teil gemeinsamen musikalischen Ausflügen in den progressiven Rockbereich bei Flaming Row und Martin Schnellas Mitwirkung bei Seven Steps To The Green Door, verfolgen die Beiden nunmehr ihre eigenen Projekte. Wie die Reaktion vieler Kritiker zeigt, geschieht dieses nicht ganz ohne den verdienten Erfolg.

Alleine Namen wie REO Speedwagon, Kansas, Journey, The Police, Treshold, Transatlantic, Genesis, Spock´s Beard aber auch Madonna, Peter Gabriel und Eagles weisen bereits auf die breitgefächerte musikalische Palette hin. Es gehört schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein dazu, um Songs aus den Bereichen Folk, Klassischem Prog, Melodic Rock, AOR, Metal und Hard Rock, Pop und Mainstream auf einem Album zu vereinen und als Acoustic Rock zu präsentieren. Handwerklich lassen die beteiligten Musiker allerdings von Beginn an keinen Zweifel am Erfolg des Unterfangens aufkommen.

Gerade dieser Mut zum anders machen lässt eine Menge Spielraum für neue Interpretationen, musikalische Feinheiten und überraschende Details. Ein weiterer Garant für den Erfolg sind die gesanglichen Fähigkeiten der Musiker, wobei vor allem der angenehme Gesang Melli Mau zum Gelingen des Albums beiträgt. 15 Tracks mit über 76 Minuten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch mit Hilfe ihrer Interpreten zu einer Einheit zusammengewachsen sind.

Eine Empfehlung an all die musikalisch breit aufgestellten Musikliebhaber, die auch Sinn für etwas andere Coverversionen haben. Das Album ist entweder bei den Künstlern oder bei Just for Kicks erhältlich.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, HR 11)

Line-up Stammbesetzung:
Melanie Mau / Flaming Row – Lead – und Backing Vocals, Handclaps
Martin Schnella / Flaming Row, Seven Steps to the Green Door – Lead – und Backing Vocals, Gitarre, Bass
Niklas Kahl / Flaming Row – Percussion
Fabian Gödecke – Percussion
Simon Schröder – Percussion
Lars Lehmann – Bass.

Gastmusiker:
Leo Margarit / (Pain Of Salvation) – Vocals
Johan Hallgren / (Pain Of Salvation) – Gitarre
Kristoffer Gildenlöw / (Kayak/ Ex-Pain Of Salvation) – Fretless Bass
Eric Brenton / (Neal Morse) – Violine
Jens Kommnick / (Iontach, Reinhard Mey) – Whistles, Uilleann Pipes, Cello
Martin Huch / (Fury In The Slaughterhouse, Heinz-Rudolf Kunze) – Pedal Steel Gitarre
Rolf Wagels / (Ex-Cara) – Bodhrán.

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