Darkwater – Human

(78:09, CD, Doppel-Vinyl und digital, Ulterium Reccords, 2019),
Mit „Human“ stellt ein weiterer Vertreter des progressiven Metals, zu Beginn des neuen Jahres, ein neues Album vor. Gegründet 2003, veröffentlichen die Schweden Darkwater nach „Calling the Earth to Witness“ (2007) und „Where Stories End“ (2010) bereits ihr drittes Werk. Auch wenn diese Musikrichtung nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein wird, so ist doch neidlos anzuerkennen, dass „Human“ etwas hat. Und zwar eine Menge in die Ohren gehende Melodien, die einen nicht mehr so schnell loslassen. Man könnte diese fast schon als mainstreamige, metallische Ohrwürmer bezeichnen.

Es ist aber gerade diese melodische Art, die „Human“ prägt und sympathisch macht. Neben den obligatorischen härteren Gitarrenparts, finden sich selbstverständlich auch die typischen Breaks, Tempowechsel, druckvolle Perkussionsarbeit und Wechsel in der Rhythmik auf dem Album wieder. Aber nicht nur das steht für eine gelungene progressive Metalveröffentlichung. Es ist die ausgewogene Integration aller musikalischer Elemente, in die zum Teil komplexeren Songstrukturen, die gerade in diesem Fall das Besondere ausmachen. Druckvoll, atmosphärisch, harmonisch mit breiten Keyboardteppichen unterlegt, dazwischen mal akustisch und dann wieder heftig zuschlagend, das ist „Human“. Dazu, über all dem stehend, der gute und vor allem stimmige Gesang von Henrik Båth, nicht zu aufdringlich aber doch immer präsent, der letztendlich das Gesamtbild des Albums harmonisch abrundet.

Textlich beschäftigen sich die Schweden mit den Themen, mit denen wir uns als Menschen aktuell auseinander zu setzen haben, sei es der Einfluss auf unsere Umwelt oder generell die daraus resultierenden Krisen des Menschseins.

Mit diesem Album beschreitet Darkwater den richtigen und vielleicht sogar erfolgreichen Weg, um in die Faillance der ganz großen wie Symphony X, Evergrey, Pain of Salvation oder gar Dream Theater eindringen zu können, auch wenn bei den Skandinaviern sicherlich noch etwas Luft nach oben erkennbar scheint. Nur am Rande sei erwähnt, dass Darkwater Gitarrist Markus Sigfridsson neben seiner dynamischen Saitenspielweise auch noch das dezent gestaltete Artwork beisteuerte. Für das Mixing und Mastering war höchstpersönlich Jacob Hansen von Evergrey verantwortlich.

Geballte 78 Minuten melodisch, atmosphärische Schwedenpower, Metal Freunde sollten sich das nicht entgehen lassen und nicht nur Melodic Rock Fans einmal ein Ohr riskieren.
Bewertung: 9/15 Punkten (JM 11, KR 11, HR 9)

Line-up / Musiker
Simon Andersson / Bass
Tobias Enbert / Drums
Markus Sigfridsson / Guitars
Magnus Holmberg / Keyboards
Henrik Båth / Vocals, Guitars.

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