Im Gespräch mit Jens Stöver, Sound Of Smoke

Alle guten Dinge sind Drei!
Mit „Mirage“ veröffentlichten Sound Of Smoke die Tage ihr drittes Album, bei dem auch der Bandname wieder Programm ist. Psychedelic, Krautrock und Stoner kollidieren auf spielfreudige Art und Weise mit Soul und Blues, wobei es dieses Mal auch Songs auf Deutsch gibt. NDW im Stonerland? Womit Sound Of Smoke immer noch für Überraschungen und andere Sachen gut sind…
Wie war das gleich nochmal mit dem angeblich schwierigen dritten Album?
Jens: In der Tat waren die Weichen für das dritte Album nicht gleich gut gestellt. Verschiedene Lebensveränderungen der einzelnen Bandmitglieder gingen an Sound Of Smoke nicht spurlos vorbei. Isabelle, die Sängerin, hat ihren Lebensmittelpunkt mittlerweile in Berlin. Johannes, der Schlagzeuger, wurde Vater. Auch bei Flo und Jens hat sich privat etwas geändert, so dass wir einfach räumlich viel getrennter sind. Da muss man natürlich anders ans Songwriting gehen. Früher haben wir uns jede Woche mindestens einmal im Proberaum getroffen. Bei den Vorbereitungen zu „Mirage“ waren wir froh, wenn es alle drei Monate geklappt hat. Trotzdem sind wir sehr zufrieden, was wir aus dem Songmaterial im Studio gemacht haben und freuen uns „Mirage“ der Welt zu zeigen.
Warum eigentlich ist plötzlich Vintage wieder IN?
Jens: Bei Sound Of Smoke ist Vintage schon seit zehn Jahren die Devise … wir alle lieben die Klassiker von früher. Irgendwann kam dann auch noch Krautrock dazu. Wir fühlen uns da einfach wohl und es fühlt sich richtig an, solang die Songs Spaß machen, zu spielen.
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Wie kam es zum Kontakt zu den Berliner Big Snuff Studios? Immerhin ist auch die Distanz Freiburg/Berlin nicht gerade ohne…
Jens: Tatsächlich haben wir auch schon unser letztes Album „Phases“ bei Richard im Big Snuff Studio aufgenommen. Richard Behrens ist der vielleicht begnadetste Tonmeister, den es momentan in der Szene gibt. Und wir waren mit seinen Aufnahmen und anschließenden Mixes extrem zufrieden, sodass wir uns entschlossen haben, wieder mit ihm zu arbeiten … und glücklicherweise auch er mit uns. Richard hat auch schon mit anderen Bands der Szene gearbeitet und das sind teilweise Alben und Bands, die wir Bandmitglieder teilweise auch als Musikliebhaber selber gerne hören, beispielsweise manche Alben von Odd Couple oder Elder.
Auf das Big Snuff wurden wir 2020 über die Stoner-Garage-Punk Truppe Bikini beach aus Konstanz aufmerksam, weil die dort ihre Platte „Atoll“ aufgenommen haben. Jens war/ist Fanboy und kennt sie mittlerweile auch etwas persönlich. Nebenbei haben Lotti und Nils von Bikini Beach übrigens auch unser Musikvideo zur Album-Single ‚Fata Morgana‘ aufgenommen und produziert. Das Ganze ist an den Beat Club angelehnt, eine Musiksendung aus den 60ern/70ern.
Angesprochen hat uns das Big Snuff Studio, weil dort versucht wird möglichst mit Vintage-Technik zu arbeiten, das heißt es wird über alte Tonbänder aufgenommen. Darüber hinaus gibt es etliches Vintage-Gear, beispielsweise Verstärker und Synthesizer aus den 60er/70er Jahren was für Aufnahmen verwendet wird. Das macht einfach nochmal einen authentischeren Sound und gibt die nötige Portion Mojo.
Sound Of Smoke dieses Mal sogar in Deutsch (‚Röntgenstrahlen‘, ‚Zweierlei‘). Wie kam es denn dazu?
Jens: Es fühlt sich irgendwie verbundener an, bestimmte Themen auf Deutsch zu schreiben und zu singen. Und da wir alle auch Krautrock mögen, macht es einfach echt Spaß, auf dieser Welle gemeinsam zu reiten.
Im Prinzip knüpfen wir da auch ein bisschen an die Neue Deutsche Welle an, was eine neue Erfahrung ist. Ich denke in zweierlei Hinsicht schaffen wir es gut, NDW und instrumentalen, klassischen Stoner Rock stimmig zu verbinden.
Mit Tunes wie ‚New Direction‘ geht es in Richtung Desert Rock. Vielleicht könnt ihr euer nächstes Album ja in der Rancho de la Luna einspielen? Der Weg bleibt demnach (fast) der gleiche….
Jens: Auf jeden Fall! Es war relativ früh klar, dass das Thema Wüste/Steppe irgendwie das Grundmotiv für das komplette Album sein wird … das merkt man jedenfalls an Songs wie ‚New Direction‘ mit einem Wild-West-Touch aber auch ‚Fata Morgana‘, wo eine Liebesbeziehung mit einer Fata Morgana verglichen wird. Da sind wir dann eher wieder im orientalischen Flair, aber immer die Wüste als Hauptthema …
Ist Freiburg eigentlich bereit bzw. kompatibel für eine Band wie Sound Of Smoke?
Jens: Sound Of Smoke gibt es mittlerweile ganze zehn Jahre schon als Band. In Freiburg haben wir uns über die Jahre auf jedenfall eine kleine Fangemeinde erspielt und freuen uns die Leute immer wieder mal zu sehen. Generell ist Freiburg auch eine offene, etwas grüne Stadt mit dem ein oder anderen hippiesken Menschen – da kommt unsere Musik natürlich gut an! Trotzdem freuen wir uns wenn wir auch mal über den Tellerrand hinausschauen können und auch mal überregional spielen. Wir würden uns auch dieses Jahr noch über den ein oder anderen Festivalauftritt sehr freuen …
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