Major Parkinson - Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse!

Major Parkinson - Valesa - Chapter II: Viva The Apocalypse! (Apollon Records/Degaton Records, 13.03.2026)
Progressive Rock • Art Rock • Avantgarde • Musical Rock • Baroque Pop
(44:41; Vinyl, CD, DVD, Blu-ray, MC, Digital; Apollon Records/Degaton Records; 13.03.2026)
Major Parkinson sind ja bekanntlich Norwegens berühmtestes unbekanntes Ensemble – was nichts anderes bedeutet, als dass man sie entweder liebt oder für völlig durchgeknallt hält. Ich gehöre zur ersten Fraktion. Trotzdem: Liebe hin oder her, ich bin nicht so naiv, jedem Album die Höchstnote um den Hals zu hängen. Mein Herz schlägt immer noch am lautesten für „A Night At The Library“, diesen charmanten Livestream-Exkurs, bei dem die Band ihre epischen Arrangements auf ein quasi akustisches Wesentliches reduzierte. Da konnte man den Geist von Bergen fast riechen.

„Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse!“ ändert daran nichts – außer dass hier alles wieder in voller Wucht explodiert, schon direkt im Opener ‚Showbiz‘, sowohl musikalisch als auch textlich:

It is only Showbiz, come and meet your maker
Wanna know what love is? Get down on your knees.

Kein akustischer Minimalismus, kein dezentes Understatement. Die Norweger stürmen in ihre eigene Hölle mit den Messern schon in der Hand, und zwar in technicolor. Gut, dass die Platte rund eine Viertelstunde kürzer geraten ist als „Valesa – Chapter I: Velvet Prison“: Die Kompaktheit macht „Viva The Apocalypse!“ geradezu zugänglich – oder wenigstens weniger überwältigend, wenn man nach dem ersten Durchlauf nicht gleich die Lichter ausknipst.

Wer dachte, Major Parkinson könnten das Showbiz nur aus der Ferne ironisieren, wird hier eines Besseren belehrt. Das Album ist ein groteskes Musical des Untergangs: Oligarchen baden in Champagner, Napalm und Konfetti; Elvis liegt auf der Toilette; Jim Jones und Timothy Leary flüstern apokalyptische Weisheiten; Nero und Midas lachen hämisch in den Spiegel. Und ja, am Ende passiert nichts – Stillstand, nicht Explosion. So charmant wie die Realität selbst.

Teapot of the Week
„Teapot of the Week“ auf Betreutes Proggen in der KW11/2026

Musikalisch verschränkt das Album Prog, Alternative Rock, Jazzrock, Musiktheater, Mathcore und psychedelische Wahnvisionen zu einem kaleidoskopischen Irrenhaus. Live eingespielt, die ganze Band im gleichen Raum, knistert es an allen Ecken. Horns blasen, Grooves winden sich, Kollbotns Gesang springt zwischen Crooner-Charme, theatralischem Ausbruch und sarkastischem Zwinkern. Die Lyrics? Ein wilder Ritt durch Showbiz, Apocalypse Chic und moralische Fragmente der Menschheit.

It is only Showbiz!

Major Parkinson zeigen uns, dass man selbst die schlimmsten Exzesse mit einem Lächeln servieren kann.

Verglichen mit Part I gewinnt „Viva The Apocalypse!“ an Zugänglichkeit und direkter Wucht, ohne den typisch Parkinson’schen Wahnsinn zu zähmen. Die Platte ist eine Höllenfahrt auf erster Klasse, ein groteskes Spektakel, das man mit offenem Mund bestaunt – manchmal lachend, manchmal entsetzt, immer elektrisiert.

Es lebe der Weltuntergang!
Bewertung: 13/15 Punkten


Major Parkinson - Valesa - Chapter II: Viva The Apocalypse! (Apollon Records/Degaton Records, 13.03.2026)
Credit: Vanessa & MatthiasKirsch

Main Cast:
Jon Ivar Kollbotn – Main vox, additional keys
Lars Christian Bjørknes – Keys, backing vox, percussion
Eivind Gammersvik – Bass guitar, additional keys, percussion, sound design
Sondre Veland – Drums, rototoms, percussion
Øystein Bech-Eriksen – Guitars

Supporting cast:
Sondre Skollevoll – Guitars, backing vox
Peri Winkle (Claudia Cox) – Lead vox (tracks 8-9), backing vox, violin
Halie (Hannah Emilie Wright Grung) – Lead vox (tracks 3-4), backing vox
The Barba Sisters (Romi & Paola Barba) – Apocalypse choir
Lady Moth – Eyes on the prize
William Grøv Skramsett – Trumpets
Morten Norheim – Saxophone
Iver Sandøy – Additional percussion

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Apollon Records zur Verfügung gestellt.