Jon Durant & Robert Jürjendal – Across The Evening

Jon Durant & Robert Jürjendal - Across The Evening (Alchemy, 31.7.20)(43:25, CD, Digital, Alchemy Records, 2020)
Wer sich etwas mit den musikalischen Betätigungsfeldern des englischen Gitarristen Jon Durant und des estnischen Gitarristen / Komponisten Robert Jürjendal beschäftigt, der erwartet bei einer Zusammenarbeit der beiden – auch schon ohne einen Ton davon gehört zu haben – einen stimmungsvollen Mix aus Ambient und Electronic mit leichten Einflüssen aus World Music. Und grob umrissen ist es auch genau das, was man auf “Across The Evening” zu hören bekommt. Keine großen Überraschungen, also? Vielleicht nicht von der Ausrichtung her, aber trotzdem ist die Umsetzung von gewissen Überraschungsmomenten und vor allem wunderbaren, in sich gekehrten Stimmungen geprägt.

Als Gäste sind bei diesem internationalen Projekt zudem Colin Edwin (Fretless Bass) und die ukrainische Sängerin Inna Kovtun zu hören, mit denen Jon Durant bereits in der Vergangenheit zusammenarbeitete. Hinzu kommen der ebenfalls aus Estland stammende Jazztrompeter Aleksei Saks und der Schweizer Schlagzeuger / Percussionist Andi Pupato.

Die vordergründig in sehr ruhigen Tempo gehaltenen, rein instrumentalen Kompositionen entfalten ihre klangliche, schwebende Schönheit als eine Art Kopfkino in der eigenen Vorstellungskraft. Die entspannten Ambientsounds fließen zwar meistens sehr sphärisch und verhallen oftmals in der Unendlichkeit, werden dabei aber von teils interessanter Rhythmik (z.B. treibende Bassläufe oder elektronische Percussion) untermalt. Größtenteils sind es aber sacht eingewobene Soloparts an Gitarre (wobei diese klanglich nicht immer unbedingt diesem Instruments direkt zuzordnen sind) oder Trompete, die den zurückhaltenden Sound des Albums bestimmen.

Auf der anderen Seite der musikalischen Palette sind die leicht orientalisch und teils von prägnanten, verzerrten Gitarrenklängen geprägten ‘Mirage’ und ‘Beguiling Eyes’ oder das sinfonisch angehauchte ‘Leading Indicator’ zu finden. Bei den zwei das Album abschließenden Tracks ‘Return To Russia’ und ‘Balkan Blue’ (mit Inna Kovtun am Gesang) handelt es sich um Liveaufnahmen, die 2019 bei einem gemeinsamen Auftritt in Tallin entstanden.

Kein offensives Album zum Wachrütteln, sondern klanglich vielschichtige, zerbrechliche Ambient Gitarrensounds zum meditativen Tagträumen.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 11, KS 10)

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Abbildungen: Jon Durant & Robert Jürjendal / Alchemy Records